EU entwirft Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Waren im Wert von 845 Milliarden Dollar

- Die EU arbeitet an Vergeltungsmaßnahmen, die US-Waren im Wert von 845 Milliarden Dollar betreffen könnten.
- dent Trump kündigte eine 30-prozentige Abgabe auf EU-Einnahmen ab dem 1. August an.
- Der EU-Vertreter Sefcovic argumentierte, dass sie ihre Wirtschaft schützen und Maßnahmen zur Neuausrichtung in Betracht ziehen müssten.
Die EU erstellt eine Liste möglicher Zölle, mit denen sie reagieren könnte, falls die Verhandlungen mit Washington scheitern.
Laut Quellen erwägt die Europäische Kommission Exportkontrollmaßnahmen für Waren im Wert von 845 Milliarden US-Dollar, was etwa 74 Milliarden Euro entspricht. Die Liste wurde den EU-Mitgliedstaaten jedoch noch nicht übermittelt.
Bislang sieht das Zollpaket vor Abgaben auf verschiedene Waren
Trump drohte damit, der EU eine 30-prozentige Abgabe aufzuerlegen
Seit April führen die USA und die EU Handelsgespräche. Trump hatte im April zunächst einen 20-prozentigen Zoll auf europäische Waren angekündigt. Später setzte er diese Maßnahme aus und senkte den Zollsatz auf 10 Prozent. Am Sonntag verkündete er jedoch einen neuen 30-prozentigen Zoll auf Waren der EU, der am 1. August in Kraft treten soll. Er begründete dies mit dem Wunsch, das Handelsdefizit von 235,6 Milliarden US-Dollar defider EU und den USA auszugleichen.
Die Ankündigung der neuen Abgabe führte jedoch dazu, dass französische und deutsche Staatsanleihen auf ein Niveau fielen, das zuletzt während der Eurokrise 2009–2011 erreicht worden war. Sie veranlasste Investoren außerdem, Bedenken hinsichtlich der Zukunft der transatlantischen Handelspartnerschaft im Wert von 1,7 Billionen US-Dollar zu äußern. Am Montag argumentierte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sogar, dass es mit den neuen Zöllen „nahezu unmöglich sei, den Handel in der gewohnten Form in den transatlantischen Beziehungen fortzusetzen“
Bevor die EU eine Einigung über den Erhalt der Zölle bei 10 % und über verschiedene Zollbefreiungen und -senkungen für wichtige Exportgüter wie Automobile erzielen konnte, haben die neu vorgeschlagenen Abgaben die Verhandlungen nur noch komplizierter gemacht.
Bislang hat der US-dent mindestens 20 weiteren Handelspartnern, darunter Kanada, Japan, Südkorea, Indonesien und Brasilien, mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Er warnte außerdem, er werde einen 50-prozentigen Zoll auf alle Kupferimporte erheben.
Sefcovic beharrt darauf, dass die EU-Wirtschaft geschützt werden müsse
Trump hatte einen 25-prozentigen Zoll auf europäischen Stahl, Aluminium und Autos erhoben, um die Abhängigkeit der USA von Metallimporten zu verringern und die heimische Produktion anzukurbeln. Brüssel verhängte daraufhin Vergeltungszölle auf US-Waren im Wert von 23,8 Milliarden US-Dollar und bezeichnete die amerikanischen Maßnahmen als „ungerechtfertigt und schädlich“. Im Zuge der Verhandlungen setzte die EU ihre Zölle jedoch später als Zeichen des guten Willens aus.
Im April hatte die Präsidentin der Europäischen KommissiondentUrsula von der Leyen, ein zollfreies Abkommen für Industriegüter wie Autos vorgeschlagen. Trump wies den Vorschlag jedoch als unzureichend zur Behebung des Handelsdefizits defi.
Zur jüngsten Runde der Zölle rief Ursula von der Leyen die EU-Mitgliedstaaten lediglich dazu auf, die Verhandlungen mit Washington fortzusetzen. Šefčovič hingegen erklärte, man bereite sich auf Vergeltungszölle vor, falls die Verhandlungen vor dem 1. August scheitern sollten. Er betonte, man müsse die EU-Wirtschaft schützen und sich auf die Neuausrichtung konzentrieren. Dennoch versicherte er, er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um ein „extrem negatives Szenario“ zu vermeiden
Brüssel plant, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen Zölle auf US-amerikanische Flugzeuge und Flugzeugteile im Wert von rund 11 Milliarden Euro (ca. 13 Milliarden US-Dollar) zu erheben. Die Zölle sollen sich auch auf Autos, Maschinen, Elektrogeräte, Chemikalien, Obst und Gemüse sowie alkoholische Getränke wie Bourbon und Rum erstrecken. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person gab an, die Kommission könnte Vergeltungsmaßnahmen gegen Produkte US-amerikanischer Technologieunternehmen verhängen. Die Liste der Zölle muss jedoch noch vom Handelsausschuss der Kommission genehmigt werden, bevor sie in Kraft treten kann.
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Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
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