Die ESMA-Vorsitzende Verena Ross hat sich als jüngste prominente Stimme für eine Regulierung des Kryptomarktes ausgesprochen, die Anleger besser schützen soll. In einem Interview vor einigen Tagen betonte Ross, die als oberste Führungskraft der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde fungiert, dass die Gesetzgeber ihre Bemühungen um eine Regulierung verstärken müssten. Laut Ross müsse die zuständige Behörde zunächst einen Entwurf erarbeiten, um die Umsetzung in ein Gesetz anschließend zu erleichtern.
Der ESMA-Chef wünscht sich einen europäischen Regulierungsrahmen
Laut den Interviewprotokollen erwähnte die ESMA-Spitzenbeamtin, dass die steigende Inflation Anlegern zunehmend schaden könnte. Sie geht davon aus, dass viele von ihnen deshalb nach dem nächsten vielversprechenden Kryptoprojekt suchen werden. Sie warnte jedoch davor, dass dies zu überdurchschnittlich hohen Risiken führen und mitunter Verluste zur Folge haben könnte.
Derzeit verfügt jedes EU-Mitgliedsland über spezifische Kryptogesetze. Ross sprach in ihrer Stellungnahme zu einem gemeinsamen Regulierungsrahmen auch über Kryptobörsen und betonte, dass die EU-Regulierungsbehörden einen gemeinsamen Ansatz für deren Regulierung finden müssten. Sie erklärte, die derzeit uneinheitlichen Gesetze in den verschiedenen Ländern hätten zu einem Ungleichgewicht zwischen den jeweiligen Regulierungsbehörden geführt.
Das MiCA-Gesetz wird derzeit überprüft.
Laut mehreren Berichten hat die Europäische Union den 2020 von MiCA initiierten Entwurf für eine Krypto-Regulierung im Visier. Diese Regulierung wird schon seit Längerem diskutiert, und Regulierungsbehörden haben in den letzten zwei Jahren seit ihrer Entstehung immer wieder mit dem Gedanken gespielt, sie zu übernehmen. Das Parlament prüft den Entwurf derzeit, um die vielversprechendsten Punkte zu identifizieren und die richtigen für die Umsetzung auszuwählen.
Die ESMA-Chefin erwähnte außerdem, dass sie erwartet, dass das Parlament die Überprüfungsphase innerhalb der nächsten zwei Jahre abschließen und die Verordnung in Kraft setzen wird. Neben der ESMA-Chefin fordert auch Christine Lagarde seit Längerem strengere Regeln in diesem Bereich. Sie äußerte sich kürzlich wertlos gegenüber Kryptowährungen, und ein anderes Ratsmitglied erklärte, die Gewinne in diesem Sektor seien nicht real. Auch die Zentralbanken des Kontinents äußerten Bedenken hinsichtlich der engen Verflechtung des traditionellen Finanzwesens mit dem Kryptosektor. Einem kürzlich veröffentlichten Bericht zufolge verloren Anleger mehr als 1,3 Billionen Euro, ohne dass ihre finanzielle Stabilität gefährdet war.

