Die Bank von Japan hat keine andere Wahl, als die Zinsen jetzt anzuheben. Aber um welchen Preis?

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Taro Kono sagt, Japan müsse jetzt die Zinssätze erhöhen, um den schwachen Yen zu stabilisieren und die Inflation einzudämmen.
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Die Bank von Japan beendete ihr Konjunkturprogramm im vergangenen Jahr, Kritiker bemängeln jedoch, dass die Zinserhöhungen zu langsam erfolgten.
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Führende Wirtschaftsvertreter warnen die Bank von Japan davor, dass sie ins Hintertreffen geraten könnte, wenn sie weiterhin Maßnahmen hinauszögert.
Japan steht kurz vor einer wirtschaftlichen Katastrophe, und die japanische Zentralbank kann nicht länger zögern. Ihr bleibt praktisch keine andere Wahl, als die Zinsen – erneut – anzuheben.
Der schwache Yen hat die Kaufkraft im ganzen Land vernichtet, die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben und Millionen Menschen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Vor diesem Hintergrund schilderte der langjährige Abgeordnete der Regierungspartei, Taro Kono, am Dienstag laut Reutersseine Forderung nach einer strafferen Geldpolitik und Haushaltsdisziplin, um den Schaden zu begrenzen.
Die japanische Zentralbank (BOJ) hatte ihr zehnjähriges Konjunkturprogramm bereits im vergangenen Jahr beendet und die kurzfristigen Zinssätze im Januar auf 0,5 % angehoben. Doch Kono, der selbst nach dem Regierungschef strebt, meint, das reiche nicht aus. Er warnte, Japan könne es sich nicht leisten, die realen Kreditkosten – die aufgrund der hohen Inflation bereits negativ seien – weiterhin im roten Bereich zu belassen.
„Ich denke, es ist besser, frühzeitig damit anzufangen“, sagteund drängte auf weitere Zinserhöhungen. Er fügte hinzu, die Bank of Japan müsse „ein Signal aussenden, dass Japan die Situation mit negativen Realzinsen beenden wird“. Auf die Frage, ob eine Zinserhöhung noch vor Jahresende erfolgen könnte, antwortete er vage, aber unmissverständlich: „Ich habe das Gefühl, [Zinserhöhungen] kommen bereits zu spät.“
Der schwache Yen setzt japanische Haushalte weiterhin unter Druck
Die Verbraucherpreise in Japan liegen seit über drei Jahren ununterbrochen über der 2%-Marke. Gouverneur Kazuo Ueda zögert jedoch weiterhin mit weiteren Zinserhöhungen und begründet dies mit dem Druck auf die Wirtschaft durch die US-Zölle – die von Washington unter der neuendent von Präsident Donald Trump verhängt wurden.
Während die Bank von Japan (BOJ) weiterhin zögert, ist der Schaden laut Kritikern bereits immens. Kono argumentierte, dass die Verzögerung der BOJ den Yen geschwächt und die Importkosten in die Höhe getrieben habe, was eine Inflationswelle ausgelöst habe, die Rentner und Unternehmen hart treffe. Was früher Exporteuren half, ruiniert nun ihre Gewinne.
Der billige Yen, der Japans exportorientierter Wirtschaft einst einen Wettbewerbsvorteil verschaffte, hat sich zu einer Belastung entwickelt. Kono bezeichnete ihn als „Hauptursache der lähmenden Inflation“ und fügte hinzu, dass er „die Gewinnmargen der Unternehmen schmälert und Rentner belastet“
Angesichts steigender Produktionskosten im Inland und der Belastung der Unternehmensbudgets durch Importe sei es an der Zeit, die alten wirtschaftspolitischen Strategien zu überdenken, sagte er. Das bedeute, die Abenomics – jene Mischung aus extrem lockerer Geldpolitik und hohen Staatsausgaben, die der ehemalige Premierminister Shinzo Abe 2013 zur Bekämpfung der Deflation eingeführt hatte – aufzugeben.
„Die Bank von Japan sollte die Zinssätze schrittweise anheben, während die Regierung im Rahmen eines neuen Abkommens, das die ‚Abenomics‘ ersetzt, die Haushaltslage wiederherstellen sollte“, sagte Kono.
Die Bank von Japan und die Regierung stehen unter Druck vonseiten der Wirtschaft und innerhalb der Partei
Auch die Wirtschaftsführer schweigen nicht. Takeshi Niinami, Vorsitzender des japanischen Verbandes der Unternehmensleiter, sagte, die Zentralbank sei gefährlich nahe daran, den Anschluss zu verlieren.
„Ich verstehe, dass die Bank of Japan in einer sehr schwierigen Lage ist“, sagte Niinami letzten Monat, „aber die Bank sollte wissen, dass sie den Anschluss verlieren wird, wenn sie nicht handelt.“ Seine Lösung? Den Yen stärken. „Der beste Schritt, um den steigenden Lebenshaltungskosten entgegenzuwirken, wäre, den schwachen Yen zu stärken und einen etwastronYen anzustreben“, sagte er.
Auch in ganz Japan wächst der politische Druck. Zwar scheiterte Kono mit seiner Kandidatur für den Vorsitz der Liberaldemokratischen Partei im Jahr 2024, doch die vernichtende Niederlage der Partei bei den Oberhauswahlen im vergangenen Monat hat die Spekulationen über einen Führungswechsel neu entfacht.
Der amtierende Premierminister Shigerushib, der Kono letztes Jahr besiegte, steht nun innerhalb seiner Partei unter Druck, zurückzutreten. Hochrangige LDP-Mitglieder drängen bereits auf eine Neuwahl des Parteivorsitzes, was die ohnehin schon angespannte Lage weiter verschärft.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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