BYDs Gewinn bricht um 30 % ein, da sich der Preiskampf bei Elektrofahrzeugen in China verschärft

- Der Gewinn von BYD sank im zweiten Quartal um fast 30 Prozent – der erste Rückgang seit drei Jahren.
- Preissenkungen kurbelten zwar den Absatz an, reduzierten aber die Gewinne, da sich der Preiskampf bei Elektrofahrzeugen in China verschärfte.
- Die Verschuldung und der finanzielle Druck bei BYD nehmen zu, obwohl die Auslandsumsätze steigen.
BYD, Chinas größter Hersteller von Elektrofahrzeugen, verzeichnete im zweiten Quartal den ersten Gewinnrückgang seit drei Jahren. Der Nettogewinn sank um fast 30 % auf 6,36 Milliarden Yen (892 Millionen US-Dollar) und blieb damit deutlich unter den Analystenprognosen.
Der in Shenzhen ansässige Automobilhersteller expandiert seit 2021 rasant im In- und Ausland, doch sinkende Gewinnmargen belasten zunehmend den Gewinn. Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 14 % auf 201 Milliarden Yen, doch reichte das Wachstum nicht aus, um den Druck durch Preissenkungen auszugleichen. Die Bruttomarge sank auf rund 18 % (Vorjahr: 18,8 %), was verdeutlicht, wie Rabatte die Rentabilität schmälern.
BYD kämpft im Inland mit Preiskämpfen und beschleunigt gleichzeitig die globale Expansion
China ist nach wie vor der weltweit größte Markt für Elektrofahrzeuge, doch der Wettbewerb ist extrem hart geworden. Giganten wie BYD, Tesla, Geely, Nio und Xpeng liefern sich neben Dutzenden kleinerer Marken einen Preiskampf. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, hat BYD in diesem Jahr die Preise für über 20 Modelle gesenkt, mit Rabatten von bis zu 34 %.
Die Strategie steigerte zwar die Absatzzahlen, schmälerte aber die Gewinne, während branchenweite Überbestände die Autohersteller zu weiteren Preissenkungen zwangen. Dieser unerbittliche Preiskampf hat bereits einige kleinere Elektroauto-Startups in den Ruin getrieben.
Die Regulierungsbehörden haben begonnen einzugreifen. Im Juli forderten die chinesischen Behörden die Automobilhersteller auf, den sogenannten „Involutionsprozess“ zu beenden – einen Teufelskreis, in dem alle verlieren. Beamte warnten, dass unkontrollierte Preiskämpfe die Lieferkette gefährden und den globalen Ruf chinesischer Elektrofahrzeuge untergraben könnten.
Selbst BYD, das 2023 maßgeblich am Preiskampf beteiligt war, räumt mittlerweile ein, dass dies kein tragfähiges Geschäftsmodell für die Zukunft darstellt. Führungskräfte erklärten im Juni, der aktuelle Preiskampf sei nicht nachhaltig und drohe der Branche dauerhaften Schaden zuzufügen.
BYDs Auslandsgeschäft boomt, während die Gewinne im Inland sinken. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 haben sich die internationalen Umsätze mehr als verdoppelt. Das Unternehmen konnte in Europa, Südostasien und Lateinamerika große Erfolge erzielen.
Im Mai übertraf BYD in Europa Teslas monatlichen Absatz. Das Unternehmen baut außerdem Werke in Ungarn und der Türkei und hat eine RoRo-Flotte gechartert, um die Exporte zu beschleunigen. Brasilien hat sich zu einem der größten internationalen Märkte entwickelt und macht etwa ein Drittel des internationalen Absatzes aus.
Trotz dieser positiven Entwicklung konnte das Wachstum im Ausland die schwachen Margen in China nicht vollständig ausgleichen. Analysten führen die sinkenden Gewinne auf höhere Marketingausgaben und vermehrte Investitionen in neue Technologien zurück.
Das Wachstum stagniert, da sich die finanziellen Schwierigkeiten verschärfen
BYD sieht sich zudem mit wachsenden finanziellen Belastungen konfrontiert. Das defierhöhte sich von 95,8 Milliarden Yen im März auf 122,7 Milliarden Yen zum 30. Juni. Die Verschuldungsquote stieg auf 71,1 %.
Gleichzeitig musste das Unternehmen seine Zahlungsabwicklung gegenüber Lieferanten überdenken, obwohl es weiterhin hohe Rabatte auf Lagerbestände gewährt. Zuvor verzögerte BYD Zahlungen oft um mehr als 200 Tage – deutlich länger als branchenüblich. Neue staatliche Vorgaben schreiben nun eine Zahlung an Lieferanten innerhalb von 60 Tagen vor. Diese Änderung schützt zwar kleinere Lieferanten, schränkt aber BYDs finanzielle Flexibilität ein und belastet die Bilanz zusätzlich.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen ebenfalls; sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr um über 50 % erhöht. BYD setzt auf hohe Investitionen in Batterien, Elektrifizierung und intelligente Fahrzeugtechnologien, um seine langfristige Marktführerschaft zu sichern. Margenstärkere Marken wie Yangwang und Fangchengbao bieten zwar möglicherweise höhere Gewinnmargen, doch deren Aufbau wird Zeit in Anspruch nehmen.
Analysten haben ihre Erwartungen gesenkt. BYD hatte ursprünglich 5,5 Millionen Fahrzeuge für 2025 anvisiert, rechnet nun aber eher mit 5 bis 5,2 Millionen. Das Unternehmen bleibt Marktführer im chinesischen Elektroauto-Segment und zählt weltweit zu den führenden Anbietern in diesem Segment.
Analysten von Sanford C. Bernstein bezeichneten die sinkenden Gewinnmargen als „Narben des Wettbewerbs“. Dennoch behält das Unternehmen seine positive Bewertung der Aktie bei und hob BYDs globale Reichweite und technologischen Vorsprung hervor.
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