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Frankreich führt eine Steuer auf nicht realisierte Bitcoin Kapitalgewinne ein

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 2 Minuten
Bitcoin Symbol und Steuerschrift auf einem Bild der französischen Flagge
  • Frankreich will Bitcoin als „unproduktives Vermögen“ besteuern und ihn damit wie Luxusgüter wie Yachten und Privatjets behandeln.
  • In Frankreich sind Kryptogewinne über 305 € steuerpflichtig, und zwar mit einem einheitlichen Steuersatz von 30 % bzw. einem ermäßigten Steuersatz von 28,2 % für Geringverdiener.
  • Der Handel mit Kryptowährungen ist steuerfrei, der Verkauf Bitcoin gegen Euro oder der Kauf von Waren mit Bitcoin hingegen ist steuerpflichtig.

Frankreich hat beschlossen, sein Steuersystem grundlegend zu reformieren, und dieses Mal Bitcoin im Fokus. Die jüngste Verordnung zielt auf sogenanntes „unproduktives Vermögen“ ab – eine Kategorie, zu der Vermögenswerte wie Privatjets, Yachten, Luxusautos und nun auch Bitcoin.

Laut französischen Behörden handelt es sich dabei um Dinge, die kein direktes Einkommen generieren. Die Logik dahinter: Wenn etwas nicht zur Wirtschaft beiträgt oder cash erzeugt, sollte es höher besteuert werden. Analysten befürchten jedoch, dass dies Bitcoin Investoren hart treffen und Innovationen im Kryptobereich hemmen könnte.

Wie Frankreich Bitcoin heute besteuert

Frankreich ist mit der Besteuerung von Kryptowährungen bestens vertraut. Bereits 2019 führte das Land Regelungen zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte gemäß Artikel 150 VH bis des französischen Steuergesetzbuchs ein. Wer in Frankreich lebt und innerhalb eines Jahres mehr als 305 € Gewinn aus dem Verkauf Bitcoin oder anderen Kryptowährungen erzielt, muss Steuern zahlen.

Unter 305 €? Dann sind Sie aus dem Schneider – aber Sie müssen trotzdem jede einzelne Transaktion angeben.

So funktioniert es: In Frankreich gilt für Kryptogewinne ein einheitliches Steuersystem. Das bedeutet einen Gesamtsteuersatz von 30 %. Davon entfallen 12,8 % auf die Einkommensteuer und 17,2 % auf die Sozialversicherungsbeiträge. Klingt einfach, oder? Nicht ganz.

Frankreich führte 2023 eine progressive Steuerregelung ein. Ab dem Steuerjahr 2023 (Steuererklärung 2024) profitieren Steuerzahler in den niedrigsten Steuerklassen (mit einem Einkommen unter 27.478 €) von einer leichten Entlastung. Sie zahlen maximal 28,2 % statt der üblichen 30 %.

Es geht aber nicht nur darum, wie viel Sie bezahlen, sondern auch darum, was Sie melden müssen. Jedes Krypto-Konto, das Sie außerhalb Frankreichs besitzen, muss deklariert werden. Und seien wir ehrlich: Die meisten Krypto-Börsen haben ihren Sitz nicht gerade in Paris.

Die Meldepflicht besteht darin, das Formular Cerfa 3916-bis zusammen mit Ihrer jährlichen Steuererklärung auszufüllen. Versäumen Sie diesen Schritt, drohen Ihnen Strafen in Höhe von 750 € pro nicht deklariertem Konto bzw. 1.500 €, wenn der Kontostand 50.000 € übersteigt.

Der Teufel steckt im Detail

Hier wird die Sache noch komplizierter. Nicht alle Krypto-Transaktionen, wie beispielsweise Krypto-zu-Krypto-Börsen, sind in Frankreich steuerpflichtig. Diese Ausnahme mag wie eine Gesetzeslücke erscheinen, dient aber tatsächlich dazu, die Portfoliodiversifizierung zu fördern, ohne Anleger bei jeder Markttransaktion zu bestrafen.

Dennoch muss jede steuerpflichtige Transaktion sorgfältig erfasst und gemeldet werden. Die französischen Steuerbehörden können Aufzeichnungen bis zu drei Jahre lang prüfen – oder bis zu zehn Jahre, wenn sie Betrug oder nicht deklarierte Aktivitäten vermuten.

Einkünfte aus Staking, Kreditvergabe oder Masternodes sind steuerpflichtig und müssen angegeben werden. Dasselbe gilt für Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten wie NFTs oder der Teilnahme an Liquiditätspools.

Wer seine steuerpflichtigen Gewinne nicht angibt, muss mit Strafen in Höhe von 10 % bis 80 % des nicht angegebenen Betrags rechnen. Bei vorsätzlicher Steuerhinterziehung sind die Strafen noch höher. Es drohen Geldstrafen von bis zu 3 Millionen Euro und eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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