Apples Pläne, Siri mit KI auszustatten, geraten ins Wanken. Laut einem Bericht von CNBC verursachen technische Probleme und Softwarefehler erhebliche Verzögerungen, sodass der für April geplante Start nun möglicherweise auf Mai oder später verschoben wird.
Apple kündigte erstmals vor rund zwei Jahren auf seiner Entwicklerkonferenz im Juni 2023 an, dass es KI in Siri einführen würde, und versprach, dass KI Siri zu einem intelligenteren Assistenten machen würde, der in der Lage wäre, persönliche Daten zu verarbeiten, eine tiefere App-Steuerung zu ermöglichen und Bildschirminformationen zu erkennen.
Das iOS 18.4-Update sollte eigentlich eine fortschrittlichere, kontextsensitive Siri einführen, aber anscheinend ist die Technologie dafür noch nicht ausgereift.
Die KI-gestützte Siri ist noch nicht bereit für die öffentliche Nutzung
Siri soll die Nachrichten, E-Mails und Fotos eines Nutzers durchsuchen, um relevante Informationen zu finden – wie etwa eine Flugreservierung oder eine Führerscheinnummer –, aber laut einem Bericht .
Eine Demonstration im letzten Jahr zeigte angeblich, wie Siri mühelos die Mittagspläne und Flugdaten einer Mutter aus Textnachrichten und E-Mails abrufen konnte, doch laut Ingenieuren ist die Realität alles andere als reibungslos.
Apple wird iOS 18.4 entweder mit deaktivierten KI-Funktionen veröffentlichen oder diese bis iOS 18.5 im Mai verschieben. Beide Optionen sind nicht optimal, aber die aktuelle Version ist für eine öffentliche Freigabe noch nicht zuverlässig genug.
Berichten zufolge entwickelt Apple außerdem ein neues KI-gestütztes Smart-Home-Gerät zur Steuerung von Haushaltsgeräten und FaceTime-Anrufen (ähnlich wie Alexa). Dessen Kernfunktionen hängen jedoch vom neuen App-Intents-System von Siri ab. Solange dieses System nicht einwandfrei funktioniert, liegen die Pläne für das Smart-Home-Gerät auf Eis.
John Giannandrea, Apples KI-Chef und ehemaliger Google-Manager, leitet das Projekt. Laut CNBC verzögert er jedoch den Zeitplan des KI-Teams. Ingenieure vermuten, dass Apple die Einführung von Apple Intelligence überstürzt hat, um mit OpenAI , Google und Meta mithalten zu können, die Technologie aber noch nicht für den Masseneinsatz bereit war.
Apple lässt sich von den Schwierigkeiten auf seinem Weg im Bereich der KI nicht beirren
CEO Tim Cook verteidigte die KI-Strategie des Unternehmens im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen im letzten Monat mit den Worten: „Apple Intelligence eröffnet ein aufregendes neues Feld.“ Dennoch sanken die iPhone-Umsätze im Weihnachtsquartal laut Geschäftsbericht um 1 %.
Laut einem Bericht von CNBC gibt es auch bei anderen Apple-Intelligenzfunktionen Probleme. Nutzer hatten unter anderem eine KI-gestützte E-Mail-Sortierung auf iPad und Mac, ein intelligenteres Benachrichtigungssystem und ein KI-gestütztes Zeichenwerkzeug in Image Playground erwartet. Einige dieser Funktionen sollen zwar mit iPadOS 18.4 und macOS 15.4 eingeführt werden, Apple hat jedoch noch nicht bestätigt, wann die vollständige Palette der KI-Tools verfügbar sein wird.
Gleichzeitig steht Apple in China vor regulatorischen Herausforderungen im Bereich KI. Um Apple Intelligence auf dem chinesischen Markt einzuführen, arbeitet das Unternehmen mit Alibaba und Baidu an der Entwicklung eines staatlich genehmigten KI-Systems. Chinas strenge Technologievorschriften zwingen Apple zur Anpassung seiner KI-Modelle, was die weltweite Einführung von Siri zusätzlich erschweren könnte.
Unterdessen weigerten sich die USA und Großbritannien beim France AI Action Summit am 11. Februar, eine internationale KI-Erklärung zu unterzeichnen, und begründeten dies angeblich mit Bedenken hinsichtlich der globalen KI-Governance.
Die USA haben keinen offiziellen Grund für die Nichtteilnahme an dem Abkommen genannt, während Großbritannien erklärte, der Pakt biete „nicht genügend praktische Klarheit in Bezug auf globale Governance- und Sicherheitsbedenken“, stimmte aber dennoch Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit von KI und zur Cybersicherheit zu.
Auf dem Pariser KI-Gipfel wurde eine gemeinsame Erklärung mit dem Titel „Erklärung zu inklusiver und nachhaltiger künstlicher Intelligenz“ veröffentlicht, in der gefordert wurde, dass KI-Systeme offen, ethisch und transparent sein müssen.

