Apollo Global Management hat ein neues Tor zwischen dem traditionellen Finanzwesen und der Blockchain-Welt geöffnet und damit einen neuen digitalen Weg in sein Privatkreditgeschäft geschaffen.
Das in New York ansässige Unternehmen, das Vermögenswerte in Höhe von rund 785 Milliarden US-Dollar verwaltet, schloss sich Anfang des Jahres mit dem Technologieunternehmen Securitize Inc. zusammen. Gemeinsam entwickelten sie den Securitize Tokenized Apollo Diversified Credit Fund, bekannt unter dem Kürzel ACRED. Laut Bloomberg .
ACRED ist ein tokenisierter Feederfonds, der dem langjährigen Diversified Credit Fund von Apollo nachempfunden ist und Kredite an mittelständische US-Unternehmen vergibt. Anstelle eines herkömmlichen Papierkontoauszugs erhalten die Anleger ihre Anteile als digitalen Token, der auf der Blockchain gespeichert und in einer persönlichen Krypto-Wallet verwahrt wird.
Wie nutzen Anleger sACRED, um ihre Rendite zu steigern?
Nach dem Kauf von ACRED können Inhaber einen zweiten Token namens sACRED „prägen“, den sie als Sicherheit verwenden können. Mit diesem Token kann ein Anleger Stablecoins – Kryptowährungen, die den US-Dollar trac– auf dezentralen Finanzplattformen ( DeFi) leihen.
Das geliehene cash kann dann in weiteres ACRED investiert werden, wodurch ein Kreislauf entsteht, der das Engagement im Kreditportfolio von Apollo verstärkt.
Der Fonds erfordert eine Mindestanlagesumme von 50.000 US-Dollar und erhebt eine Verwaltungsgebühr von 2 %. Zu den ersten Investoren gehört Coinbase Asset Management.
Apollos Einstieg folgt ähnlichen Blockchain-Experimenten großer Vermögensverwalter wie BlackRock und Franklin Templeton und signalisiert einen umfassenderen Wandel an der Wall Street: von Skeptikern gegenüber Kryptowährungen hin zu Nutzern ihrer Infrastruktur, um neue cashzu erschließen.
Securitize zufolge orientiert sich ACRED am Wert der von ihm besicherten Kredite, sodass Anleger die Kreditzinsen erhalten. Zusätzliche Gewinne sind möglich, wenn sACRED als Sicherheit auf DeFi Plattformen verwendet wird, was jedoch mit einem höheren Risiko verbunden ist.
Hohe Krypto-Auszahlungen sind heutzutage selten, daher kombinieren manche Händler herkömmliche Kredite mit Blockchain-Hebelwirkung.
Cindy Leow, Mitgründerin des Solana ansässigen Projekts Drift, erklärte, die Ära der unregulierten DeFi Angebote wie „100 Prozent Jahreszins auf Token-Farming“ sei endgültig vorbei. Drift plant, sACRED seinen qualifizierten Nutzern zugänglich zu machen. „Händler erkennen, dass sie sich gegen Renditen absichern müssen, die ausschließlich auf Kryptowährungen basieren. Private Credit bietet hierfür eine hervorragende Lösung“, fügte Leow hinzu.
Die Komponierbarkeit, also die Verwendung eines Tokens in vielen Programmen, ist eintracvon DeFi.
„Die Kompositionsfähigkeit von DeFi ermöglicht es, mit dem Fonds viele Strategien umzusetzen, die im traditionellen Finanzwesen nicht möglich sind“, sagte Tarun Chitra, CEO des Risikoanalyseunternehmens Gauntlet. Diese Flexibilität, so Chitra, könne Käufer auch danntrac, wenn die Zinsbedingungen für private Kredite nicht optimal seien.
Das Engagement DeFi birgt neue Risiken
Die Anbindung des Fonds an die Blockchain-Infrastruktur birgt Risiken.
Die als Sicherheiten verwendeten ACRED-Token werden zum täglichen Nettoinventarwert (NAV) des Fonds bewertet, was starke Preisschwankungen abfedert. Dennoch bestehen weiterhin DeFi Risiken: Steigende Kosten für Stablecoin-Kredite, Softwarefehler oder Liquiditätsengpässe können nach wie vor zu Verlusten führen. Gauntlet bietet Echtzeit-Monitoring, um diese Gefahren zu trac.
Ein weiteres Risiko geht vom Kreditportfolio von Apollo aus: Wenn der Nettoinventarwert des Fonds sinkt, sinkt auch der Wert von ACRED, und große, durch sACRED besicherte Kredite könntenmaticliquidiert werden.
Auch der Ausstieg kann kompliziert sein. Rücknahmen sind nur einmal pro Quartal möglich, und Apollo verpflichtet sich, mindestens 5 % der Aktien zurückzukaufen. Wenn viele Anleger gleichzeitig aussteigen wollen, können einige Anfragen möglicherweise nur teilweise erfüllt werden.
Da ACRED auf einer Blockchain basiert, können Inhaber ihre Token jederzeit an andere Käufer verkaufen und so die übliche Einlösungsfrist umgehen – etwas, das traditionelle private Fonds nicht zulassen.
Vor fünf Jahren DeFi Aktivität um spekulative Token-Pools und „ Yield Farming “-Anreize. Heute treiben Blockchain-Tools Produkte an, die an etablierte Vermögenswerte wie Unternehmenskredite gekoppelt sind, was auf eine stärkere Verschmelzung von traditionellen und neuen Finanztechnologien hindeutet.
„Mit zunehmender Reife des Marktes haben wir verschiedene Arten von Investoren gesehen, seien es Crossover-Makrofonds, Family Offices oder die frühen TradFi-Investoren, die in den On-Chain-Bereich eingestiegen sind“, sagte Reid Simon, Leiter der Abteilung DeFi und Kreditlösungen bei Securitize.
Mit Blick auf die Zukunft prognostizieren einige Branchenexperten, dass mehr Fonds auf Blockchain-Plattformen migrieren werden. Paul Frambot, Mitgründer der DeFi Plattform Morpho, die mit Apollo zusammenarbeitet, sagt: „Investoren werden erkennen, dass DeFieine bahnbrechende Infrastruktur ist, und ich schätze, sie werden ihre Fonds letztendlich On-Chain verwalten.“

