Rund 11,1 Billionen US-Dollar (entspricht 37 % des US-Bruttoinlandsprodukts) sind in nur 44 Handelstagen aufgrund der von Trump angekündigten Zollverunsicherung am US-Aktienmarkt vernichtet worden. Seit das Weiße Haus einen weitreichenden Zollplan vorgestellt hat, der Anleger in Panik versetzte, werden in dieser Woche weltweite Vergeltungsmaßnahmen von über 150 Ländern erwartet.
Am 5. April trat ein Basiszoll von 10 % für alle Länder in Kraft. Am Sonntagabend erklärte : „Die Zölle werden nicht verschoben.“ Gegenzölle treten am 9. April um 0:01 Uhr ET in Kraft, und die Hoffnung auf eine Verzögerung schwindet bereits, was die Befürchtungen globaler Vergeltungsmaßnahmen verstärkt.
Laut einem Beitrag von Kobeissi Letter auf X prognostiziert Goldman Sachs nach den Ankündigungen zum „Tag der Befreiung“ am 2. April einen Anstieg der Zölle um 18,8 Prozentpunkte.
Es ist die Woche der „Gegenzölle auf Gegenzölle“:
Nachdem wir auf einmal Zölle gegen 185 Länder verhängt haben, erwarten wir in dieser Woche Vergeltungsmaßnahmen.
Der US-Aktienmarkt hat in 44 Handelstagen 11,1 Billionen Dollar verloren, was etwa 38 % des US-Bruttoinlandsprodukts entspricht.
Hier ist, was Sie wissen müssen.
(ein Thread) pic.twitter.com/7OGYVEhw7F
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) 6. April 2025
Unterdessen hat sichdent Trump kaum zu möglichen neuen Handelsverhandlungen geäußert. Andeutungen kamen lediglich aus Taiwan, Vietnam, Simbabwe und Indien, wo Regierungsvertreter signalisierten, dass sie möglicherweise über bessere Bedingungen verhandeln würden.
Taiwansdent Lai Ching-te bot die Abschaffung von Zöllen und Handelshemmnissen an und versprach, die Investitionen in den USA zu erhöhen. Auch Simbabwesdent Emmerson Mnangagwa reagierte überstürzt und bot an, die Zölle auf US-Waren auszusetzen.
Das Prinzip der Gegenseitigkeitszölle als Instrument zur Sicherung inländischer Arbeitsplätze und Industriezweige ist durchaus sinnvoll. Die Republik Simbabwe verfolgt jedoch eine Politik der Förderung freundschaftlicher Beziehungen zu allen Nationen und vermeidet jegliche Konfrontation.
In…
– Präsident dent Simbabwe (@edmnangagwa) , 5. April 2025
Mehr als 150 Länder haben noch immer nicht auf Trumps „Tag der Befreiung“-Zölle reagiert.
Marktbeobachter prognostizieren „Gegenzölle auf Gegenzölle“
China hat bereits letzte Woche 34-prozentige Zölle auf US-Waren im Wert von 140 Milliarden US-Dollar verhängt. Händler sehen diesen Schritt als Auftakt zu einem umfassenderen Handelskrieg. Gleichzeitig deuten fallende Aktienkurse, sinkende Ölpreise und Renditen von US-Staatsanleihentronauf eine drohende Rezession hin.
Unterdessen appellierte US-Finanzminister Bessent an die Handelspartner, keine Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen . Er erklärte, die Vereinigten Staaten würden die Zölle erhöhen, sollten Länder mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen reagieren.
Trotzdem erklärte die Europäische Union letzte Woche, sie habe Gegenmaßnahmen zu Trumps Zöllen vorbereitet. Die EU exportierte 2024 Waren im Wert von 606 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten, was einem defivon rund 236 Milliarden US-Dollar entspricht. Daher gehen viele Analysten davon aus, dass die Reaktion der EU erhebliche Auswirkungen auf den Markt haben wird.
Reuters berichtete am 31. März, dass China, Japan und Südkorea gemeinsam auf die Zölle reagieren werden. China hat bereits gehandelt, Japan und Südkorea hingegen blieben weitgehend zurückhaltend. Ein gemeinsames Vorgehen dieser drei Länder könnte US-Importe im Wert von rund 280 Milliarden US-Dollar betreffen.
Mexikos Präsidentdent , seine Regierung werde eine umfassende Antwort geben. Auch Kanada kündigte eine Reaktion auf die Eskalation an. Anders als andere Länder unterliegen weder Kanada noch Mexiko einem 10-prozentigen Basiszoll, obwohl die zuvor erhobenen Zölle für beide Länder weiterhin bestehen.
Die letzten vier Tage wirkten wie die Ruhe vor einem möglichen Sturm. Die meisten Länder haben sich nach Trumps sogenanntem „Befreiungstag“ relativ ruhig verhalten. Das bedeutet, dass diese Länder entweder versuchen, Verhandlungen aufzunehmen, oder Gegenmaßnahmen vorbereiten.

Da Zölle 185 Länder betreffen, bereiten sich die Märkte auf einen globalen Handelskrieg vor, der erhebliche Volatilität zur Folge haben dürfte. Laut ZeroHedge überstieg das gesamte Optionsvolumen am Freitag erstmals die Marke von 100 Millionentracan einem einzigen Tag. Gleichzeitig stieg der Volatilitätsindex (VIX) in der vergangenen Woche um 110 Punkte, liegt aber weiterhin 20 Punkte unter dem Höchststand vom 5. August.

