Die Aktie von Cipher Mining stieg im frühen Handel um über 19 %, nachdem der Bitcoin Miner einen Leasingvertrag über 5,5 Milliarden Dollar mit Amazon Web Services (AWS) bekannt gegeben hatte. Damit setzte er die Rallye fort, die das an der Nasdaq notierte Unternehmen zu einem der größten Profiteure des wachsenden Interesses der Wall Street an KI-bezogenen Anlagen gemacht hat.
Der Deal, der Cipher Minings Neuausrichtung auf Hochleistungsrechnen und künstliche Intelligenz-Infrastruktur belohnt, ist ein 15-jähriger Mietvertrag und sieht vor, dass das Unternehmen AWS Rechenzentrumsfläche und Stromkapazität für seine KI-Workloads zur Verfügung stellt.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Cipher ab Juli 2026 eine Kapazität von 300 Megawatt sowie eine luft- und flüssigkeitsgekühlte Infrastruktur bereitstellen, wobei die Leasingzahlungen im August desselben Jahres beginnen.
Die Ankündigung erfolgte zeitgleich mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals von Cipher und ergänzt zudem eine wachsende Liste wichtiger Partnerschaften, wie beispielsweise die Hosting-Vereinbarungen mit Fluidstack und Google, wodurch sich die gesamten KI-bezogenen Leasingverpflichtungen von Cipher auf rund 8,5 Milliarden US-Dollar belaufen.

Von Kryptominen bis hin zu KI-Engines
Da das energieintensive Bitcoin Mining aufgrund volatiler Tokenpreise und steigender Stromkosten unter Druck gerät, verlagern Unternehmen wie Cipher ihre Ressourcen hin zu langfristigen Hosting-Einnahmen.
Tyler Page, der Geschäftsführer von Cipher, erklärte Berichten zufolge, dass die jüngste Partnerschaft ihre These bestätige, „dass Tier-1-Hyperscaler sich Cipher zuwenden würden“
Das Unternehmen stellte außerdem Pläne für ein neues 1-Gigawatt-Kraftwerksprojekt in Westtexas vor, genannt Colchis. Das 251 Hektar große Gelände grenzt an ein bestehendes Umspannwerk. Cipher gab bekannt, den Großteil der Anteile an dem Projekt zu halten. Das Kraftwerk wird direkt an das Stromnetz von American Electric Power angeschlossen und soll voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen.
Das Projekt in Colchis und die Vereinbarung mit AWS erhöhen die gesamte Entwicklungspipeline von Cipher auf 3,2 Gigawatt Kapazität.
Investoren belohnen Ciphers Kurswechsel
Cipher meldete für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 3 Millionen Dollar, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von 86 Millionen Dollar im Vorjahr darstellt.
tron cash und die langfristigetracdes Unternehmens reichten aus, um Investoren zu überzeugen und den Aktienkurs zu steigern. Allein der AWS-Leasingvertrag, so Analysten, könne in den nächsten anderthalb Jahrzehnten stabile Einnahmen generieren und biete damit eine bessere Planbarkeit als die zyklischen und sinkenden Einnahmen aus dem Krypto-Mining.
Cipher ist nicht der einzige Akteur, der am Montag von der Kursrallye profitierte. Auch der Miner IREN gab am selben Tag einen Hardware-Liefervertrag im Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar mit Microsoft für KI-Cloud-Dienste bekannt. Dies führte zu einem Kursanstieg der IREN-Aktie um über 20 %.
Auf den Boom der KI-Infrastruktur setzen
Die Partnerschaft mit AWS positioniert Cipher als wichtigen Akteur bei der Erfüllung der Energie- und Rechenzentrumsanforderungen der künstlichen Intelligenz, wo Kapazitätsengpässe zu einem Engpass für die globale Expansion geworden sind.
Technologiegiganten wie Amazon, Google und Microsoft haben sich allesamt an externe Infrastrukturanbieter gewandt, um skalierbare, energieeffiziente Standorte zu sichern, die in der Lage sind, KI-Workloads auszuführen.
Durch die Nutzung bestehendertracund der Erfahrung im Betrieb von Hochleistungsumgebungen will Cipher einen Teil dieser Nachfrage decken. Das AWS-Projekt wird erst 2026 Umsätze generieren, und Großprojekte wie Colchis sind mit erheblichen Bau- und Finanzierungsherausforderungen verbunden.

