Euro-Stablecoins legen seit Jahresbeginn um 156 Millionen Dollar zu, während das Dollarangebot unverändert bleibt

- Das Angebot an Euro-Stablecoins erreichte am 7. September 848,1 Mio. US-Dollar und stieg damit seit Januar um etwa 156 Mio. US-Dollar, während das Dollar-Segment von einer 350-mal größeren Basis aus um etwa 159 Mio. US-Dollar zulegte.
- Eine Tochtergesellschaft einer europäischen Bank hält 19,6 % des gesamten Angebots an Euro-Stablecoins.
- Ethereum absorbierte 125 Millionen US-Dollar des diesjährigen Wachstums und Solana weitere 30 Millionen US-Dollar.
Laut den neuesten Daten von Token Terminalerreichte das Angebot an auf Euro lautenden Stablecoins am 7. September 848,1 Millionen US-Dollar. Seit Jahresbeginn ist es um rund 22,6 % gestiegen, von 691,7 Millionen US-Dollar am 1. Januar. Auch wenn das prozentuale Wachstum an sich nicht besonders hoch ist, haben Euro-Stablecoins absolut gesehen in diesem Jahr bisher rund 156 Millionen US-Dollar hinzugewonnen.

Dollarbasierte Stablecoins legten im gleichen Zeitraum um rund 159 Millionen US-Dollar zu und stiegen von 298,54 Milliarden auf 298,699 Milliarden US-Dollar. Interessant ist hierbei, dass diese beiden Märkte zwar einen Größenunterschied von 350 aufweisen, aber dennoch in den letzten acht Monaten ein nahezu identisches Nettoneuangebot verzeichneten.
Trotz dieses Wachstums dominiert der Dollar den Sektor mit einem Marktanteil von 99,5 %, während Euro-Stablecoins mit 0,3 % an zweiter Stelle stehen.

Zwei Emittenten halten 82 % des Angebots an Euro-Stablecoins
Betrachtet man die Marktkapitalisierung der einzelnen Vermögenswerte im Euro-Stablecoin-Sektor, zeigt sich, dass die Aufteilung relativ gering ist. EURC hält einen Marktanteil von 62,6 %, während EURCV 19,6 % ausmacht. Das entspricht 82 % des Gesamtangebots, verteilt auf zwei Emittenten. EURI kommt auf 4,5 %, EURe auf 3,9 % und die verbleibenden 22 Vermögenswerte auf weniger als 6 %.
EURCV sollte man hier besonders im Auge behalten. Der Stablecoin wird von SG-Forge, der Digitaltochter der Société Générale, herausgegeben, die von der ACPR gemäß MiCA alstron-Geld-Institut zugelassen ist. Ein Fünftel des gesamten Euro-Stablecoin-Angebots befindet sich nun in den Händen einer lizenzierten europäischen Banktochter. Auf der Dollar-Seite gibt es nichts Vergleichbares; dort dominieren weiterhin Tether und Circle.
Ethereum hat fast das gesamte Wachstum für sich beansprucht
Ethereum führt hinsichtlich des Wachstums der Marktkapitalisierung nach Blockchains mit einem Anstieg von 125 Millionen US-Dollar seit dem 1. Januar. Der Wert der Ethereum-Blockchain stieg von 463,4 Millionen US-Dollar auf 588,7 Millionen US-Dollar. Ethereum hält nun einen dominanten Marktanteil von 69,4 % im Bereich der Euro-Stablecoins. Dahinter Ethereum Solana Solana einem Marktanteil von 14,7 %, dessen Wert von 94,9 Millionen US-Dollar auf 124,9 Millionen US-Dollar zulegte. Zusammengenommen ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 155 Millionen US-Dollar, was praktisch dem gesamten diesjährigen Wachstum entspricht.

Base entwickelte sich genau umgekehrt und fiel von 73,9 Millionen Dollar auf 58,7 Millionen Dollar. Gnosis legte um einige Millionen Dollar zu und erreichte 22,3 Millionen Dollar, während BNB Chain von 4,1 Millionen Dollar auf 10,4 Millionen Dollar kletterte.
Neue, konforme Emissionen landen dort, wo bereits institutionelle Liquidität vorhanden ist.
Die Dollarmenge hat sich seit Januar nicht verändert
Das Dollar-Segment eröffnete das Jahr bei knapp 298,5 Milliarden US-Dollar und liegt aktuell bei 298,7 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 0,05 %. Für einen Markt, der dank des GENIUS Act bis 2025 expandieren sollte, wirken acht Monate ohne Nettowachstum eher wie eine Expansion, die an ihre Grenzen stößt, als wie eine vorübergehende Verschnaufpause.
Das verändert die Bedeutung der Euro-Zahl. Das Wachstum findet innerhalb eines stagnierenden Marktes statt, was eher eine Verschiebung von Anteilen zwischen den Währungen als eine Ausweitung der Währungskategorie bedeutet.
Das Emissionsvolumen übersteigt die Nachfrage
MiCA eröffnete europäischen Banken und lizenzierten E-Geld-Instituten einen legalen Weg zur Token-Prägung, und diese nutzen die Gelegenheit. Was bisher fehlt, ist ein Anreiz, die Token in großem Umfang zu halten. Die Offshore-Nachfrage nach synthetischen Dollars ist enorm und hat den Dollar-Markt überhaupt erst entstehen lassen. Europäer halten bereits Euros, und Euro-Paare sind in DeFi -Kreditpools und als Sicherheiten für Personenschäden weiterhin nur in geringen Mengen vorhanden.
Solange diese Lücke besteht, wächst das Euro-Segment, weil die Emittenten es anbieten und nicht, weil die Nutzer danach fragen.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Anush Jafer
Anush ist Krypto-Analyst und Journalist mit vier Jahren Branchenerfahrung. Er berichtet über Stablecoins, On-Chain-Analysen, regulatorische Entwicklungen und makroökonomische Entwicklungen im Kryptobereich. Außerdem moderiert er die Live-Markt-Streams und Podcasts von Cryptopolitan.
















