Die neuen Sicherheitsfunktionen von Instagram sind „ineffektiv“ und setzen Minderjährige weiterhin Gefahren aus

Foto von Brett Jordan auf Unsplash.
- Ein Whistleblower von Meta sagt, dass Kinder auf Instagram schädlichen Inhalten ausgesetzt sind.
- Dies trotz der Einführung neuer Sicherheitsvorkehrungen.
- Meta hat die Ergebnisse zurückgewiesen und erklärt, sie stellten eine Fehlinterpretation der eigenen Bemühungen dar.
Eine Studie unter der Leitung eines Whistleblowers von Meta zeigt, dass Kinder und Jugendliche trotz der Einführung von Sicherheitsmaßnahmen weiterhin durch schädliche Online-Inhalte auf Instagram gefährdet sind.
Meta hat einige Sicherheitstools auf Instagram eingeführt, um die jungen Nutzer vor schädlichen Inhalten zu schützen. Diese wurden jedoch als „kläglich ineffektiv“ bezeichnet, da sich die meisten von ihnen als nutzlos erwiesen.
Zwei Drittel der neuen Tools auf Instagram funktionieren nicht wie erwartet
Eine umfassende Überprüfung unter der Leitung von Arturo Béjar, einem ehemaligen leitenden Ingenieur bei Meta, der vor dem US-Kongress, der New York University, Akademikern der Northeastern University, der britischen Molly Rose Foundation und anderen Gruppen gegen den Social-Media-Riesen aussagte, ergab, dass 64 % der neuen Sicherheitsfunktionen auf der Plattform unwirksam waren.
Der Social-Media-Riese, zu dem auch andere soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp gehören, führte im September letzten Jahres verpflichtende Teenager-Konten auf Instagram ein. Dies geschah nach verstärktem Druck von Regulierungsbehörden und Medien, um gegen Online-Gefahren in den USA und Großbritannien vorzugehen. Wie Cryptopolitan.
Laut Béjar haben sich diese Maßnahmen jedoch als unwirksam erwiesen. Der ehemalige Mitarbeiter enthüllte, dass Meta zwar „ständig Versprechungen“ mache, wie diese Initiative Kinder vor „sensiblen oder schädlichen Interaktionen“ schütze und ihnen die Kontrolle über deren Nutzung ermögliche, diese Instrumente aber größtenteils „unwirksam, nicht gewartet, stillschweigend verändert oder entfernt“ würden.
Béjar wirft Meta weiterhin Fahrlässigkeit vor und behauptet, dass Entscheidungen getroffen wurden, die ungeeignete Inhalte auf die Plattform bringen und dadurch Kinder und Jugendliche Online-Gefahren aussetzen.
„Aufgrund der mangelnden Transparenz von Meta weiß niemand, wie lange dies schon der Fall ist und wie viele Teenager durch Instagram Schaden erlitten haben, weil Meta fahrlässig gehandelt und irreführende Sicherheitsversprechen gemacht hat, die ein falsches und gefährliches Sicherheitsgefühl erzeugen.“
Béjar.
„Kinder, darunter viele unter 13 Jahren, sind auf Instagram nicht sicher. Es geht hier nicht um schlechte Inhalte im Internet, sondern um fahrlässiges Produktdesign. Metas bewusste Produktgestaltung und Implementierungsentscheidungen führen dazu, dass Kinder täglich ungeeigneten Inhalten, Kontakten und zwanghafter Nutzung ausgesetzt sind“, fügte Béjar hinzu.
Meta lehnt die Ergebnisse der Überprüfung ab
Laut einem Bericht des Guardianuntersuchte die Studie „Testkonten“, die das Verhalten eines Teenagers, eines Elternteils und eines böswilligen Erwachsenen nachahmten. Anhand dieser Konten wurden im März und Juni dieses Jahres 47 Sicherheitsinstrumente bewertet.
Die Forscher verwendeten ein Bewertungssystem mit grünen, gelben und roten Punkten und stellten fest, dass sich 30 Werkzeuge in der roten Kategorie befanden, was bedeutet, dass sie mit weniger als drei Minuten Aufwand leicht umgangen oder ausgetrickst werden können oder dass sie abgeschaltet werden mussten, so der Guardian.
Nur acht Apps erhielten die grüne Bewertung. Die Tests ergaben außerdem, dass Erwachsene problemlos Teenager kontaktieren konnten, die ihnen nicht folgten, obwohl dies eigentlich nicht möglich sein sollte, da sie in Teenager-Accounts blockiert sind. Im Bericht wird jedoch vermerkt, dass Meta dieses Problem nach der Testphase behoben hat.
Es bleibt auch weiterhin so, dass Kinder und Jugendliche auf Reels Gespräche mit Erwachsenen beginnen können und dass es schwierig ist, anstößige Nachrichten zu melden.
Die Studie stellte außerdem fest, dass die Funktion „Versteckte Wörter“ entgegen der Behauptung nicht in der Lage war, anstößige Sprache zu blockieren, und dass die Forscher in der Lage waren, „Du bist eine Hure und solltest dich umbringen„ohne Aufforderung zum Überdenken, Filterung oder Warnungen an den Empfänger.“.
Laut dem Guardian hat Meta klargestellt, dass die Funktion nur für unbekannte Konten gilt, nicht für Follower, die Nutzer blockieren können. Das Unternehmen warf dem Bericht außerdem vor, seine Bemühungen zur Stärkung der Elternrechte und zum Schutz von Jugendlichen falsch darzustellen.
„Tatsächlich sahen Jugendliche, die in diese Schutzmaßnahmen aufgenommen wurden, weniger sensible Inhalte, erlebten weniger unerwünschten Kontakt und verbrachten abends weniger Zeit auf Instagram.“
Meta-Sprecher.
„Den Eltern stehen außerdem leistungsstarke Instrumente zur Verfügung, von der Begrenzung der Nutzung bis hin zur Überwachung der Interaktionen“, fügte der Sprecher hinzu.
Der Bericht fordert die Regulierungsbehörde Ofcom jedoch auch auf, bei der Durchsetzung ihres Regulierungssystems „mutiger und durchsetzungsstärker“ vorzugehen.
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Enacy Mapakame
Enacy Mapakame ist Journalistin mit über zehn Jahren Erfahrung im Bereich Wirtschafts- und Finanznachrichten. Sie berichtet über Kapitalmärkte und Zukunftstechnologien – Metaverse, KI und Kryptowährungen. Enacy besitzt einen Bachelor of Science (BSc) mit Auszeichnung in Medien- und Gesellschaftswissenschaften.
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