Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat ihre Maßnahmen zur Durchsetzung der Kryptowährungsgesetze deutlich zurückgefahren. In einem kürzlich veröffentlichten Tweet erklärte John Reed Stark, ein ehemaliger SEC-Mitarbeiter, dass die Abteilung für die Durchsetzung der Kryptogesetze der Behörde nun „tot und begraben“ sei.
Die Krypto-Abteilung der SEC ist nun inoffiziell tot und begraben
Laut LinkedIn heißt die „Crypto Assets and Cyber Unit“ der SEC jetzt „Cyber and Emerging Technologies Unit“. Es wird nicht lange dauern, bis die Website der SEC den neuen Namen trägt. Die Krypto-Durchsetzung der SEC ist damit Geschichte. pic.twitter.com/9JkywyZ30Q
— John Reed Stark (@JohnReedStark) 13. Februar 2025
Die SEC hat kürzlich die Bezeichnung der für Kryptowährungen zuständigen Durchsetzungseinheiten auf LinkedIn von „Krypto-Assets“ in „Neue Technologien“ geändert. Laut Stark wurde dieser Schritt vom amtierenden SEC-Vorsitzenden Mark Uyeda initiiert, um die Durchsetzung der Krypto-Vorschriften faktisch aufzulösen.
Stark äußerte zudem die Vermutung, dass die SEC ihre Aktivitäten im Bereich Kryptowährungen reduzieren werde. Er sagte, die Behörde könne einige der bereits anhängigen Verfahren zurückziehen oder einstellen. Die SEC hatte ihr Verfahren gegen Binance Anfang der Woche für zwei Monate ausgesetzt, was die Annahme nachlassender Durchsetzungsaktivitäten verstärkte.
Die SEC hat sich bisher nicht offiziell zur Umbenennung ihrer Krypto-Einsatzabteilung geäußert. Stark äußerte jedoch die Vermutung, dass die Website der Behörde diesbezüglich bald angepasst werde.
Er erklärte: „Es wird nicht lange dauern, bis die Website der SEC diesen neuen Namen widerspiegelt. Vielleicht wird die SEC den neuen Namen als eine Art halbherzigen Rebranding-Versuch einführen.“
Die SEC überdenkt ihre Strategie zur Kryptoregulierung
In einem kürzlich geführten Interview räumte Kommissarin Hester Peirce ein, dass die Behörde ihren Ansatz im Kryptobereich neu bewertet. Die SEC hat in der Vergangenheit häufig Durchsetzungsmaßnahmen eingesetzt, um in der Branche zu vermitteln, räumte aber ein, dass solche Maßnahmen in der Politikgestaltung unüblich sind. Sie betonte, dass Regeln und Strukturen notwendig seien, nicht aber eine auf Rechtsstreitigkeiten basierende Regulierung.
„In den vergangenen Jahren wurden Vollstreckungsverfahren genutzt, um regulatorische Richtlinien zu entwickeln; das ist sehr ungewöhnlich“, erklärte Peirce. „Wir versuchen, wieder zu einem Weg zurückzukehren, auf dem wir unsere anderen Instrumente zur Politikgestaltung einsetzen.“
Wie Stark berichtete, beantragte die SEC kürzlich eine sechzigtägige Aussetzung ihres laufenden Gerichtsverfahrens gegen Binance. Zur Begründung führte die Behörde an, die Krypto-Taskforce würde laufende Gerichtsverfahren beeinträchtigen. Die neue Ausrichtung der Behörde könnte sich auf ihr bisheriges Vorgehen im Rahmen der aktualisierten Durchsetzungsstrategie auswirken.
Neue Arbeitsgruppe und Überprüfung von Rechtsfällen
Peirce leitet derzeit die Krypto-Abteilung der SEC, die sich auf die Schaffung eines Rechtsrahmens für die Nutzung von Kryptowährungen konzentriert. Die Abteilung ist damit beauftragt, festzulegen, welche Kryptowährungen als Wertpapiere gelten und welche regulatorische Rolle die SEC in diesem Markt einnimmt. Die Behörde erwägt außerdem, rechtliche Schritte gegen führende Krypto-Unternehmen wie Binance , Ripple und Coinbase einzuleiten.
Peirce ließ offen, ob Fälle abgewiesen würden, sagte aber, dass jeder Fall individuell entschieden werde. „Es kommt auf die Fakten und Umstände an“, sagte sie. „Wir müssen jeden Fall und seine Erfolgsaussichten prüfen.“
In einigen Fällen kam es bereits zu Verzögerungen. Im Rechtsstreit der SEC gegen Lejilex beschlossen die beiden Parteien, die ursprünglich für den 20. Februar geplante mündliche Verhandlung zu verschieben, wodurch sich die Frist für eine Entscheidung auf mindestens den 11. April 2025 verlängert.
Die Unsicherheit bezüglich Kryptowährungen unter der Aufsicht der US-Börsenaufsicht SEC hat sich im Zuge anderer regulatorischer Maßnahmen unter Präsident Trump verändert. Nach seiner Amtseinführung erließ Präsident dent Trump eine Exekutivanordnung zur Einsetzung eines Gremiums, das die Regulierung von Kryptowährungen prüfen soll. Die Regierung erwägt außerdem die Einrichtung eines nationalen Krypto-Reservoirs, was die Entwicklung der Branche beeinflussen könnte.

