Die Tesla-Aktien gerieten am Freitag stark unter Druck und fielen schnell, bevor sie sich zum Handelsschluss leicht erholten, als sich der breitere Markt von dem Einbruch am Donnerstag erholte.
Doch man sollte sich nicht täuschen lassen: Die Aktie liegt seit der Unterzeichnung des 1-Billionen-Dollar-Vergütungspakets für Elon Musk Anfang des Monats immer noch rund 9 % im Minus. Die heutige Erholung kann die Verluste der restlichen Woche nicht ausgleichen. Aktuell notiert Tesla 7 % niedriger als am Montag und hat gerade die 400-Dollar-Marke durchbrochen – ein Kurs, der von vielen an der Wall Street als Untergrenze angesehen wurde.
Gestern fiel die Aktie auf ein Niveau, das wir seit September nicht mehr gesehen haben. Doch das betrifft nicht nur Tesla, sondern steht generell unter enormem Druck auf Technologieaktien. Ein wichtiger Auslöser: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember sinkt rapide, was die Dynamik risikoreicher Aktien bremst. Da eine Zinssenkung durch die Fed in naher Zukunft unwahrscheinlich ist, fließt Kapital aus den großen Technologiekonzernen ab, und Tesla gerät dabei mitten ins Visier.
KI-Sorgen vertreiben Investoren aus Tesla
Neben den Zinssorgen lastet noch etwas anderes auf der Tesla-Aktie: die Befürchtung, dass der KI-Hype nachlassen könnte. Wenn Kapital von hochbewerteten Unternehmen in sicherere Anlagen fließt, werden Firmen wie Tesla, deren Aktien stark von zukünftigen Innovationen abhängen, abgestoßen. Diese Kapitalverschiebung treibt den Exodus an.
Dennoch ergreifen nicht alle die Flucht. Analysten wie Adam Jonas von Morgan Stanley behalten den langfristigen Trend im Blick.
In seiner Liste der „viel zu frühen“ Roboterprognosen für das Jahr 2026 sagte Jonas, dass Tesla den Sicherheitsfahrer wahrscheinlich aus seinen Robotaxi-Tests in Texas und mindestens einem weiteren US-Bundesstaat entfernen wird.
Er schrieb : „2026 ist das Jahr, in dem Robotaxis von der Science-Fiction zur Realität für Konsumenten und Investoren werden.“
Jonas setzt darauf, dass Tesla die Entwicklung autonomer Fahrzeuge und Robotik vorantreibt. Er glaubt, dass Musks anderes Projekt, xAI, für Teslas Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Er prognostiziert, dass xAI dem Unternehmen helfen wird, sein humanoides Roboterprogramm Optimus auszubauen.
„Eine Tesla-Roboterfabrik ist die ‚Mutter‘ der nächsten Robotergeneration“, schrieb Jonas. Er sieht die Verbindung zwischen Tesla und xAI als wegweisend für die Zukunft, insbesondere da xAI seine Rechenleistung und seine Werkzeuge zur Wahrheitsfindung stetig ausbaut.
Auf der jüngsten Aktionärsversammlung von Tesla bestätigte Musk, dass die Robotaxi-Sicherheitsfahrer in Austin bis Ende des Jahres abgezogen werden. Er nannte außerdem Miami, Dallas, Phoenix und Las Vegas als Städte, in denen die Robotaxi-Tests demnächst ausgeweitet werden sollen.
Und was die Roboter angeht? Tesla kündigte an, in seinem Werk in Fremont, Kalifornien, eine Produktionslinie für eine Million Optimus-Einheiten aufzubauen. Das ist erst der Anfang – Musk plant, die Produktion in der Gigafactory Texas auf zehn Millionen Einheiten zu skalieren. Aktuell befindet sich Optimus in Fremont noch in der Pilotphase.
Jonas empfiehlt die Aktie zum Kauf (Overweight) mit einem kurzfristigen Kursziel von 410 US-Dollar und einem optimistischen Höchstkurs von 800 US-Dollar. Auch Dan Ives von Wedbush meldete sich im Rahmen der Yahoo Finance Invest-Veranstaltung in New York zu Wort.
„Meiner Meinung nach wird das das wichtigste Kapitel in der Geschichte von Tesla überhaupt sein“, sagte er mit Blick auf die KI-Pläne des Unternehmens.
Ives wertet die kürzliche Genehmigung von Musks Vergütungspaket als grünes Licht für Tesla, die Entwicklung von autonomem Fahren und Robotik mit voller Kraft voranzutreiben. Er vergab ein „Outperform“-Rating für die Aktie und setzte ein Kursziel von 600 US-Dollar – das höchste an der Wall Street.

