Die Hongkonger Wertpapier- und Futures-Kommission (SFC) hat im Rahmen ihres beschleunigten Lizenzierungsverfahrens vier Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte (VATP) Lizenzen erteilt. Die Aufsichtsbehörde gab dies heute bekannt und erklärte, die Lizenzen seien nach einer Vor-Ort-Prüfung der Unternehmen ausgestellt worden.
Laut der Ankündigung handelt es sich bei den vier als lizenziert geltenden Plattformen um Accumulus GBA Technology Co Ltd, DFX Labs Co Ltd, Hong Kong Digital Assets EX Ltd und Thousand Whales Technology Ltd.
Nachdem diese Unternehmen die erste Hürde im Antragsverfahren genommen haben, können sie ihre Tätigkeit in einem eingeschränkten Rahmen aufnehmen. Die Börsen müssen jedoch weiterhin die auf der Inspektion basierenden Korrekturmaßnahmen durchführen und die Schwachstellenanalyse sowie den Penetrationstest bestehen.
Der Leiter der Intermediärabteilung der SFC, Dr. Eric Yip, merkte an, dass der neue Ansatz darauf abzielt, die Zulassung von Plattformen für digitale Vermögenswerte in der Stadt zu beschleunigen, ohne dabei Kompromisse bei den Standards einzugehen. Hongkong versucht seit einigen Jahren, sich als Krypto-Zentrum zu positionieren.
Yip sagte:
„Unser Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen der Wahrung der Interessen der Anleger und der Förderung der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Ökosystems für virtuelle Vermögenswerte in Hongkong herzustellen.“
Mit der Zulassung dieser vier Unternehmen gibt es nun sieben lizenzierte Kryptobörsen in Hongkong, darunter OSL, HKVAX und HashKey, die ihre Zulassung bereits Anfang des Jahres erhielten. Obwohl einige Anträge noch auf Genehmigung warten, hat die Komplexität des Verfahrens bereits mehrere große Börsen, darunter OKX, zum Rückzug veranlasst. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass die Hongkonger SFC ein beschleunigtes Lizenzierungsverfahren befürwortet.
Börsen müssen noch die zweite Phase bestehen, um eine vollständige Lizenz zu erhalten
Die vier Börsen müssen unterdessen noch die zweite Phase durchlaufen, bevor sie ihre vollständige Lizenz erhalten. Um diesen Prozess zu erleichtern, hat die SFC die Richtlinie zur Lizenzierung von Kryptobörsen geändert und die zweite Phase überarbeitet. Nach dem neuen System wird die Kommission prüfen, ob die Richtlinien, Verfahren, Systeme und Kontrollen der Börse den regulatorischen Standards entsprechen, und die Börse verpflichten, sie über jegliche Änderungen zu informieren.
Börsen müssen zudem von einem Wirtschaftsprüfer prüfen lassen, ob ihre Richtlinien und Verfahren den Vorgaben für wertorientierte Wertpapierhandelsprogramme (VATPs) sowie den Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung entsprechen. Die SFC plant, sich in das Prüfverfahren einzubringen, indem sie eine dreiseitige Vereinbarung zwischen der Börse, der Aufsichtsbehörde und dem externen Gutachter vorschreibt.
Laut SFC wird dies den Prozess beschleunigen, da die Aufsichtsbehörde so direkt mit dem Topmanagement und den Kontrollorganen der Börsen in Kontakt treten kann. Dieser Ansatz hat sich in der ersten Phase bewährt, um die Unternehmen zur Einhaltung der regulatorischen Standards zu bewegen, weshalb er weiterhin angewendet wird. Nach erfolgreichem Abschluss der zweiten Phase werden alle Betriebsbeschränkungen der Börsen aufgehoben.

