IBM, Alphabet und Microsoft führen das aktuelle Ranking der UBS für Unternehmen an, die die praktische Anwendung von Quantencomputern vorantreiben. Diese Einschätzung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Technologieaktien bereits hoch bewertet sind und Anleger nach dem nächsten entscheidenden Faktor suchen, der die zukünftige Entwicklung prägen könnte.
Laut UBS zeichnet sich dieser Teil des Marktes dadurch aus, dass er Probleme angeht, die die derzeitigen Maschinen in diesem Umfang nicht bewältigen können.
Die Bank berichtet, dass das Interesse im vergangenen Jahr gestiegen sei, da IBM, Alphabet und Microsoft ihre Bemühungen verstärkt hätten, Systeme zu entwickeln, die auch außerhalb von Forschungslaboren funktionieren. Auch kleinere Unternehmen hätten Aufmerksamkeit erregt.
IonQ ist das beste Beispiel. Die Aktie stieg in den letzten zwölf Monaten rasant an und fiel dann genauso schnell wieder. Laut UBS zeigt dieses Muster, wie jung und instabil dieser Markt noch ist.
UBS zeigt auf, wo Rechenleistung zuerst zum Tragen kommen könnte
Die UBS-Analystin Madeleine Jenkins leitete ein elfköpfiges Analystenteam, das einen 103-seitigen Bericht für Kunden erstellte. Die Gruppe beschreibt den Markt als fragmentiert und noch nicht ausgereift. Sie sieht jedoch drei klare Bereiche, in denen die Technologie eine entscheidende Rolle spielen könnte.
Diese Bereiche umfassen Molekularsimulation, Optimierung und KI sowie Kryptographie. Laut UBS erklären diese Anwendungsfälle, warum die Wall Street dem Thema nun mehr Aufmerksamkeit schenkt.
Die Analysten schrieben, die Fortschritte seien langsam und von Rückschlägen geprägt gewesen, doch die jüngsten Ergebnisse seien bemerkenswert. Sie sagten, dass der Bereich nun echte technische Fortschritte verzeichne.
Der Bericht besagt, dass Quantencomputer durch die Nutzung des Verhaltens kleinster Partikel enorme Rechenleistung zu deutlich geringeren Kosten als heutige Systeme bieten könnten. UBS schätzt, dass dieser Vorteil in den 2030er-Jahren voll zum Tragen kommen könnte.
Um die gleiche Leistung wie mit Standardhardware zu erzielen, wären zu diesem Zeitpunkt etwa 10²¹ GPUs erforderlich. Laut UBS könnten die Kosten für den Bau der neuen Systeme nur wenige zehn Millionen Dollar betragen.
Der Bericht erklärt, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, ein Qubit zu bauen, das die Grundeinheit der Quanteninformation darstellt.
Aktuell dominieren zwei Ansätze den Markt: supraleitende Qubits und Qubits mit gefangenen Ionen. Laut Jenkins beschränkt sich die Führungsposition auf wenige Unternehmen. Alphabet und IBM konzentrieren sich auf supraleitende Designs, während Microsoft und Amazon über Cloud-Plattformen gemischte Lösungen anbieten.
Strategien großer Technologiekonzerne treffen auf volatile reine Aktienmärkte
UBS bezeichnet Google, das zu Alphabet gehört, als Pionier im Bereich Quantensoftware und Fehlerkorrektur. Der Bericht verweist auf den Willow-Chip, der im Dezember 2024 auf den Markt kommen soll.
Laut UBS reduzierte Willow die Fehlerquote mit zunehmender Anzahl an Qubits. Zudem absolvierte der Computer eine Standard-Benchmark-Aufgabe in unter fünf Minuten. Ein leistungsstarker classicKI-Supercomputer bräuchte laut UBS etwa 10 Septillionen Jahre, um dieselbe Aufgabe zu bewältigen.
Microsoft und Amazon verfolgen einen umfassenderen Ansatz. Microsoft arbeitet mit kleineren Hardware-Spezialisten wie IonQ zusammen und forscht gleichzeitig an einem topologischen Design. Laut UBS könnte dieses Design, sofern es wie geplant funktioniert, zu einem schnelleren und stabileren Qubit führen.
Amazon unterstützt über seine Cloud-Dienste ebenfalls verschiedene Ansätze. UBS empfiehlt Microsoft und Amazon zum Kauf. Alphabet wird neutral bewertet. Laut Jenkins hängt der Erfolg davon ab, welches Qubit-Design sich zuerst durchsetzt.
UBS hebt auch börsennotierte Unternehmen hervor, die sich ausschließlich auf diesen Bereich konzentrieren. Dazu gehören IonQ, D-Wave Quantum und Rigetti Computing. Diese Aktien verzeichneten zunächst starke Kursgewinne, gefolgt von steilen Kursverlusten. IonQ ist das größte Unternehmen dieser Gruppe. Seine Marktkapitalisierung überstieg 17 Milliarden US-Dollar.
Die Aktie stieg im vergangenen Jahr bis einschließlich Mittwoch um 72 % und fiel seit Mitte Oktober um 34 %. Laut FactSet-Daten liegt das bereinigte Beta von IonQ bei 2,37. UBS erklärt, dies bedeute, dass die Aktie mehr als doppelt so stark schwankt wie der Gesamtmarkt.

