NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT
WÖCHENTLICH
BLEIBEN SIE AN DER SPITZE

Die besten Krypto-Einblicke direkt in Ihren Posteingang.

China versucht mit einem selbst entwickelten KI-Datensatz, Europas Wetterdaten zu übertreffen

VonNellius IreneNellius Irene
3 Minuten Lesezeit
  • China verstärkt seine Bemühungen, den europäischen ERA5-Wetterdatensatz durch eine einheimische Alternative zu ersetzen, die für KI-gestützte Wettervorhersagen entwickelt wurde.
  • Die Behörden betrachten die Abhängigkeit von ausländischen Wetterdaten als ein nationales Sicherheits- und Technologierisiko.
  • Europas ERA5 bleibt der globale Maßstab und wird in KI-Modellen, Katastrophenplanung und Versicherungen weit verbreitet eingesetzt.

China verstärkt seine Bemühungen, sich von europäischen Wetterdaten unabhängig zu machen, um eine führende Rolle in der globalen Meteorologie und Klimaforschung einzunehmen. Offizielle Stellen fördern einen eigenen Datensatz, der für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz konzipiert ist – Teil von Pekings umfassenden Bestrebungen, Daten zu sichern und technologische Unabhängigkeit zu erlangen.

Der europäische ERA5-Datensatz gilt weltweit als Standard für Klima- und Wetterdaten und liefert Messwerte von Variablen wie Niederschlag, Temperatur und Wind über einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren. Er bildet zudem die Grundlage für KI-gestützte Wettervorhersagen; zahlreiche hochmoderne Modelle, darunter auch solche, die in China von Unternehmen wie Huawei entwickelt wurden, basieren auf seinen Daten.

Je nach ausländischem System können Projekte jedoch mit Chinas nationaler Strategie in Konflikt geraten. Für chinesische Entscheidungsträger werden meteorologische Daten zunehmend als strategische Infrastruktur und nicht mehr nur als wissenschaftliche Grundlage betrachtet. Diese Sichtweise gewinnt an Dringlichkeit, da KI-Modelle immer größere und detailliertere Datensätze benötigen.

„Wettervorhersage ist nationale Sicherheit“, sagte Andreas Prein, Professor an der ETH Zürich und Experte für Wetter- und Klimamodellierung. „Wer sich ausschließlich auf externe Datenquellen verlässt, macht sich angreifbar.“

China treibt die Entwicklung eigener Daten voran, um KI-Prognosen zu verbessern

ERA5 basiert auf Klimareanalysen, einer hochentwickelten Methode, die Millionen globaler Beobachtungen zu einem konsistenten Bild des vergangenen Wetters zusammenführt. Der vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) erstellte Datensatz wird kontinuierlich aktualisiert und von Regierungen, Versicherern und Forschern weltweit intensiv genutzt.

Öffentliche Einrichtungen nutzen ERA5, um Risiken durch Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände zu mindern, und Versicherer verwenden es zur Modellierung von Katastrophenrisiken. Die Europäische Union schätzt, dass der Datensatz jährlich Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar ermöglicht und damit seine zentrale Rolle in der öffentlichen Politikgestaltung und auf den privaten Märkten unterstreicht.

China betrachtet diese Dominanz nun als strategische Schwäche. Bereits Monate zuvor hatte die Nationale Datenverwaltung erklärt, es sei Pekings Ziel, die übermäßige Abhängigkeit Chinas von europäischen und amerikanischen Reanalyseprodukten zu verringern. Gleichzeitig veröffentlichte die Chinesische Meteorologische Verwaltung am 5. Juni einen neuen globalen Datensatz (CMA-RA V1) für diesen Zeitraum und stellte ihn weltweit zum Download bereit.

Die Behörde hatte zuvor mitgeteilt, dass einige chinesische KI-Wettermodelle nun mit den neuen Daten trainiert würden. Offizielle Stellen beschrieben die Veröffentlichung zudem als Teil umfassenderer Bemühungen zur Verbreitung „hochwertiger Daten“ – Informationen, die Innovationen fördern können – und zur Stärkung der nationalen Kapazitäten.

Globale Forscher prüfen Chinas erneute Analyse angesichts wachsender Alternativen

Forscher und Unternehmen untersuchen bereits, wie der chinesische Datensatz in der Praxis funktioniert. Hui Su, Professorin an der Hong Kong University of Science and Technology, nutzt die Daten in ihrem Startup Stellerus, um KI-Modelle auf regionaler Ebene zu trainieren und traditionelle numerische Prognosen zu evaluieren.

Ein großer Vorteil, so Su, ist die höhere räumliche und zeitliche Auflösung des Datensatzes. Das im Vergleich zu ERA5 kleinere Raster ermöglicht es dem System, höher aufgelöste Daten zu erzeugen, die sowohl für das Training von KI-Modellen als auch für regionale Untersuchungen nützlich sind. Dieser Aspekt ist insbesondere für lokale Vorhersagestudien sehr hilfreich.

Über die Prognose hinaus könnten leichter verfügbare chinesische Reanalysedaten globale Märkte für die Absicherung von Wetterrisiken eröffnen. In den USA und Europa, wo umfangreiche Daten Finanzprodukte im Zusammenhang mit Klima- und Wetterextremen unterstützen, sind solche Märkte deutlich weiter entwickelt; anderswo befinden sie sich noch im Aufbau.

David Whitehead, Leiter des Wetterrisikomanagements beim finnischen Unternehmen Vaisala, erklärte, dass ein besserer Zugang zu chinesischen Wetterdaten wahrscheinlich großes Interesse bei vielen Unternehmen auf den internationalen Märktentracwürde. Er fügte hinzu, dass das Unternehmen bereits begonnen habe zu analysieren, wie die chinesischen Daten als Grundlage für Finanzabsicherungsprodukte dienen könnten.

Chinas Wetterbehörde gibt an, dass ihre Reanalyse genauere Windgeschwindigkeiten in 100 Metern Höhe über dem Boden liefert, die für den weltgrößten Windenergiemarkt. Experten warnen jedoch, dass die Daten kurzfristig die ERA5-Daten voraussichtlich nicht ersetzen werden.

Überlassen Sie das Beste immer noch der Bank? Sehen Sie sich unser kostenloses Video zum Thema „ Ihre eigene Bank sein“.

Diesen Artikel teilen
MEHR … NACHRICHTEN
DEEP CRYPTO
CRASH-KURS