Die Aktienkurse in Festlandchina stiegen am 30. September um weitere 4 % und verzeichneten damit in den letzten fünf Tagen einen Anstieg von 16 %. Der Börsenboom setzte ein, nachdem die Chinesische Volksbank (PBOC) neue geldpolitische Lockerungsmaßnahmen angekündigt hatte, die Liquidität in Höhe von über 140 Milliarden US-Dollar freisetzten.
Der chinesische Aktienmarkt legte in den letzten fünf Tagen um beachtliche 16 % zu, nachdem er zuvor bereits um 4 % gestiegen war. Die Aktien des Landes verzeichneten damit den größten Tagesgewinn seit 16 Jahren. Angeführt wurde das Feld von den heimischen A-Aktien, die mit dem höchsten jemals erreichten Umsatz im Zuge der durch politische Maßnahmen ausgelösten Anlegereuphorie den größten Zuwachs erzielten.
Politische Änderungen stärken das Vertrauen der Anleger in den chinesischen Aktienmarkt
Die chinesischen Aktienmärkte reagierten umgehend auf die von der Chinesischen Volksbank (PBOC) angekündigten neuen geldpolitischen Änderungen. Diese Maßnahmen stellen das bisher aggressivste Konjunkturprogramm in China seit Beginn der Pandemie 2020 dar. PBOC-Gouverneur Pan Gongsheng gab eine seltene Erklärung ab, in der er mehrere Änderungen zur Stärkung des Anlegervertrauens ankündigte.
Die PBOC gab in ihrer geldpolitischen Überprüfung bekannt, dass die Zentralbank den Mindestreservesatz für Banken um 50 Basispunkte senken wird. Der Gouverneur der Zentralbank kündigte außerdem an, dass der Zinssatz für siebentägige Reverse-Purchase-Geschäfte von 1,7 % auf 1,5 % reduziert wird.
Pan Gongsheng gab an, dass der Leitzins um 0,2 bis 0,25 Prozentpunkte sinken werde. Er erwähnte jedoch nicht, wann die Änderung des Rückkaufzinssatzes für sieben Tage in Kraft treten soll. Auch ließ er offen, ob es sich bei dem zu revidierenden Leitzins um den ein- oder fünfjährigen Leitzins handelt. Der fünfjährige Leitzins liegt aktuell bei 3,85 %, der einjährige bei 3,35 %.
Weitere politische Änderungen folgten und befeuerten die wachsende Bewegung zusätzlich. Am Sonntag kündigte die chinesische Zentralbank eine Senkung der Hypothekenzinsen für bestehende Wohnungsbaudarlehen an. Die Maßnahme soll noch vor dem 31. Oktober umgesetzt werden.
Die chinesische Stadt Guangzhou hebt die Beschränkungen für den Hauskauf auf
Laut einem lokalen chinesischen Nachrichtenportal kündigte die Stadt Guangzhou am selben Tag die Aufhebung aller Beschränkungen für den Kauf von Wohnimmobilien an, während Shanghai und Shenzhen ihre Kaufbeschränkungen lockerten. Die Reformen beflügelten am Montag die Aktienkurse von Immobilienunternehmen.
An der chinesischen Hauptinsel notierte Immobilienaktien legten um 8,2 % zu, der Hang Seng Mainland Properties Index stieg um 6,4 %. Langfristige Fonds im Wert von 1 Billion Yuan setzten zudem Liquidität in Höhe von rund 142 Milliarden US-Dollar frei, von denen ein Teil in den chinesischen Aktienmarkt fließen könnte.
BREAKING: Chinas Aktienmarkt legte heute um weitere 4 % zu und verzeichnete damit in den letzten 5 Tagen nach der Ankündigung der Konjunkturmaßnahmen einen Gesamtgewinn von 16 %.
Es fühlt sich an wie 2020, nur noch schlimmer. pic.twitter.com/S93I5DWwOG
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) 30. September 2024
Der chinesische CSI 300 verzeichnete am 24. September eine herausragende Performance der letzten vier Jahre: Er stieg um 4,33 % und schloss bei 3351,9 Punkten. Seit seinem Tiefstand im Februar hat der Index um fast 30 % zugelegt. Ein Großteil dieser Gewinne wurde in den letzten Wochen, innerhalb weniger Handelstage seit letzter Woche, erzielt. Laut einem Beitrag von Kobeissi Letter vom 30. September liegt der Index heute 4 % im Plus.
Der Hang-Seng-Index in Hongkong legte am Montag um 2,4 % zu, in den letzten fünf Tagen um 15,82 % und im Vormonat um 17,48 %. Seit Jahresbeginn stieg der Index um rund 24 % und übertraf damit Taiwan als leistungsstärksten Aktienmarkt Asiens.

