Das Kerngeschäft des KI-Giganten Baidu leidet unter den sinkenden Werbebudgets in China

- Der Umsatz von Baidu sank im zweiten Quartal um 4 % auf 32,71 Milliarden Yen, da die Werbeeinnahmen um 15 % auf 16,2 Milliarden Yen zurückgingen.
- KI und Cloud legten um 34 % zu und konnten so die schwächeren Werbeeinnahmen teilweise ausgleichen.
- Baidu integriert KI-Funktionen in die Suche, sieht sich aber zunehmender Konkurrenz durch DeepSeek, ChatGPT und Kurzvideo-Apps ausgesetzt.
Baidu teilte am Mittwoch mit, dass sich die Umsätze im zweiten Quartal aufgrund vorsichtiger Marketingbudgets in einer sich verlangsamenden chinesischen Wirtschaft abgeschwächt hätten, was das Kerngeschäft belastete, während der Cloud-Bereich weiter expandierte.
Im Quartal bis zum 30. Juni belief sich der Umsatz auf 32,71 Milliarden Yuan (4,56 Milliarden US-Dollar), ein Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahr und leicht unter der Konsensprognose der LSEG von 32,76 Milliarden Yuan. Der bereinigte Gewinn lag bei 13,58 Yuan je American Depositary Share (ADS) und übertraf damit die Prognose von 13,12 Yuan. Die US-Aktien des Unternehmens legten im vorbörslichen Handel um 1,3 % zu.
Der Einbruch des Immobilienmarktes, die schwache Einstellungspraxis und die uneinheitliche Verbrauchernachfrage haben viele chinesische Unternehmen veranlasst, ihre Werbeausgaben zu reduzieren, um ihre Gewinnmargen zu sichern. Diese Sparmaßnahmen haben sich negativ auf Baidus Suchanzeigen ausgewirkt, einem wichtigen Umsatzträger.
im Zeitraum April-Juni um 15 % auf 16,2 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden US-Dollar) Reuters.
Das Wachstum der KI-Cloud mildert die Auswirkungen schwacher Werbung
Andere Geschäftsbereiche konnten den Rückgang teilweise ausgleichen. KI-gestützte Cloud-Dienste steigerten die Werbeeinnahmen außerhalb des Online-Bereichs um 34 %. Baidu investiert massiv in künstliche Intelligenz und führte im letzten Monat die nach eigenen Angaben größte Überarbeitung der Suchoberfläche seit zehn Jahren ein.
Parallel zur Neugestaltung werden neue KI-Tools eingeführt. Das Unternehmen hat MuseSteamer, einen Videogenerator für Unternehmenskunden, auf den Markt gebracht und eine Open-Source-Variante seines Modells Ernie veröffentlicht. Diese Schritte erfolgen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs durch Anbieter wie DeepSeek, die Anfang des Jahres mit kostengünstigeren Modellen für Aufsehen sorgten.
Die jüngsten Updates zielen auch darauf ab, KI stärker in die Suche zu integrieren. Wie Cryptopolitan bereits berichtete, gab Baidu bekannt, dass die mobile Suchfunktion künftig eher einem Chatbot ähneln und bei kreativen Aufgaben und der Organisation helfen soll. Der Dienst legt den Fokus auf natürlichsprachliche Suchanfragen anstelle von strikten Schlüsselwörtern und bietet Sprachunterstützung für mehrere chinesische Dialekte.
Analysten unterstützen KI-Strategie trotz Druck
„Es gab zwar einen gewissen Druck auf das Suchmaschinengeschäft, aber die Fokussierung auf KI und Ernie Bot ist ein entscheidender Schritt nach vorn. Baidu wartet nicht ab, bis sich die Dinge entwickeln, sondern gibt Volldampf beim Thema KI“, sagte Dan Ives, globaler Leiter von Wedbush Securities.
Laut Suchmaschinenchef Zhao Shiqi sagen Führungskräfte innerhalb des Unternehmens, das Ziel sei es, die eigenen früheren Versionen von Baidu zu übertreffen, anstatt einfach nur die Konkurrenz zu überholen.
Baidu ist nach wie vor Chinas größter Suchmaschinenanbieter, doch einige Nutzer verlagern ihre Zeit mittlerweile auf KI-Assistenten wie DeepSeek und ChatGPT. Auch Kurzvideo-Plattformen wie Douyin und Kuaishou integrieren KI-Funktionen und verschärfen so den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Nutzer und die Werbeeinnahmen.
Der Rückgang der Werbeausgaben ist seit vier Quartalen in Folge im Online-Marketing-Umsatz sichtbar. Das Management ist jedoch der Ansicht, dass die stärkere Ausrichtung auf KI die Werbeergebnisse im Laufe der Zeit verbessern und das Wachstum stabilisieren sollte.
Die überarbeitete Suchfunktion erweitert die Möglichkeiten der Plattform. Suchanfragen können nun über tausend Zeichen lang sein, zuvor lag die Grenze bei 28 Zeichen. Nutzer können Fragen in natürlicher Sprache stellen, Bilder oder Dateien anhängen, um die Suchergebnisse zu verfeinern, und generierte Fotos oder Videos anfordern. Auch die Sprachsuche ist integriert.
Insgesamt zeigt das Quartal, wie die schwächere Konjunkturlage den Markt für digitale Werbung in China unter Druck setzt, obwohl Baidu mit Cloud- und KI-gestützten Produkten versucht, die Abschwächung zu bewältigen. Investoren werden gespannt beobachten, ob die neuen Tools dazu beitragen, die Nachfrage nach Werbung wieder anzukurbeln.
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