Die Kryptowährungsbörse FTX , die im November 2022 Insolvenz anmeldete, hat einen neuen Schuldenbereinigungsplan angekündigt, der die vollständige Befriedigung nahezu aller Gläubiger vorsieht. Am 7. Mai gab das Unternehmen bekannt, dass es versuchen wird, 100 % der zulässigen Insolvenzforderungen zuzüglich Zinsen an nichtstaatliche Gläubiger auszuzahlen. Diese Änderung weicht von der bisherigen Praxis ab, bei der lediglich der Vermögenswert zum Zeitpunkt der Insolvenz berücksichtigt wurde.
Der betreffende Plan wartet noch auf seine endgültige Fassung und die Genehmigung durch das Insolvenzgericht von Delaware. Laut John J. Ray III, CEO und Chief Restructuring Officer von FTX, ist die verbesserte Finanzprognose auf den jüngsten Aufschwung der Kryptowährungsmärkte zurückzuführen, bei dem allein Bitcoin seit der Insolvenz um mehr als 200 % zugelegt hat. FTX hat erfolgreich einen Teil der Vermögenswerte veräußert und liquidiert; cash aus der Liquidation beläuft sich auf 14,5 bis 16,3 Milliarden US-Dollar und wird an die Gläubiger verteilt.
Details zu Anspruchsberechtigung und Vergütung
Die 118%-Regelung unterliegt weiterhin der gerichtlichen Überprüfung gemäß dem neuen Plan für Gläubiger mit Forderungen unter 50.000 US-Dollar. Dies dient der Begünstigung kleinerer Gläubiger, die durch das Insolvenzverfahren möglicherweise unverhältnismäßig stark betroffen waren. Der Plan sieht vor, dass diese Zahlungen innerhalb von 60 Tagen nach Inkrafttreten des Plans erfolgen, um eine schnelle Lösung für die Betroffenen zu gewährleisten.
FTX hat nach der Insolvenzanmeldung unter anderem aktiv versucht, Kapital zurückzugewinnen, beispielsweise durch den Verkauf mehrerer Beteiligungen. Ein bedeutender Schritt war die Liquidation von Aktien des KI-Unternehmens Anthropic , die einen wesentlichen Teil des Portfolios ausmachten. Diese Maßnahmen bildeten den Kern der Strategie von FTX, das benötigte Kapital für die vorgeschlagenen Rückzahlungen zu beschaffen.
Der Rückzahlungsplan von FTX zielt auf finanzielle Stabilität ab
Die jüngste Erklärung stellt zudem sicher, dass FTX nicht als Kryptowährungsbörse wiedereröffnet wird. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Sanierung und der Befriedigung der Gläubigerforderungen, was mit den umfangreichen Sanierungsbemühungen im Anlageportfolio übereinstimmt. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der Mission von FTX, den Gläubigern den entstandenen finanziellen Schaden auszugleichen und die verbleibenden Vermögenswerte zu sichern, um sie zu stabilisieren.
Der Vorschlag von FTX könnte als bedeutender Rückzahlungsversuch in der Geschichte insolventer Kryptowährungsbörsen bezeichnet werden. Sollte er angenommen werden, würde er ein Modell für digitale Finanzunternehmen schaffen, das in der Erholungsphase nach der Krise auf Wiedergutmachung und Verantwortung basiert und ihnen ein verantwortungsvolles Handeln ermöglicht.

