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Anthropic richtet im Großraum San Francisco ein Nasslabor für KI-Arzneimittelforschung ein

VonOpeyemi OlanrewajuOpeyemi Olanrewaju 3 Minuten Lesezeit
Anthropic baut Biologielabor für KI-Medikamentenforschung
  • Anthropic hat still und leise ein physikalisches Biologielabor in der San Francisco Bay Area aufgebaut, wie der Leiter der Life-Sciences-Abteilung, Eric Kauderer-Abrams, bestätigte, um dort echte Experimente durchzuführen und Krankheiten zu erforschen, die für die Pharmaindustrie unrentabel sind.
  • Mit diesem Schritt wendet sich Anthropic von der Softwareentwicklung hin zur experimentellen Laborforschung und testet, ob Claude Laborroboter steuern kann.
  • Anthropic selbst hat davor gewarnt, dass leistungsfähige KI auch bei biologischen Waffen helfen könnte, und das Unternehmen betont, dass menschliche Aufsicht und der Verzicht auf klinische Studien vorerst feste Grenzen darstellen.

Anthropic hat im Großraum San Francisco ein Labor für physikalische Biologie eröffnet, in dem das KI-Unternehmen praktische Experimente durchführen wird. Damit geht es über computerbasierte Modellierung hinaus und widmet sich verstärkt der Arzneimittelforschung. Eric Kauderer-Abrams, Leiter der Biowissenschaften, bestätigte die Eröffnung des Labors gegenüber Reuters. Die Forschung konzentriert sich auf Krankheiten, die von der Pharmaindustrie bisher weitgehend vernachlässigt wurden.

Kauderer-Abrams erklärte gegenüber Reuters in einem Interview, dass das Labor bereits in Betrieb sei und seine Existenz damit erstmals öffentlich bekannt gegeben wurde. Anthropic betrachte die Laborarbeit weiterhin als unerlässlich für biologische Tests. Er bestätigte, dass das Unternehmen dies auch heute noch „selbstverständlich“ tue.

Ein Sprecher sagte gegenüber CNBC, dass die Einrichtung nicht speziell für die Arzneimittelforschung eingerichtet worden sei, lehnte es jedoch laut Quartz ab, weitere Details preiszugeben.

Anthropische Ziele: Unattraktive Krankheiten

Anthropic konzentriert sich auf einen Bereich der Medizin und Arzneimittelforschung, der für Pharmaunternehmen traditionell wenigertracist. Kauderer-Abrams stellte den Plan erstmals im Juni auf einer Veranstaltung in San Francisco vor. Dort erklärte er, Anthropic werde sich auf die Grundlagenforschung in Bereichen konzentrieren, die etablierte Pharmaunternehmen weitgehend vernachlässigt hätten, da sie kaum finanzielle Anreize böten.

Das Unternehmen sieht in KI eine Möglichkeit, die Behandlung von Krankheiten zu beschleunigen, die lange als zu schwer zu behandeln galten, darunter auch komplexe Therapien. Die Arbeit könnte bispezifische und trispezifische Antikörper umfassen, die so konzipiert sind, dass sie an mehr als eine Stelle eines Proteins oder einer Zelle binden. Anthropic hat weder eine spezifische Krankheitdent, die es behandelt, noch einen Wirkstoffkandidaten aus der Forschung offengelegt.

Anthropic zieht eine klare Trennlinie zwischen Forschung und der Vermarktung von Medikamenten. „Wir konkurrieren nicht mit Pharma- und Biotech-Unternehmen, deren Geschäft darin besteht, Medikamente auf den Markt zu bringen“, erklärte Reuters. Das Unternehmen führt derzeit noch keine klinischen Studien durch, und jede aus seiner Forschung hervorgehende Behandlung müsste noch präklinische Tests, klinische Studien am Menschen und die behördliche Prüfung durchlaufen.

Roboter, Claude und eine wachsende Abteilung

Ein weiterer Teil des Experiments besteht darin, zu testen, ob Claude das Labor vollständig autonom betreiben kann. Laut Quartz untersucht Anthropic, ob seine Modelle Robotersysteme so steuern können, dass sie Experimente mit minimalem Personalaufwand durchführen

Kauderer-Abrams beschrieb die Arbeit als noch in einem frühen Stadium und sagte, das Unternehmen befinde sich „in der Anfangsphase des Einsatzes von KI zur Automatisierung von Laborarbeiten“. Ein Sprecher betonte zudem, dass die menschliche Aufsicht weiterhin eine Sicherheitsvoraussetzung sei.

Anthropic hat Claude Science, eine Forschungsplattform mit Anbindung an über 60 wissenschaftliche Datenbanken aus den Bereichen Genomik, Proteomik und Strukturbiologie, ins Leben gerufen. Zudem wurde Vas Narasimhan, CEO von Novartis, in den Aufsichtsrat berufen und das Startup Coefficient Bio für rund 400 Millionen US-Dollar in Aktien übernommen.

Im August stellte Anthropic einen Hardware-Standard vor, der die Kommunikation von KI-Systemen mit Laborgeräten erleichtern soll. Das Unternehmen hat zudem Partnerschaften in der Pharmaindustrie aufgebaut, darunter eine abgeschlossene Vereinbarung mit Novo Nordisk , den Zugang zu Claude für Mitarbeiter von Bristol-Myers Squibb sowie KI-Dienstleistungen für Genentech (Roche). Laut Kauderer-Abrams hat sich der Bereich Life Sciences zu einem der personell und ressourcenmäßig stärksten Geschäftsbereiche des Unternehmens entwickelt.

Die Eröffnung des Biologielabors erfolgt nach jüngsten Warnungen von Anthropic vor den Risiken immer leistungsfähigerer KI. CEO Dario Amodei forderte kürzlich eine Verlangsamung der Entwicklung fortschrittlicher KI, um das Risiko eines Kontrollverlusts über zukunftsweisende Systeme zu minimieren. Das Unternehmen erklärte in den letzten Wochen, dass fortschrittliche KI ernsthafte Risiken bergen könne, darunter die Möglichkeit, dass ihre Systeme zur Entwicklung biologischer Waffen missbraucht werden könnten.

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Opeyemi Olanrewaju

Opeyemi Olanrewaju

Opeyemi ist spezialisiert auf die Erstellung und Optimierung hochwertiger Inhalte mit Fokus auf Kryptowährungen, globale Finanzmärkte und Wirtschaft. Er absolvierte sein Medizinstudium (MBBS) an der Universität Ibadan. Er war Chefredakteur der Hochschulzeitung und zuvor bei CFA tätig. Seit über sechs Jahren trägt er als Nachrichtenredakteur bei Cryptopolitanmaßgeblich zur Einzigartigkeit des Magazins bei.

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