Deutschland beschlagnahmt 10 Millionen Euro an Vermögenswerten der vermissten OneCoin-Cryptoqueen

- Deutsche Staatsanwälte beschlagnahmen mehr als 11 Millionen Dollar an Geldern von Ruja Ignatova.
- Das Geld wird zur Entschädigung der Opfer des Ponzi-Schemas verwendet, das sie ins Leben gerufen hat.
- Die Drahtzieherin von OneCoin ist seit 2017 vermisst, und die Fahndung nach der „Cryptoqueen“ dauert an.
Behörden in Deutschland haben es geschafft, die Kontrolle über Millionen Euro teure Vermögenswerte zu erlangen, die angeblich der Gründerin von OneCoin, Ruja Ignatova, gehören.
Die Gelder werden zur Entschädigung der Opfer des betrügerischen Schemes verwendet, das von der als „Cryptoqueen“ bezeichneten Frau gegründet wurde, die weltweit noch immer gesucht wird.
Deutsche Staatsanwaltschaft sichert Millionen im Zusammenhang mit Cryptoqueen-Geldern
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld in Deutschland hat rund 10,1 Millionen Euro (11,4 Millionen US-Dollar) aus dem Vermögen von Ignatova beschlagnahmt.
Die Bemühungen in diese Richtung waren erfolgreich, wie das Amt am Montag unter Berufnahme auf die Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur (dpa) bekannt gab.
Das Geld stammt aus dem Verkauf zweier Wohnungen in London und soll zur Entschädigung von Ruja’s Opfern verwendet werden, wie deutsche Staatsanwälte ebenfalls detailliert darlegten.
Ein luxuriöses Penthouse und eine angrenzende Wohnung im Kensington-Viertel der britischen Hauptstadt, die auf 12,5 bis 13,5 Millionen Pfund geschätzt wurden, waren über Briefkastenfirmen erworben worden.
Behörden gehen davon aus, dass sie mit kriminell erzielten Gewinnen aus den Aktivitäten der 4,5 Milliarden Dollar schweren Kryptowährungsbetrugs OneCoin finanziert wurden, die sie mitgegründet und betrieben hat.
Beide wurden Anfang 2023 auf Anfrage des Bielefelder Staatsanwalts auf den Markt gebracht, nachdem Ruja Ignatova als Eigentümerin der Immobilie in der wohlhabenden Gegend ausgewiesen wurde.
Diesen Sommer entschied ein Gericht in Guernsey, wo die formellen Eigentümer ansässig waren, dass weitere 8,59 Millionen Pfund, die sich in einem Bankkonto von Ignatova auf der Insel befanden, ebenfalls beschlagnahmt werden sollten.
Diese Mittel waren ebenfalls für die Rückführung in die Bundesrepublik vorgesehen, wo sie zur weiteren Entschädigung von Anlegern verwendet werden sollen, die durch das berüchtigte Pyramidensystem der Cryptoqueen betrogen wurden.
OneCoin wurde 2014 gegründet und operierte als ein weltweit tätiges Multi-Level-Marketing-Netzwerk, das eine gefälschte Kryptowährung namens OneCoin anbot, die als „Bitcoin-Killer“ beworben wurde.
Nach Angaben des Unternehmens selbst sollen mehr als 3 Millionen Menschen in den massiven Ponzi-Betrug investiert haben; bis zum letzten Quartal 2016 beliefen sich die Gesamtinvestitionen auf über 4 Milliarden US-Dollar.
Der Kopf von OneCoin immer noch vermisst – globale Fahndung läuft weiter
Ruja Ignatova, die im Besitz eines deutschen Reisepasses ist, wurde Ende 2017 zuletzt gesehen, als sie in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens (ihres Geburtslandes), einen Flug nach Athen bestieg.
Sie verschwand kurz nachdem die USA einen Haftbefehl gegen sie erlassen hatten. Sie wird nun vom US-Justizministerium (FBI), Europol und Interpol gesucht.
Trotz gelegentlicher Berichte über ihren Aufenthaltsort, darunter einige, die darauf hindeuten, dass Ruja möglicherweise immer noch in Griechenland ist, wurde sie bisher nicht gefunden, tot oder lebend, und die Fahndung geht weiter.
Die sogenannte Cryptoqueen gilt weithin als Drahtzieherin von OneCoin, einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Kryptowährungen, doch sie war nicht die Einzige, die das Projekt orchestrierte.
Der Mitbegründer des Betrugs, Karl Sebastian Greenwood, Staatsbürger Schwedens und Großbritanniens, wurde 2018 festgenommen. Er bekannte sich 2022 schuldig und erhielt 20 Jahre Freiheitsstrafe wegen Telekommunikationsbetrugs und Geldwäsche.
Ignatovas Bruder Konstantin, der nach ihrem Verschwinden die Führung übernahm, wurde 2019 in den USA festgenommen. Dort bekannte er sich schuldig an Onecoin-bezogenen Straftaten, während er Zeugenschutz suchte.
Im September 2025 erhoben deutsche Staatsanwaltschaften Anklage gegen Ignatova. Dieser Schritt sollte verhindern, dass die mutmaßlichen Straftaten verjähren, wie die DPA in ihrem Bericht erinnerte.
„Die Straftaten, wegen derer sie angeklagt ist, verjähren 2031“, betonte die deutsche Nachrichtenagentur diese Woche und wies darauf hin, dass die Anklagepunkte unter anderem den Aufbau eines Pyramidensystems umfassen.
Das Unternehmen, das die OneCoin-Kryptowährung erfunden und vermarktet hat, hatte seinen Sitz in Greven im Westen Deutschlands und unterhielt zudem Büros in Sofia.
Ruja Ignatova, die seit dem 25. Oktober 2017 vermisst wird, steht weiterhin auf mehreren internationalen Most-Wanted--Fahndungslisten, während weltweit nach ihr gesucht wird.
Die deutschen Strafverfolgungsbehörden haben alle aufgerufen, die Kenntnis von ihrem Aufenthaltsort haben, mit Informationen zu kooperieren, die potenziell zu ihrer Festnahme führen können.
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