Kalifornien, Heimat eines Großteils der US-amerikanischen Blockchain-Unternehmen, ist dem Beispiel New Yorks gefolgt und hat ein Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen unterzeichnet, das oft mit der umstrittenen BitLicense verglichen wird. Das Gesetz über digitale Finanzanlagen, das letzte Woche von Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet wurde, soll im Juli 2025 in Kraft treten und einen soliden Regulierungsrahmen für die Kryptoindustrie des Bundesstaates schaffen. Das Gesetz hat in der Branche gemischte Reaktionen hervorgerufen.
Der Gouverneur von Kalifornien unterzeichnet ein neues Kryptogesetz
Die Regelung erinnert an die Reaktionen auf New Yorks BitLicense im Jahr 2015, die auf erheblichen Widerstand stieß. Große Krypto-Unternehmen wie Kraken, Bitfinex undBitcoinzogen sich aus dem Bundesstaat zurück, und selbst Coinbase kritisierte den Gesetzentwurf wegen der Duplikation bundesstaatlicher Anti-Geldwäsche-Vorschriften. Es bleibt abzuwarten, ob die kalifornische Version der BitLicense anders abschneiden wird. Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, äußerte sich vorsichtig optimistisch und erklärte, er sei vom Fortschritt des Gesetzentwurfs „ermutigt“.
Dennoch bestehen Bedenken aufgrund der unklaren Formulierung des Gesetzentwurfs, insbesondere da ein Viertel der Blockchain-Unternehmen des Landes in Kalifornien ansässig ist. In seiner jetzigen Form würde der Gesetzentwurf Einzelpersonen faktisch die Ausübung von Geschäftstätigkeiten mit digitalen Finanzanlagen untersagen, sofern sie nicht bestimmte Kriterien erfüllen und vom kalifornischen Ministerium für Finanzschutz und Innovation lizenziert sind. Experten weisen darauf hin, dass die aktuelle Formulierung des Gesetzentwurfs nicht eindeutig ist und befürchten, dass dadurch unbeabsichtigt auch branchenfremde Aktivitäten eingeschränkt werden könnten.
Peter Herzog, stellvertretender Leiter der Abteilung für Regierungsangelegenheiten beim Crypto Council for Innovation, wies auf die mögliche Lizenzpflicht für dezentrale Systeme hin, allein aufgrund der Notfall-Pausenfunktion ihrer Smarttrac. Zudem herrscht Unsicherheit darüber, ob Non-Fungible Tokens (NFTs) in die Regulierung einbezogen werden und wie es mit Stablecoins weitergeht, die nicht an Fiatwährungen gebunden sind. Gouverneur Gavin Newsom, der zuvor ein Blockchain-Gesetz mit einem ähnlichen Vorschlag per Veto abgelehnt hatte, betonte angesichts dieser Bedenken, dass der Gesetzentwurf aufgrund seiner Unklarheiten weiterer Überarbeitung bedürfe.
Branchenreaktion und der weitere Weg für Kryptowährungen im Bundesstaat
Paul Grewal, Chief Legal Officer von Coinbase, äußerte sich besorgt über diese Unklarheiten, begrüßte aber gleichzeitig Newsoms Stellungnahme zu dem Thema. Trotz dieser Unsicherheiten bestätigte Coinbase gegenüber Decrypt per E-Mail, dass das Unternehmen keine Pläne hat, den Bundesstaat zu verlassen. Kraken, eine in San Francisco ansässige Kryptobörse , verfolgt im Vergleich zu ihrer Reaktion auf die BitLicense in New York einen besonneneren Ansatz. Kraken bekräftigte sein Engagement für die Zusammenarbeit mit den kalifornischen Gesetzgebern und dem Department of Financial Protection and Innovation, um die Fortführung hochwertiger Dienstleistungen für seine kalifornischen Kunden zu gewährleisten.
Consensys, ein Blockchain- und Softwareunternehmen mit starker Präsenz in Kalifornien, verfolgt den Gesetzentwurf ebenfalls aufmerksam. Bill Hughes, Senior Counsel und Leiter der Abteilung für globale Regulierungsangelegenheiten bei Consensys, räumte ein, dass Finanzgesetze oft unklar formuliert sind. Er betonte, wie wichtig es sei, dass sich Branchenteilnehmer mit der Regulierungsbehörde austauschen, um die Gesetzgebung mitzugestalten, und hob die Notwendigkeit von Klarheit und eines besseren Verständnisses der Branchenrisiken . Peter Herzog vom Crypto Council ergänzte, dass zwar noch Nachbesserungen am Gesetz nötig seien, man aber Gouverneur Newsoms Anerkennung der Notwendigkeit begrüße, den Anwendungsbereich des Gesetzes einzugrenzen und durch weitere Gesetze mehr Klarheit für künftige Lizenznehmer zu schaffen.
Das kalifornische Gesetz über digitale Finanzanlagen, vergleichbar mit der BitLicense in New York, hat in der Kryptowährungsbranche sowohl Hoffnung als auch Besorgnis ausgelöst. Die vage Formulierung des Gesetzesentwurfs und seine potenziellen Auswirkungen auf das florierende Krypto-Ökosystem geben Anlass zur Sorge. Branchenführer stehen jedoch im Dialog mit den Regulierungsbehörden, um sicherzustellen, dass der Gesetzesentwurf sinnvoll gestaltet wird und Innovationen nicht unbeabsichtigt behindert. Die Folgen des kalifornischen Vorstoßes in die Kryptowährungsregulierung dürften weitreichende Konsequenzen für die gesamte Branche haben.

