Chinesischer Automobilkonzern leitet Untersuchung wegen US-Handelsdiskriminierung bei Chips ein

- Chinas führender Automobilkonzern hat am 13. Oktober eine Untersuchung wegen Diskriminierung im US-Chiphandel eingeleitet.
- China hat Nvidias RTX Pro 6000D-Chip verboten, da die Spannungen um KI-Hardware eskalierten.
- Huawei, Baidu und Alibaba setzen zwar verstärkt auf heimische Chips, sind aber weiterhin auf Nvidia angewiesen.
Der chinesische Automobilherstellerverband hat am Freitag eine umfassende Untersuchung der seiner Ansicht nach diskriminierenden US-Handelspolitik eingeleitet, die auf die Chipversorgung im chinesischen Automobilsektor abzielt, wie aus einer offiziellen Erklärung hervorgeht, die Cryptopolitanvorliegt.
Die Automobilhersteller werden aufgefordert, ab dem 13. Oktober ihr offizielles Feedback einzureichen. Dies markiert eine neue Front im Chip-Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten.
Die Untersuchung erfolgt unmittelbar nachdem das chinesische Handelsministerium am 13. September seine eigene Untersuchung zu US-amerikanischen Chip-Dumpingpraktiken und Handelsbenachteiligung eingeleitet hat, und zwar kurz vor Beginn neuer Handelsgespräche zwischen den beiden Seiten in Spanien.
Der Schritt des Automobilkonzerns wird als Teil einer umfassenderen, von der Regierung gelenkten Initiative zur Bewertung der durch US-Technologiebeschränkungen verursachten Schäden gesehen. Er erfolgt zudem vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Washington und Peking hinsichtlich Nvidia-Chips, der Vorherrschaft im Bereich der künstlichen Intelligenz und des Zugangs zu fortschrittlicher Computerhardware.
Nur wenige Tage vor der Ankündigung des Automobilkonzerns griff der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, scharf an China in der CNBC-Sendung Squawk Box, bezeichnete das Land als „Gegner“ und warf ihm vor, amerikanisches geistiges Eigentum zu stehlen.
„Sie stehlen unser geistiges Eigentum“, sagte Mike. „Sie missachten das US-Markenrecht und alle anderen Bestimmungen, die für faire Handelsabkommen sorgen. Die USA tragen keine Schuld an diesen angespannten Beziehungen.“
China stoppt den Verkauf von Nvidia-Chips, während die Behörden den Druck erhöhen
Stunden bevor Mikes Kommentare ausgestrahlt wurden, soll die Cyberspace Administration Chinas inländischen Technologieunternehmen befohlen haben, den Kauf von Nvidias RTX Pro 6000D, einem speziell für das Land entwickelten GPU-Modell, einzustellen.
Die Financial Times berichtete über diese Neuigkeit und berief sich dabei auf mit der Entscheidung vertraute Personen. Nvidia-CEO Jensen Huang reagierte am selben Tag bei einer Veranstaltung in London mit einer zurückhaltenden Stellungnahme gegenüber Journalisten.
„Wir können einem Markt nur dann dienen, wenn ein Land das wünscht“, sagte Jensen. „Ich bin enttäuscht von dem, was ich sehe, aber es gibt größere Angelegenheiten, die zwischen China und den Vereinigten Staaten geklärt werden müssen.“
Das Gesamtbild zeigt, dass Chinas lokales KI-Ökosystem bestrebt ist, die Lücke zu schließen. Am Donnerstag stellte Huawei eine neue KI-Recheninfrastruktur vor, die auf der eigenen Ascend-Chip-Reihe basiert und laut Cryptopolitan wird.
Das US-amerikanische Technologie-Forschungsunternehmen SemiAnalysis stellte bereits im April fest, dass Huaweis CloudMatrix-System die KI-Rechenplattform von Nvidia in mehreren Leistungskennzahlen übertraf, obwohl jeder Ascend-Prozessor nur ein Drittel der Leistung der Nvidia-Chips bot. Huawei kompensierte dies durch die Vernetzung von fünfmal so vielen Chips.
Gleichzeitig signalisieren neuere Anbieter wie DeepSeek ihre Unterstützung für heimische Hardware. Das KI-Start-up gab bekannt, dass sein neuestes Modell mit Chinas KI-Chips der „nächsten Generation“ kompatibel sein wird.
Und nicht nur kleine Unternehmen stellen um. Auch Alibaba und Baidu nutzen mittlerweile eigene, intern entwickelte Prozessoren für einen Teil ihrer KI-Modelltrainings – wodurch ihre Abhängigkeit von Nvidia zwar reduziert, aber nicht vollständig beseitigt wird.
Analysten sagen, China nutze den Chipmarkt als Handelshebel
Handelsexperten vermuten mittlerweile, dass die gesamte Maßnahme – vom Nvidia-Chip-Verbot bis hin zur Untersuchung der Automobilchips – Teil einer umfassenderen Verhandlungstaktik sein könnte. AJ Kourabi, Technologieanalyst bei SemiAnalysis, erklärte, die Strategie scheine ein Versuch zu sein, in den laufenden Zollverhandlungen zwischen den USA und China Druck auszuüben.
„Dieser Schritt dürfte Teil einer Verhandlungstaktik im Rahmen umfassenderer Gespräche über weitere Themen, darunter Zölle, sein“, sagte AJ. „China versucht zweifellos, die Silizium-Selbstverwaltung zu fördern und zu etablieren und gleichzeitig den bestmöglichen Chip zu erhalten.“
Ironischerweise geht Peking zwar hart gegen US-Chips vor, doch Washington signalisiert nun das Gegenteil. Die Biden-Regierung – die sich einst vehement dafür einsetzte, China den Zugang zu fortschrittlichen US-Prozessoren zu verwehren – erwägt Berichten zufolge nun die Genehmigung für den Export von Nvidia-Chips, die leistungsstärker sind als das aktuelle H2O-Modell.
Dies ist einematic Kehrtwende. Unter Donald Trump, der nun wieder im Weißen Haus sitzt, verschärften die USA die Exportkontrollen für Chips massiv, um Chinas Zugang zu KI-Rechenleistung und Hardware für Krypto-Mining einzuschränken. Diese Entwicklung setzte sich in den ersten Jahren unter Biden fort. Nun scheint das Weiße Haus diese Politik zurückzurudern.
Wenn Sie das hier lesen, sind Sie schon einen Schritt voraus. Bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.
CRASH-KURS
- Mit welchen Kryptowährungen kann man Geld verdienen?
- Wie Sie Ihre Sicherheit mit einer digitalen Geldbörse erhöhen können (und welche sich tatsächlich lohnen)
- Wenig bekannte Anlagestrategien, die Profis anwenden
- Wie man mit dem Investieren in Kryptowährungen beginnt (welche Börsen man nutzen sollte, welche Kryptowährung am besten zum Kauf geeignet ist usw.)















