Das japanische Nachrichtenportal Yomiuri Shimbun berichtete am Samstag, dass es für Politiker in Japan völlig legal sei, Kryptowährungsspenden zur Finanzierung von Wahlkämpfen zu verwenden, die Annahme anderer Spendenformen jedoch ungesetzlich sei.
Eine Kandidatur für ein politisches Amt in Japan ist alles andere als einfach, da sie erhebliche finanzielle Mittel für Marketing, Vertrieb, Büromiete und Kampagnenorganisation erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es Privatpersonen gemäß dem Gesetz zur Kontrolle der öffentlichen Finanzierung verboten ist, die Kampagne ihres bevorzugten Kandidaten zu unterstützen.
Kryptowährungsspenden in Japan erhalten grünes Licht
Kryptowährungen werden ihrem Namen weiterhin gerecht und eröffnen neue Möglichkeiten. Berichten zufolge sind Spenden in Kryptowährung an Politiker legal. Im Gegensatz dazu erlitten Fiatwährungen wie der japanische Yen, Aktien, Anleihen und andere marktgängige Wertpapiere einen schweren Rückschlag, da sie als verbotene Spendenformen eingestuft wurden.
Die geltenden Bestimmungen schreiben vor, dass politische Spenden in Form von Landeswährungen oder anderen gängigen Zahlungsmitteln von der empfangenden Person oder Organisation öffentlich gemeldet werden müssen. Kryptowährungen profitieren davon, dass die technischen Details ihrer Klassifizierung der Regulierung entgehen.
Demnach können einzelne Politiker laut dem japanischen Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation Wahlkampfspenden in Kryptowährung frei annehmen, ohne die Höhe oder Herkunft der Gelder offenlegen zu müssen.
Wenn die Technologie das Recht überholt
Während politische Kandidaten dies als positiven Aspekt sehen, hat es die Aufmerksamkeit mehrerer Rechtsexperten des Landes auf sich gezogen. Ein Universitätsprofessor für Rechtswissenschaften wurde mit den Worten zitiert, die geltenden Verfügungen würden mit den sich wandelnden Zeiten nicht mehr Schritt halten. Das bestehende Gesetz zur Kontrolle politischer Gelder, das die Wahlkampfauflagen regelt, müsse dringend überarbeitet werden, betonte er.
Darüber hinaus kommentierte ein Twitter-Nutzer den Nachrichtenartikel, indem er die aktuellen politischen Gesetze mit einem Anachronismus in Verbindung brachte. Im Anschluss an seinen Tweet äußerten viele Nutzer ihr Unverständnis und merkten an, dass die japanische Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) bei der Regulierung von Kryptowährungen im Land wenig erreicht habe. Ihrer Ansicht nach müsse eine Kryptowährung, sofern sie steuerpflichtig sei, vom Empfänger gemeldet werden.
この決定はとりあえず、時代錯誤の代表格だな笑
とりあえず越後屋を呼べ!! pic.twitter.com/ufqcE4Obdb– 仮想NISHI (@Nishi8maru) 5. Oktober 2019
Innovationen, die die Regulierung durch die Zentralregierung überholen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Und für diejenigen, die der Ansicht widersprechen, Kryptowährungen seien nicht anonym und datenschutzorientiert, dienen Japans Gesetze zu politischen Spenden als konkretes Beispiel für das Gegenteil. Das Konzept der Dezentralisierung und die damit verbundenen, rasant fortschreitenden Technologien werden jede zentralisierte Regulierung auch weiterhin überflügeln.
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