EU-Versicherungsaufsicht schlägt 100%ige Kapitalbelastung auf Kryptobestände vor

- Die EIOPA schlug eine Regelung vor, die Versicherer dazu verpflichtet, Kapital in Höhe ihrer Kryptobestände vorzuhalten, um die Risiken für Versicherungsnehmer zu reduzieren.
- Diese Regelung würde strengere Kapitalanforderungen für Kryptowährungen vorsehen als für Aktien (39-49 %) oder Immobilien (25 %).
- Am stärksten betroffen wären die Versicherer in Luxemburg und Schweden, die 69 % bzw. 21 % der Krypto-bezogenen Engagements halten.
Die EU-Versicherungsaufsichtsbehörde hat eine weitreichende Regelung vorgeschlagen, die Versicherungsunternehmen verpflichtet, Kapital in Höhe des vollen Wertes ihrer Kryptowährungsbestände vorzuhalten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Risiken für Versicherungsnehmer zu reduzieren.
Der Vorschlag der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) vom 27. März, der in einem technischen Beratungsbericht an die Europäische Kommission dargelegt wurde, sieht deutlich strengere Anforderungen vor als für andere Anlageklassen wie Aktien und Immobilien, bei denen nicht einmal eine halbfertige Anlage vorgeschrieben ist.
„Die EIOPA hält eine Reduzierung der Standardformel um 100 %dent angesichts der inhärenten Risiken und der hohen Volatilität dieser Vermögenswerte für hieß in einer separaten Erklärung.
Die EIOPA erklärte, diese Regelung würde eine regulatorische Lücke zwischen der Kapitaladäquanzverordnung und der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) schließen, und merkte an, dass der Regulierungsrahmen der Europäischen Union für Versicherer derzeit keine spezifischen Bestimmungen zu Krypto-Assets enthält.
Die EIOPA drängt auf strengere Kapitalvorschriften, um der Kryptovolatilität entgegenzuwirken
Die Finanzaufsichtsbehörde der Europäischen Union legte der Kommission vier Optionen zur Anwendung von Kapitalanforderungen auf Krypto-Assets vor. Die erste Option bestand darin, die bestehenden Regeln beizubehalten.
Der zweite Vorschlag sah eine „Stressquote“ von 80 % für Krypto-Assets vor, der dritte hingegen eine strengere Quote von 100 %. Diese Stressquoten bestimmen, wie viel Kapital Versicherungsunternehmen vorhalten müssen, um zahlungsfähig zu bleiben.
Die vierte Option sah vor, die Kommission zu einem ganzheitlichen Ansatz zu bewegen, der „die Risiken tokenisierter Vermögenswerte als Ganzes bewertet“.
Laut EIOPA ist Option drei die geeignetste. „Eine Belastung von 80 % des Wertes der Krypto-Asset-Positionen erscheint nicht ausreichenddent“, wohingegen „eine Belastung von 100 % angemessener ist und mit einem der Ansätze zur Übergangsbehandlung von Krypto-Assets im Rahmen der CRR übereinstimmt“, so die EIOPA.
Strengere Kapitalvorschriften werden sich auf Krypto-Investitionen auswirken
Ein Stressniveau von 100 % geht davon aus, dass die Preise von Kryptowährungen auf null fallen könnten und dass Diversifizierung – die Risikostreuung auf verschiedene Vermögenswerte – dieses Risiko nicht mindern würde. EIOPA wies darauf hin, dass Bitcoin und Ether bereits um 82 % bzw. 91 % gefallen sind.
Die Erhebung einer 100-prozentigen Kapitalanforderung auf Krypto-Assets wäre ein deutlich strengerer Ansatz als bei traditionellen Anlageklassen. Zum Vergleich: Aktien unterliegen Kapitalanforderungen zwischen 39 % und 49 %, während für Immobilien eine Anforderung von 25 % gilt, wie in der Delegierten Verordnung (EU) 2015/35 der Kommission festgelegt.
Die Agentur stellte fest, dass eine Kapitalanforderung in voller Höhe für (Rück-)Versicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit Krypto-Vermögenswerten nicht „übermäßig belastend“ sein sollte und dass den Versicherungsnehmern keine wesentlichen Kosten entstehen würden.
„Die Kapitalanforderungen würden das Risiko von Krypto-Assets vollständig erfassen und sich positiv auf den Versicherungsschutz für die Versicherungsnehmer auswirken, falls es in Zukunft zu wesentlichen Risiken kommen sollte.“
Die EIOPA erkannte an, dass die (Rück-)Versicherungsunternehmen für Krypto-Assets lediglich 655 Millionen Euro ausmachen, was nur 0,0068 % aller Versicherungsunternehmen in Europa entspricht, und hielt ihre Gesamtwirkung für vernachlässigbar.
Es wurde jedoch betont, dass Krypto-Assets erhebliche Risiken bergen, bis hin zum potenziellen Totalverlust. Diese Besorgnis untermauert die Empfehlung der EIOPA für die dritte Option, die ein 100%iges Stressniveau für Krypto-Bestände vorsieht.
Die Versicherer in Luxemburg und Schweden sind am stärksten betroffen
Die am stärksten betroffenen (Rück-)Versicherungsunternehmen dürften jene in Luxemburg und Schweden sein, die laut einem von der EIOPA zitierten Bericht 69 % bzw. 21 % aller mit Krypto-Assets verbundenen Engagements ausmachen.
Zu den Ländern mit einem signifikanten Engagement in anderen Ländern zählen Irland (3,4 %), Dänemark (1,4 %) und Liechtenstein (1,2 %). Die EIOPA fügte hinzu, dass die meisten dieser Engagements über Anlageinstrumente wie börsengehandelte Fonds (ETFs) und sich hauptsächlich im Besitz von Inhabern fondsgebundener Lebensversicherungen befinden.
Die Behörde ist jedoch der Ansicht, dass eine breitere Akzeptanz von Krypto-Assets in Zukunft einen anderen Ansatz erfordern wird.
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Nellius Irene
Nellius hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und IT und verfügt über fünf Jahre Erfahrung in der Kryptowährungsbranche. Sie ist außerdem Absolventin des Bitcoin Dada-Programms. Nellius hat für führende Medien wie BanklessTimes, Cryptobasic und Riseup Media geschrieben.
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