BYD strauchelt erneut und verzeichnet nach Angaben des chinesischen Elektroautoherstellers vom Montag den dritten monatlichen Umsatzrückgang in Folge, nachdem im November 480.186 Fahrzeuge ausgeliefert wurden.
Dieser Rückgang um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, genau dann, wenn Käufer in China normalerweise in Eile sind, um Verträge abzuschließen, bevor die vollständige Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben am 31. Dezember ausläuft.
Die Verlangsamung hängt mit dem sinkenden Interesse an den Modellen des Unternehmens in ganz China zusammen. Geely Automobile Holdings Ltd. hat neue Versionen seiner Massenmarktmodelle auf den Markt gebracht. Xiaomi Corp. hat mit dem YU7 einen Verkaufsschlager erzielt.
Beide Maßnahmen schmälerten BYDs Marktanteil im günstigeren und teureren Segment des Elektroautomarktes. Und da nur noch ein Monat bis zum Jahresende verbleibt, muss BYD im Dezember noch rund 418.000 Fahrzeuge absetzen, um das Jahresziel von 4,6 Millionen zu erreichen, das das Unternehmen zuvor stillschweigend reduziert hatte.
Zwei Quartale in Folge mit sinkenden Gewinnen haben den Druck noch erhöht, da China die Regeln für hohe Preisnachlässe verschärft – genau die Strategie, die BYD in den letzten zwei Jahren zu Erfolgen verholfen hat.
China geht hart gegen BYD vor, da die Nachfrage sinkt
Der einzige Lichtblick für das Unternehmen waren die Exporte. BYD lieferte im November 131.935 Fahrzeuge ins Ausland, doch selbst das reichte nicht aus, um den Rückgang im Inland auszugleichen. Auch die internationalen Pläne stehen vor Herausforderungen.
Die Handelsbarrieren in Europa und Nordamerika steigen, was es dem Unternehmen erschwert, Fahrzeuge auf diesen Märkten zu platzieren, während sich das Angebot an Elektrofahrzeugen in China weiter anhäuft.
Auch die Zulassungszahlen von BYD in ganz Europa lassen nach. In Schweden sanken sie im November um 51 Prozent, in Norwegen um 50,3 Prozent. Lediglich Dänemark konnte mit einem Anstieg der Zulassungen um 6 Prozent im selben Monat eine leichte Erholung verzeichnen.
Die Zahlen zeigen, dass der Druck auf die Marke nicht auf China beschränkt ist, sondern in mehreren Regionen sichtbar ist.
Tesla hatte im November in ganz Europa mit eigenen Problemen zu kämpfen. In Frankreich sanken die Zulassungszahlen um 58 % auf 1.593 Fahrzeuge. Schweden verzeichnete einen Rückgang um 59 % auf 1.466 Fahrzeuge, und in Dänemark ging es um 49 % auf 534 Fahrzeuge zurück. Diese Rückgänge traten trotz der Aktualisierung des Model Y Anfang des Jahres ein.
Einzig in Norwegen konnte das Unternehmen einen Aufschwung verzeichnen. Dort verdreifachten sich die Zulassungen fast auf 6.215 und brachen damit den nationalen Jahresrekord für Elektrofahrzeuge – und das einen Monat vor Jahresende.
Tesla hat zu kämpfen, da Europa auf Elon Musk und veraltete Modelle reagiert.
Wie Sie vielleicht wissen, begann Teslas Abwärtstrend Ende letzten Jahres, nachdem Elon Musk rechtsextreme Politiker lobte – ein Schritt, der in ganz Europa Kritik auslöste. Die Probleme verschärften sich im November, als in einem Tesla-Autohaus in Südfrankreich ein Feuer ausbrach, woraufhin die Ermittler laut lokalen Medienberichten ein Strafverfahren einleiteten.
Elon hat sich seither von politischen Kommentaren zurückgezogen, doch die Geschäftsentwicklung des Unternehmens in Europa hat sich noch immer nicht erholt.
Der Wettbewerb verschärft sich rasant. Analysten zufolge haben europäische Käufer heute mehr Auswahl denn je, insbesondere von chinesischen Herstellern . Teslas Modellpalette gilt als veraltet. Und das Vertrauen der Verbraucher schwindet.
Reuters vorliegenden Studie von Escalent, die auf einer Befragung von über 2.000 Personen in den fünf größten europäischen Automobilmärkten basiert, sind 38 % der Befragten dent Ansicht, dass Teslas Attraktivität nachgelassen hat und dass das Unternehmen in puncto Design, Qualität und emotionaler Bindung hinter seinen Konkurrenten zurückliegt.
Tesla versuchte, das Interesse am Model Y mit der Einführung neuer, günstigerer Versionen wiederzubeleben. In Deutschland kostete das Modell rund 40.000 Euro (46.468 US-Dollar). Bis Ende November erreichte jedoch nur eine geringe Stückzahl Europa. In Schweden brachen die Verkaufszahlen des Model Y um 67 % auf 426 Einheiten ein.
In Norwegen stiegen die Verkaufszahlen um 19 % auf 3.648, während sie in Dänemark laut Daten von Bilstatistik.dk um 74 % auf 206 einbrachen. Das Model 3 schnitt dort etwas besser ab und legte um 29 % auf 326 Einheiten zu, womit es zum achtmeistverkauften Auto des Monats in Dänemark avancierte.
Auch in Skandinavien blieb BYD nicht verschont. Die Neuzulassungen des Unternehmens sanken im November in Schweden um 51 % und in Norwegen um 50,3 %, wobei Dänemark mit einem Anstieg von 6 % erneut eine Ausnahme darstellte.
Aufgenommen am 16. Juli 2024. Foto von Rutger van der Maar über Flickr.