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Ist es für Japan zu spät, seine Wirtschaft zu retten?

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Ist es für Japan zu spät, seine Wirtschaft zu retten?
  • Die Rendite japanischer 30-jähriger Staatsanleihen erreichte 3,20 %, wobei die Anleihewerte seit 2019 um 45 % eingebrochen sind.

  • Die Bank von Japan meldete für das Geschäftsjahr 2024 nicht realisierte Anleiheverluste in Höhe von 198 Milliarden US-Dollar.

  • Japans Schuldenquote überstieg 260 % ​​des BIP und war damit mehr als doppelt so hoch wie die der USA.

Der japanische Anleihenmarkt befindet sich im freien Fall. Am Dienstag erreichten die Renditen langfristiger Staatsanleihen stillschweigend nie dagewesene Tiefstände. Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen schnellte auf 3,20 % – ein neuer Rekordwert.

Es gab keine Vorwarnung, doch die Folgen sind gravierend. Seit 2019 haben diese Anleihen 45 % ihres Wertes verloren. Der finanzielle Schaden breitet sich aus, und das Vertrauen in die Fähigkeit des Landes, seine Schulden zu bewältigen, schwindet rapide.

Laut CNBC hat dieser Einbruch eine Kettenreaktion ausgelöst. Im vergangenen Jahr stiegen die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen um 100 Basispunkte – ein Anstieg, der institutionelle Portfolios schwer getroffen hat.

Die vier größten japanischen Lebensversicherer meldeten, dass ihre nicht realisierten Verluste aus inländischen Anleihen im ersten Quartal 2025 von rund 15 Milliarden US-Dollar auf 60 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Das ist kein geringfügiger Anstieg – das ist eine Vervierfachung innerhalb nur eines Jahres.

Die Bank von Japan übernimmt den Schaden

Die alarmierendsten Zahlen kommen von der Bank von Japan. Die japanische Zentralbank meldete für das Fiskaljahr 2024 nicht realisierte Verluste aus Staatsanleihen in Höhe von 198 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor lagen diese bei rund 66 Milliarden US-Dollar. Die Verluste haben sich verdreifacht, und nichts deutet auf eine Verlangsamung hin. Im Gegenteil, der Abwärtstrend beschleunigt sich. Es ist nicht nur ein schlechtes Jahr, sondern ein System, das zu bröckeln beginnt.

Dieser Zusammenbruch zeigt sich nun deutlich an Japans Schuldenquote, die offiziell 260 % ​​überschritten hat – den höchsten Stand in der modernen Geschichte des Landes. Diese Quote ist doppelt so hoch wie die der Vereinigten Staaten, obwohl auch die USA unterdent Donald Trump defideutlich erhöhen. Während Amerika möglicherweise hinterherhinkt, steckt Japan bereits tief in der Schuldenfalle.

Es gibt noch ein weiteres Problem: Wem gehören all diese zusammenbrechenden Schulden? Die Bank von Japan selbst hält 52 % aller inländischen Staatsanleihen. Lebensversicherer besitzen lediglich 13,4 %, Banken 9,8 % und Pensionsfonds 8,9 %. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Anleihen, deren Kurse aufgrund von Zahlungsausfallängsten einbrechen, vom Emittenten gehalten werden. Es ist, als würde man sich selbst Geld leihen und dann zusehen, wie die eigenen Schuldscheine verbrennen.

Die globalen Märkte spüren den Druck

Im größeren Kontext betrachtet betrifft dies nicht nur Japan. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist seit 2020 um fast 500 % gestiegen und liegt damit nur knapp hinter dem Anstieg der Rendite dreißigjähriger japanischer Staatsanleihen. Grund dafür ist, dass Washington den Markt mit Anleihen überschwemmt, um Trumps aggressive Fiskalpolitik zu finanzieren. Mit steigendem Angebot sinken die Preise. Diese Situation führt die globalen Anleihemärkte in unbekanntes Terrain.

Die Inflation verschärft die Lage. Im Mai stieg der japanische Kernverbraucherpreisindex (ohne frische Lebensmittel) im Jahresvergleich um 3,7 Prozent – ​​der stärkste Anstieg seit Januar 2023. Genau dieses Szenario wollen die Vertreter der US- Notenbank (Fed) unbedingt vermeiden, weshalb sie immer wieder warnen, dass die Zinsen „länger auf hohem Niveau“ bleiben könnten.

Und dann kommt das Merkwürdigste: Die Renditen 30-jähriger deutscher Staatsanleihen sind mit rund 3,1 % fastdentmit denen Japans. Doch Deutschlands Schuldenquote liegt bei 62 % des BIP und der Leitzins bei 2,25 %, verglichen mit Japans Quote von 0,50 % und einer Schuldenquote von über 260 %. Die Zahlen passen nicht zusammen. Das zeigt, dass der globale Markt unter Druck steht und niemand als Erster die Ausgaben kürzen will.

Japans Krise dient nun allen anderen als Warnung. Sie zeigt vorweg, was passiert, wenn Regierungen sich zu sehr auf Schulden verlassen. Die Liquidität am Anleihemarkt ist bereits schlechter als während der Finanzkrise 2008. Das ist keine Spekulation, sondern Fakt. Und die Anleger reagieren.

Deshalb Bitcoin und Gold derzeit Rekordhochs. Anleger investieren ihr Geld aus Anleihen in Sachwerte. Der Markt wartet nicht auf politische Eingriffe. Er weiß bereits, was kommt.

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