Der Generalstaatsanwalt von British Columbia will OpenAI wegen des Schulmassakers von Tumbler Ridge verklagen

- Die Provinz British Columbia hat Anwälte in Vancouver und Kalifornien beauftragt, OpenAI zu verklagen und das Unternehmen dabei genauso zu behandeln, wie die Provinz Tabak- und Opioidhersteller behandelt hat.
- Die Sicherheitsteams von OpenAI hatten den ChatGPT-Account des Schützen bereits Monate vor dem Anschlag im Februar wegen Waffengewalt gemeldet, doch das Management entschied sich, den Account zu deaktivieren, anstatt die Polizei einzuschalten.
- British Columbia ist nun die erste kanadische Provinz, die gerichtlich gegen OpenAI vorgeht und sich damit einer bereits in Kalifornien eingereichten Klage von Familien anschließt.
Die Provinz British Columbia hat Anwälte aus Vancouver und Kalifornien beauftragt, rechtliche Schritte gegen OpenAI im Zusammenhang mit dem Massaker von Tumbler Ridge am 10. Februar einzuleiten, bei dem acht Menschen getötet wurden.
Niki Sharma, Generalstaatsanwältin von British Columbia, bestätigte dies am 7. Juli auf einer Pressekonferenz in Vancouver unddentdie Kanzleien CFM Lawyers in Vancouver und Stranch, Jennings & Garvey in Kalifornien als ihre Rechtsberater. Durch die Beauftragung von Anwälten am Sitz von OpenAI kann British Columbia Rechtsmittel direkt vor Ort prüfen.
Sharma verwies Reporter auf einen Bericht des Wall Street Journal, demzufolge Mitarbeiter von OpenAI bereits im Jahr vor dem Anschlag Bedenken hinsichtlich der Aktivitäten des Schützen geäußert hatten.
Was OpenAI wusste und warum es nicht eskalierte
In der Erklärung der Provinz heißt es, interne Berichte von OpenAI zeigten, dass die Sicherheitsteams des Unternehmens Jesse Van Rootselaars ChatGPT-Konto im Juni 2025, also etwa acht Monate vor dem Anschlag am 10. Februar, wegen „Aktivitäten und Planung von Waffengewalt“ gemeldet hätten.
Das Sicherheitsteam drängte das Management, die Behörden zu informieren. Die OpenAI-Führung deaktivierte das Konto stattdessen. Van Rootselaar erstellte ein zweites Konto und setzte ihre ChatGPT-Konversationen fort.
Am 24. April veröffentlichte Sam Altman einen Entschuldigungsbrief in der Lokalzeitung von Tumbler Ridge, in dem er erklärte: „Es tut mir zutiefst leid, dass wir die Strafverfolgungsbehörden nicht informiert haben.“ Ann O’Leary, Vizepräsidentin für globale Politik bei OpenAI,dent später an kanadische Beamte, um Änderungen am Meldeverfahren des Unternehmens darzulegen und die Einrichtung einer direkten Verbindung zur kanadischen Polizei zuzusichern.
BC wird die Strategien im Zusammenhang mit der Opioidkrise auf OpenAI anwenden
Sharma verglich die Klage von OpenAI ausdrücklich mit den Opioid-Sammelklagen in British Columbia aus dem Jahr 2018. Diese Klagen gegen Opioidhersteller und -vertreiber wurden diese Woche vom Berufungsgericht von British Columbia nach Abweisung der letzten Berufungen bestätigt. Die Provinz wird zudem voraussichtlich über 18 Jahre hinweg rund 3,7 Milliarden Dollar aus einem früheren Tabakvergleich erhalten.
„Das ist nichts anderes“, sagte Sharma. Jede Klage der Provinz würde Schadensersatz für die Kosten von British Columbia fordern, einschließlich des Wiederaufbaus der Tumbler Ridge Secondary School, deren Abriss und Neubau Premierminister David Eby im Mai angekündigt hatte.
Ottawa und Victoria sagten im Juni gemeinsam 200 Millionen Dollar zu, jede 100 Millionen Dollar, für eine neue High School und ein modernisiertes Gesundheitszentrum in der Gemeinde.
Eine zweite juristische Front für OpenAI im Vorfeld des Börsengangs
Der Schritt von British Columbia eröffnet eine zweite Front neben der bereits am 29. April beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eingereichten Klage von Familien . Sieben Familien verklagten OpenAI und Altman persönlich wegen Fahrlässigkeit und fahrlässiger Tötung und fordern eine nicht näher bezifferte Entschädigung
Wie Cryptopolitan bereits berichtete, reichte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier am 1. Juni die erste von einem US-Bundesstaat angeführte Klage gegen OpenAI und Altman ein. Er bezog sich dabei auf den Tumbler-Ridge-Vorfall sowie auf einen separaten Amoklauf an der Florida State University im Jahr 2025. Am 12. Juni erließen die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten im Rahmen einer von New York geleiteten, koordinierten Untersuchung eine umfassende Vorladung an OpenAI, in der sie Dokumente zu Werberichtlinien, Nutzerinteraktionen und Datenmanagement anforderten.
OpenAI bereitet einen Börsengang vor, der das Unternehmen mit bis zu einer Billion US-Dollar bewerten könnte. Jede neue Herausforderung erhöht den regulatorischen und finanziellen Aufwand für diesen Zeitplan.
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Micah Abiodun
Micah Abiodun nutzt sein Masterstudium in Umwelttechnik und -management an der Technischen Universität Tallinn (TalTech) optimal, um die Inhalte und Preisprognosen für Cryptopolitanzu verbessern. Seit sieben Jahren ist er in der Krypto-Medienbranche tätig und berichtet über die wichtigsten Kryptowährungen, Altcoins, DeFi, Stablecoins, Makrotrends und neue Technologien
















