Die EU-Wettbewerbskommissarin kritisiert Facebooks Libra-Projekt und behauptet, es schaffe eine „separate Wirtschaft“
Facebooks Libra – der globale Prügelknabe
Seit der Ankündigung von Facebooks Libra hat das Projekt nur wenige Unterstützer. Es erscheint als Bedrohung für das globale Finanzwesen, und viele Nationen, darunter Deutschland, Frankreich und Japan, lehnen es ab. Auch die Aufsichtsbehörden sehen in dem Projekt eine Gefahr für die globale Finanzbranche.
Ist Facebook schuld?
Viele sind der Ansicht, dass ein Unternehmen wie Facebook keinen Zugriff mehr auf Nutzerdaten haben sollte. Die Vergangenheit des Unternehmens, insbesondere seine Verwicklung in den Cambridge-Analytica-Skandal, verleiht ihm wenig Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus wurde dem Unternehmen mehrfach vorgeworfen, Nutzerdaten gestohlen oder nicht ausreichend geschützt zu haben.
EU-Wettbewerbschef: Projekte wie Facebooks Libra werfen „viele, viele Fragen“ auf
In einem Interview mit dem dänischen Finanzverband Finansforbundet äußerte sich die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zu Libra. Vestager erklärte, dass die Einführung einer eigenen Währung durch ein Unternehmen „sehr viele Fragen“ aufwerfe.
Obwohl sie die Idee von Libra nicht gänzlich verwarf, erklärte Vestager, dass es sich bei dem Projekt noch um ein Konzept handle, das eine Risikobewertung erschwere. Vestager wolle das Projekt genau prüfen, um festzustellen, ob es eine Bedrohung für die Finanzstabilität darstelle. Die EU-Kommissarin hat eine Untersuchung zu Facebooks Libra eingeleitet.
Die größte Sorge im Zusammenhang mit Libra ist, dass das Projekt eine separate Online-Wirtschaft schaffen könnte, die sich kaum regulieren ließe. Sollte sich dies bewahrheiten, würde das Netzwerk für illegale Transaktionen missbraucht, was für die Regulierungsbehörden eine enorme Besorgnis darstellt.
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