In einem andauernden Rechtsstreit zwischen der Kryptowährungsbörse Coinbase und der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC hat Coinbase die Auseinandersetzung verschärft und beim Gericht beantragt, die SEC zur Einleitung eines Regulierungsverfahrens für die Kryptoindustrie zu zwingen. Die Börse wirft der SEC vor, gegen das US-amerikanische Verwaltungsverfahrensgesetz (Administrative Procedures Act, APA) verstoßen zu haben, indem sie ihren Antrag auf Kryptoregulierung ohne ausreichende Begründung abgelehnt habe.
Coinbase focht die Ablehnung der SEC-Regelung an
Coinbases jüngster Schritt geht auf eine am 11. März beim Dritten Bundesberufungsgericht eingereichte Klageschrift zurück. Die Börse argumentiert, die Ablehnung ihres im Juli 2022 eingereichten Antrags durch die SEC sei unzureichend begründet. Laut Coinbase reiche die Begründung der SEC, die sich auf die Ansicht des Vorsitzenden Gary Gensler berief, die bestehenden Wertpapiergesetze seien für Kryptowährungen ausreichend, nicht aus. Coinbase fordert daher eine substanziellere Begründung für die Ablehnung der Regulierungsmaßnahme.
In ihrer 78-seitigen Stellungnahme argumentiert Coinbase, die Ablehnung durch die SEC sei „willkürlich und unberechtigt“ gewesen, da die Behörde nicht geklärt habe, wie bestehende Wertpapiergesetze auf Kryptowährungen anzuwenden seien, während sie gleichzeitig diese Gesetze durch Klagen gegen zahlreiche Krypto-Unternehmen durchsetze. Die Börse wirft der SEC vor, ihre Haltung zur Krypto-Regulierung abrupt geändert zu haben. Sie behauptet, die Behörde habe zunächst nur begrenzte Befugnisse im Bereich Kryptowährungen beansprucht, später aber ihre Regulierungsbefugnis für die Branche geltend gemacht.
Coinbase beharrt darauf, dass die SEC, sollte sie ihre Befugnisse im Bereich digitaler Vermögenswerte ausweiten wollen, dies in einem transparenten Regelsetzungsverfahren tun muss, das es der Öffentlichkeit ermöglicht, die Position der Behörde zu verstehen und zu hinterfragen. Die Börse argumentiert, dass jede Entscheidung der SEC zur Ausweitung ihres regulatorischen Einflussbereichs ohne Zustimmung des Kongresses durch ein vorausschauendes Regelsetzungsverfahren getroffen werden muss.
Rechtliche Manöver inmitten laufender Rechtsstreitigkeiten
Wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass Coinbases Berufung gegen die Weigerung der SEC, sich an der Regelsetzung zu beteiligen, unabhängig ist von der Klage der SEC vom Juni 2023, in der Coinbase vorgeworfen wurde, als nicht lizenzierte Börse zu agieren und nicht registrierte Wertpapiere anzubieten.
Im Januar Coinbase und die SEC mündlich ihre Argumente zum Antrag der Börse auf Abweisung der Klage vor. Coinbase betonte in beiden Fällen, dass die SEC ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses keine Befugnisse über Kryptobörsen habe.

