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Google befindet sich Berichten zufolge in Gesprächen mit SpaceX, um orbitale Rechenzentren zu realisieren

VonNoor BazmiNoor Bazmi
3 Minuten gelesen
Google befindet sich Berichten zufolge in Gesprächen mit SpaceX, um orbitale Rechenzentren zu realisieren
  • Google und SpaceX verhandeln über den Bau von orbitalen Rechenzentren im Rahmen von Googles Projekt Suncatcher.
  • SpaceX hat im Januar bei der FCC einen Antrag auf den Start von bis zu einer Million Datenzentrumssatelliten eingereicht.
  • Es bestehen weiterhin große technische Hürden, darunter Wärmemanagement, Strahlungsschäden an den Chips und die Risiken durch Weltraumschrott.

Google und SpaceX verhandeln über den Start des Projekts Suncatcher, einem Plan zur Errichtung von Rechenzentren im Weltraum.

Das Wall Street Journal berichtete am Dienstagmorgen als erstes darüber. Später bestätigte auch Reuters unter Berufung auf Google die Gespräche mit SpaceX und anderen Unternehmen. Der Technologiekonzern plant den Aufbau eines Netzwerks solarbetriebener Satelliten, die mit seinen Tensor Processing Units (TPUs) ausgestattet sind, um eine sogenannte orbitale KI-Cloud zu schaffen.

Die Gespräche finden statt, während sich SpaceX auf seinen mit Spannung erwarteten Börsengang vorbereitet, für den laut Insidern erhebliche Investitionen zur Finanzierung des orbitalen Rechenzentrumsprojekts benötigt werden. Musk war 2015 Mitbegründer von OpenAI, da er sich Sorgen um Googles KI-Aktivitäten machte.

Er hatte sich mit Google-Mitbegründer Larry Page über Fragen zur Sicherheit von KI zerstritten. Nun wetteifern sowohl SpaceX als auch Google darum, als Erste Rechenzentren im Weltraum zu errichten. Der Bau dieser orbitalen Anlagen ist ein wichtiger Grund für SpaceX' Börsengangswunsch.

Das Projekt wird kostspielig sein und die aktuelle Technologie an ihre Grenzen bringen. Erst letzte Woche gab das KI-Unternehmen Anthropic bekannt, die gesamte Rechenleistung des SpaceX-Raumfahrtzentrums Colossus 1 in Memphis nutzen zu wollen. Anthropic bekundete außerdem sein Interesse an einer Zusammenarbeit mit SpaceX beim Bau von Rechenzentren im Weltraum mit einer Kapazität von mehreren Gigawatt.

Musk schrieb im Februar: „Anthropologie hasst die westliche Zivilisation.“ Doch am Mittwoch änderte er seine Meinung. Auf X postete er, er habe die vergangene Woche viel Zeit mit den Führungskräften von Anthropologie verbracht und sei beeindruckt von dem, was er dabei erfahren habe.

Industrie drängt ins Weltall

Wie Cryptopolitan bereits berichtete, hat SpaceX bei der US-amerikanischen Kommunikationsbehörde FCC Anträge auf Genehmigung zum Start von bis zu einer Million Rechenzentren in die Erdumlaufbahn eingereicht. Das Unternehmen argumentiert, dies würde das Wachstum von KI ermöglichen, ohne Umweltprobleme auf der Erde zu verursachen.

SpaceX ist mit diesem Vorhaben nicht allein. Amazon-Gründer Jeff Bezos sagte letztes Jahr, dass Technologieunternehmen ihre großen Rechenzentren ins Weltall verlagern werden. Google plant, bereits im nächsten Jahr 80 Datenverarbeitungssatelliten ins All zu schicken.

Das im US-Bundesstaat Washington ansässige Start-up-Unternehmen Starcloud hat bereits im vergangenen November einen Satelliten mit einem leistungsstarken Nvidia H100-Chip an Bord gestartet. Es war das erste Mal, dass ein fortschrittlicher KI-Chip im Orbit getestet wurde. Starcloud ist überzeugt, bis 2030 Rechenzentren im Weltraum betreiben zu können, die so groß sind wie die auf der Erde.

Der Traum von Weltraum-Rechenzentren trifft auf die technische Realität

Befürworter argumentieren, dass weltraumbasierte Rechenzentren sinnvoll seien. Der KI-Boom setzt Stromnetze und Wasserversorgung stark unter Druck. Die Kühlung von Computern verbraucht enorme Mengen Wasser. Anwohner großer Rechenzentren befürchten steigende Strom- und Wasserkosten.

Im Weltraum lösen sich diese Probleme, argumentieren Befürworter. Satelliten in bestimmten Umlaufbahnen erhalten konstant Sonnenlicht und somit ununterbrochen Solarenergie. Das kalte Vakuum des Weltraums würde überschüssige Wärme absorbieren. Und da die Startkosten sinken, insbesondere bei großen Raketen wie SpaceX' Starship, könnte sich das Ganze wirtschaftlich lohnen.

Kritiker weisen jedoch auf ernsthafte Hindernisse hin, die möglicherweise nicht so schnell gelöst werden können, wie in einem MIT-Bericht erwähnt wird.

Laut Lilly Eichinger von Satellives stellt das Wärmemanagement eine große Herausforderung dar, da orbitale Rechenzentren Temperaturen von 80 Grad Celsius erreichen würden. Yves Durand von Thales Alenia Space hingegen sagte, seine Studie aus dem Jahr 2024 habe ergeben, dass Anlagen im Gigawatt-Maßstab bereits vor 2050 möglich seien.

Ken Mai von der Carnegie Mellon University sagte, Strahlung beschädige Chips, während Greg Vialle von Lunexus Space anmerkte, dass die niedrige Erdumlaufbahn nur 240.000 Satelliten sicher aufnehmen könne, was SpaceX' Plan, eine Million Satelliten zu platzieren, ohne ein einheitliches Netzwerk schwierig mache.

Laut einem Bericht von The Information vom Sonntag verhandelt Google vor Ort mit Marvell Technology über die Entwicklung zweier neuer KI-Chips.

Ein Chip würde die Speicherverarbeitung zusammen mit Googles Tensorprozessoren übernehmen. Der andere Chip wäre ein neuer Tensorprozessor, der speziell für die Ausführung von KI-Modellen entwickelt wurde. Die Unternehmen hoffen, die Entwicklung des Speicherchips im nächsten Jahr abzuschließen, bevor sie ihn in die Testproduktion geben.

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