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Indien redet großspurig über KI, aber die Märkte wenden sich ab

VonNoor BazmiNoor Bazmi
3 Minuten gelesen,
Indien und Südkorea wollen den bilateralen Handel mit einer neuen Wirtschaftspartnerschaft im Wert von 50 Milliarden US-Dollar verdoppeln
  • Indien eröffnet milliardenschwere Technologieparks und bezeichnet sich selbst als KI-Supermacht.
  • Investoren jagen nach Chips, nicht nach Talenten, und Taiwan und Südkorea haben die Chips.
  • Fast eine Billion Dollar an Marktwert sind verloren gegangen, 42 Milliarden Dollar an ausländischem Kapital sind abgeflossen.

Indien hat in Gujarat eine Technologiestadt eröffnet, um die Zahl der Arbeitsplätze im Technologiesektor in den nächsten zwei Jahrzehnten zu erhöhen, während gleichzeitig globale Investoren weiterhin abziehen.

Am Sonntag weihte Innenminister Amit Shah die „Million Minds Tech City“ in Ahmedabad ein. Das Gelände umfasst derzeit knapp 65 Hektar und soll auf über 400 Hektar erweitert werden. Die Investition in das 1,5 Milliarden US-Dollar teure Projekt soll über 70.000 Arbeitsplätze schaffen undtracglobale Technologieunternehmen sowie andere Firmen nach Ahmedabad

Shah deutete die nächsten Schritte Gujarats an. Bislang habe der Bundesstaat in den Bereichen Fertigung, Pharmazie, Häfen und grüne Energie gute Fortschritte erzielt, sagte Amit.

Um mit Bengaluru, Hyderabad und Gurugram konkurrieren zu können, benötigt die Stadt nun jedoch Technologieparks und -zentren. Er fügte hinzu, dass junge Menschen Schulungen in Robotik, Quantencomputing, Halbleitertechnik, Cybersicherheit und Raumfahrttechnologie benötigen.

Die erste Phase des Geländes umfasst rund 1,3 Millionen Quadratfuß, wobei bereits 131 Millionen US-Dollar investiert wurden. Shekhar Patel von GHL und CREDAI erklärte, dass bereits rund 800.000 Quadratfuß an Unternehmen wie TCS, IBM, Valtech, DevX und APSER Life Science vermietet wurden.

Er sagte, GIFT City werde als Anker für das Projekt fungieren und Gujarat könne innerhalb von zehn Jahren zu Indiens wichtigstem GCC-Zentrum werden.

Ausländisches Kapital fließt nach Taiwan und Korea

Die Stimmung an den Märkten ist völlig anders. Indien steht kurz davor, erstmals seit drei Jahren aus den fünf größten Aktienmärkten der Welt auszuscheiden.

Seit September 2024, als der Gesamtwert der Marktkapitalisierung mit 5,73 Billionen US-Dollar einen Rekordwert erreichte, sind rund 924 Milliarden US-Dollar verloren gegangen. Der Nifty 50, einst der weltweit leistungsstärkste große Aktienindex, verzeichnet in diesem Jahr einen Rückgang von über 9 % und steuert auf seinen ersten Jahresverlust seit zehn Jahren zu.

Der Grund ist KI, aber nicht die Art von KI, die Indien feiert. Investoren suchen derzeit weder nach KI-Fachkräften noch nach KI-Dienstleistungen. Sie wollen Chips. Taiwan hat TSMC, den Hersteller der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter.

Südkorea beheimatet Samsung und SK Hynix, die die Speicherchips für KI-Rechenzentren herstellen. Ihre Aktienmärkte legten in diesem Jahr um 78 % bzw. 42 % zu. Die beiden Länder sind nun weniger als 500 Milliarden US-Dollar davon entfernt, Indien in Bezug auf die Gesamtmarktkapitalisierung zu überholen.

Indiens IT-Sektor hingegen entwickelt sich in die entgegengesetzte Richtung. Es handelt sich um eine 315 Milliarden Dollar schwere Branche, die auf Outsourcing-Leistungen für westliche Unternehmen basiert. Der Nifty IT-Index ist in diesem Jahr um mehr als 26 % gefallen und steht damit auf dem niedrigsten Stand seit 2023. Hauptgrund dafür ist, dass KI mittlerweile sehr effizient im Programmieren und anderen Routinearbeiten ist, auf die sich indische Technologieunternehmen ursprünglich konzentrierten. 

Ausländische Investoren verlassen Indien, und zwar schnell

Ausländische Investoren haben seit Anfang 2025 netto 42 Milliarden US-Dollar aus den indischen Märkten abgezogen. Ihr Anteil an indischen Aktien ist auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen und liegt nun erstmals seit über 20 Jahren unter dem der inländischen Investoren, so Goldman Sachs.

Indiens Anteil am MSCI Emerging Markets Index ist von 19 % im letzten Jahr auf etwa 12 % gesunken.

„Das ist kein Kursrückgang, den man zum Kauf nutzt“, sagte Gary Dugan, Geschäftsführer von Global CIO Office. „Es geht um den endgültigen Wertverlust. Die Annahmen darüber, wo diese Unternehmen in zehn Jahren stehen werden, müssen sich ändern.“

Indien belegt derzeit den ersten Platz im Bereich KI-Kompetenzen und verfügt über rund 16 % der weltweiten KI-Fachkräfte. Doch Talent allein reicht nicht aus, um Märkte so zu bewegen wie es Chiphersteller tun. Es gibt kein indisches Unternehmen wie TSMC, das von der schwankenden Nachfrage nach KI-Chips abhängig ist. Indiens KI-Präsenz verteilt sich auf Dienstleistungsunternehmen, nicht börsennotierte Startups und einen wachsenden Inlandsmarkt.

„Während sich die Welt im Bereich der künstlichen Intelligenz neu ordnet, verharren Indiens Leitindizes weiterhin in der Vergangenheit“, sagte Aadil Ebrahim von der Klay Group. Solange der indische Markt keine neue Generation von Technologieentwicklern hervorbringt, werde Indien im globalen KI-Investitionsgeschehen eine Randposition einnehmen.

Die Diskrepanz zwischen den Versprechen der Regierung und den Reaktionen der Märkte war selten so schwer zu ignorieren.

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Noor Bazmi

Noor Bazmi

Noor Bazmi ist Filmabsolventin. Nach ihrem Filmstudium wandte sie sich als Nachrichtenjournalistin realen Geschichten zu. Ihre Interessen reichen von Blockchain und Technologie bis hin zu deren zunehmender Bedeutung für Wirtschaft und Privatleben. Seit über einem Jahr arbeitet sie weiterhin als Nachrichtenjournalistin und absolviert parallel eine Weiterbildung im Marketing. Dieses Feld verbindet ihre Leidenschaft für kreatives Storytelling, Innovation und Authentizität, um in der realen Welt Wirkung zu erzielen und tiefere Verbindungen zu einem globalen Publikum aufzubauen.

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