Als Teil einer möglichen Einigung in einer jahrelangen Untersuchung gegen die weltweit größte Kryptowährungsbörse fordert das US-Justizministerium mehr als 4 Milliarden Dollar von Binance Holdings Ltd.
Nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen verhandeln das US-Justizministerium und Binance über die Möglichkeit, dass der Gründer des Unternehmens, Changpeng Zhao, im Rahmen einer Vereinbarung zur Beilegung der Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche, Bankbetrug und Verstöße gegen Sanktionen in den Vereinigten Staaten strafrechtlich verfolgt wird.
CZ hält sich derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, mit denen es kein Auslieferungsabkommen mit den Vereinigten Staaten gibt. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, sich freiwillig den US-Behörden zu stellen.
Binance droht eine Strafe von 4 Milliarden Dollar
Die Abteilung für Geldwäsche und Vermögensabschöpfung der Strafverfolgungsbehörde leitet in Zusammenarbeit mit der Abteilung für nationale Sicherheit und der US-Staatsanwaltschaft in Seattle die Ermittlungen gegen Binance.
Laut der Quelle strebt Binance eine „Vereinbarung über die Aussetzung der Strafverfolgung“ an. Gemäß den Bedingungen dieser Vereinbarung wird das Justizministerium zwar eine Strafanzeige erstatten, das Unternehmen aber nicht strafrechtlich verfolgen, wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind.
Binance müsste zunächst eine Geldstrafe von 4 Milliarden US-Dollar zahlen. Zweitens müsste das Unternehmen ein detailliertes Dokument veröffentlichen, in dem es die Gesetzesverstöße einräumt. Drittens würde ein Überwachungsprozess eingerichtet, um die zukünftige Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften durch Binancesicherzustellen, und das Unternehmen wäre verpflichtet, diesem Verfahren zu folgen.
Viele in der Krypto-Community bezweifeln die Glaubwürdigkeit des Bloomberg-Berichts. CZ verklagte 2022 ein mit Bloomberg verbundenes Unternehmen wegen angeblicher Verbreitung von Falschnachrichten und warf ihm vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben.
Was die Krypto-Community dazu sagt
Obwohl die Strafe zu den höchsten zählt, die die US-Regierung jemals gegen ein Unternehmen verhängt hat, atmen Händler und Analysten angesichts der allgemeinen Marktentwicklung erleichtert auf. Es bleiben zwar noch Fragen offen, etwa welche Zugeständnisse die Regierung von Binance und dessen Geschäftsführer fordern wird, doch der Bericht zeigt, dass es für Binanceeinen Weg nach vorn gibt.
Diese Marktreaktion lässt darauf schließen, dass die Entscheidung des US-Justizministeriums kein systemisches Risiko für den gesamten Sektor darstellt.
Mike Novogratz, CEO von Galaxy und Investor sowie Verfechter von Kryptowährungen, äußerte sich optimistisch über die wahrscheinliche Einigung mit Binance. Seine Einschätzung unterstreicht das Potenzial dieser Einigung als Wendepunkt für die Kryptowährungsbranche, insbesondere im Hinblick auf die Rechtssicherheit.
Eine Einigung Binance mit den US-Regulierungsbehörden wäre extrem positiv! Ich bin mir nicht sicher, ob die Berichte stimmen, aber ich persönlich hoffe auf eine Einigung und darauf, dass die Branche vorankommt.
— Mike Novogratz (@novogratz) 20. November 2023
Eine solche Entscheidung könnte dringend benötigte regulatorische Klarheit schaffen und einendent dafür schaffen, wie andere Krypto-Unternehmen mit ähnlichen Problemen umgehen. Da regulatorische Unsicherheit ein erhebliches Hindernis für die breite Akzeptanz darstellt, ist diese Klärung entscheidend für die Stabilität und das Wachstum der Branche.
Novogratz' Äußerungen spiegeln die allgemeine Stimmung in der Kryptowährungs-Community wider. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Überwindung dieser rechtlichen Schwierigkeiten die Ängste und Unsicherheiten (FUD) rund um die Branche beseitigen könnte.
Ein Nutzer auf X kommentierte die Maßnahmen des US-Justizministeriums gegen die Börse sarkastisch: „Ist die SEC pleite? Sie haben Binance und heute Abend beschlossen, Kraken zu verklagen. Mann, Gary schützt uns ja so vehement. Tolles Timing, Gary. Wo warst du eigentlich, als du deinen Job hättest machen sollen? Du und Cramer solltet einen Hedgefonds gründen.“
Eine Frage bleibt offen: Sollten CZ und Binance sich mit dem US-Justizministerium einigen, wird dies die Rechtslage klären und die Zukunft der Börse sichern? Viele befürchten, dass sich die Ereignisse um Kraken Binance wiederholen könnten . Kraken zahlte Anfang des Jahres 30 Millionen US-Dollar, und die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen die Börse wegen weiterer mutmaßlicher Straftaten.
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