Berichten zufolge nutzen kriminelle Netzwerke im Westbalkan die lasche Gesetzgebung und die mangelhafte Durchsetzung durch die Aufsichtsbehörden aus, um mit Kryptowährungen illegale Gelder zu waschen.
Laut einem neuen Bericht der Globalen Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität haben die Behörden trotz der zunehmenden Nutzung digitaler Vermögenswerte durch kriminelle Organisationen in der Region nur eine Handvoll erfolgreicher Vermögensbeschlagnahmungen verzeichnet.
Kryptowährungen sind der bevorzugte Finanzweg für kriminelle Netzwerke auf dem Balkan
Der Bericht erinnerte daran, dass im Jahr 2023 etwa 240.000 Personen in der Region Kryptowährungen besaßen, die meisten davon in Serbien. Das geschätzte Transaktionsvolumen lag damals zwischen 25 und 30 Milliarden US-Dollar.
Allerdings handelt es sich bei dieser Zahl um eine Mischung aus legitimen und kriminellen Elementen, die sich die Technologie digitaler Vermögenswerte zunutze gemacht haben, um ihre Operationen zu erleichtern, ihredentzu verschleiern und die Kontrollen traditioneller Finanzinstitute zu umgehen.
Während Regierungen weltweit Gesetze erlassen und ihre Möglichkeiten zur tracund Beschlagnahme virtueller Vermögenswerte von Kriminellen ausbauen, hinken die Länder des westlichen Balkans weiterhin hinterher, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend bald ändern wird.
Ein im Bericht hervorgehobenes wichtiges Problem ist der begrenzte oder fehlende regulatorische Rahmen und die unzureichende technische Kapazität der Strafverfolgungsbehörden in der Region.
Krampfanfälle sind trotz weitverbreiteter Anwendung selten
Bislang wurden in der Region lediglich drei Fälle von Beschlagnahmungen virtueller Vermögenswerte dokumentiert. Ein bemerkenswerter Fall betraf eine albanische kriminelle Organisation, die in Drogenhandel und Diebstahl verwickelt war. Die albanischen Behörden arbeiteten zwischen November 2024 und Januar 2025 mit ihren Partnern aus Belgien, Spanien , den Niederlanden und Europol zusammen, um die Gruppe zu überführen. Bei der Operation wurden Vermögenswerte wie Wallets mit Kryptowährungen im Wert von 10 Millionen US-Dollar beschlagnahmt.
Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie Serbien sind die einzigen Länder in der Region, in denen Beschlagnahmungen dokumentiert wurden. Allerdings verfügen nur Albanien und Serbien über moderate bistronRegulierungsrahmen für virtuelle Vermögenswerte.
Die anderen Länder hinken weiterhin hinterher, wobei Montenegro und Bosnien und Herzegowina hinsichtlich ihrer regulatorischen Rahmenbedingungen am schwächsten sind. Selbst wenn in diesen Ländern Gesetze existieren, wird die Umsetzung häufig durch einen Mangel an geschultem Personal und unzureichende technologische Werkzeuge zur tracund Sicherung von Vermögenswerten auf der Blockchain behindert.
Der Weg zur Eindämmung der Aktivitäten von Übeltätern in der Region
Sicherheitsexperten empfehlen diesen Westbalkanländern, klare Rechtsstrukturen einzurichten, die unter anderem regeln, wie beschlagnahmte Kryptowährungen gelagert und verwaltet werden sollen.
Montenegro und Serbien ergreifen erste Maßnahmen. Serbien plant ein System, bei dem beschlagnahmte Vermögenswerte in eine sichere staatliche Geldbörse übertragen werden.
Im September 2024 schulte das Balkan Asset Management Interagency Network (BAMIN) 24 regionale Experten in Strategien zur Beschlagnahme von Krypto-Vermögenswerten.
Kroatien geht den pragmatischeren Weg und erlaubt der Polizei, mit Straftaten .
Die Empfehlungen umfassten auch Standardverfahren für die Übertragung und Dokumentation beschlagnahmter Vermögenswerte, um Transparenz zu gewährleisten. Veranstaltungen wie die bevorstehende Konferenz für digitale Forensik in Serbien könnten die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch fördern.
Der Bericht hob außerdem hervor, dass die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden nützliche politische Empfehlungen für Krypto- und digitale Vermögenswertmärkte gegeben hat, die von politischen Entscheidungsträgern und Praktikern auf dem Westbalkan als Leitfaden übernommen werden können.

