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Warum genau geht Japan gegen Google vor?

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 2 Minuten,
Technologiegigant Google unter Beschuss: Monopolprozess droht

Technologiegigant Google unter Beschuss: Monopolprozess droht

  • Die japanische Wettbewerbsbehörde ermittelt gegen Google wegen möglicher Kartellverstöße im Zusammenhang mit mobilen Suchpraktiken.
  • Die Untersuchung konzentriert sich auf Umsatzbeteiligungsvereinbarungen mit Android-Herstellern und die mögliche Priorisierung von Google-Diensten auf Android-Geräten.
  • Google verteidigt seine Vorgehensweise und betont den Open-Source-Charakter von Android sowie die Möglichkeit der individuellen Anpassung durch die Nutzer.

Wenn die Schlagzeilen von einem weiteren Tech-Giganten im Visier der Ermittlungen berichten, muss man innehalten und sich fragen: „Warum jetzt? Und noch wichtiger: Warum gerade sie?“ Japan hat in seinem jüngsten Schritt seinen regulatorischen Blick auf Googleund damit dem globalen Tanz des Giganten mit den Kartellbehörden eine weitere Ebene der Komplexität hinzugefügt.

Aber warum? Was ist der Kern des Konflikts Japans mit dem Silicon-Valley-Giganten?

Der Kern der Sache: Suchpraktiken und Umsatzbeteiligung

Es geht nicht nur um die Popularität des Android-Betriebssystems, obwohl diese natürlich eine Rolle spielt. Auch geht es nicht ausschließlich um Googles Dominanz im Technologiesektor.

Nein, Japans Bedenken konzentrieren sich auf etwas scheinbar Alltägliches, das jedoch von entscheidender Bedeutung ist: Suchpraktiken auf mobilen Plattformen.

Die japanische Wettbewerbsbehörde geht der Sache genauer nach und konzentriert sich in ihren Ermittlungen darauf, ob Google gegenüber den Herstellern von Android-Smartphones etwas zu zurückhaltend agiert hat.

Haben sie Absprachen getroffen, um die Einnahmen aus Suchanzeigen aufzuteilen, mit der Einschränkung, dass diese Hersteller nicht mit konkurrierenden Suchmaschinen flirten? Solche Vereinbarungen könnten, falls sie aufgedeckt werden, den Wettbewerb drastisch verzerren und konkurrierende Plattformen fernhalten.

Doch damit nicht genug. Japan versucht außerdem herauszufinden, ob Google-Dienste auf Android-Handys einen VIP-Status genießen. Werden sie gegenüber anderen Diensten bevorzugt behandelt?

Um eine umfassende Untersuchung zu gewährleisten, öffnet die japanische FTC ihre Türen für Stellungnahmen Dritter und setzt dafür eine Frist bis zum 22. November.

Google seinerseits pries den „Open-Source“-Charakter von Android. Sie rühmen sich der Vielfalt und Flexibilität der Plattform und betonen, wie sie es Nutzern ermöglicht, ihre Geräte nach ihren Wünschen anzupassen.

Echos aus der Vergangenheit: Googles Tanz mit den Regulierungsbehörden

Es wäre naiv anzunehmen, Japans Schritt sei ein Einzelfall. Schließlich dominiert Googles Android mit einem Marktanteil von sage und schreibe 80 % das mobile Ökosystem.

Große Macht bringt auch große Aufmerksamkeit mit sich. Die Geschäftspraktiken des Unternehmens im Zusammenhang mit Android stehen weltweit im Fokus der Regulierungsbehörden.

Zurück ins Jahr 2018: Die Europäische Union verhängte gegen Google eine Geldstrafe in Höhe von sage und schreibe 4,34 Milliarden Euro, weil das Unternehmen seine Vormachtstellung bei Android missbraucht haben soll.

Der Streitpunkt? Googles mutmaßliche Einflussnahme auf Smartphone-Hersteller, um Google-Apps wie Chrome und die Suche in seinen App-Store Google Play zu integrieren. Obwohl eine Berufung zu einer leichten Reduzierung der Geldbuße führte, bestätigte die EU die Feststellungen im Wesentlichen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks übernahm das US-Justizministerium den Fall und warf Google Verstöße gegen das Kartellrecht vor. Im Mittelpunkt standen Googles Exklusivverträge mit Mobiltelefonherstellern und Browserentwicklern, die darauf abzielten, die eigene Suchmaschine als Standard zu etablieren.

Dieser noch laufende Prozess hat sich zur bedeutendsten kartellrechtlichen Auseinandersetzung der Tech-Branche in den USA seit Jahrzehnten entwickelt. Während Google sich im Spannungsfeld globaler Regulierungsbehörden bewegt, verleiht Japans jüngster Schritt der Debatte eine weitere Dimension.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit transparenten Handelns von Technologiekonzernen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Beteiligten zu gewährleisten. Google verteidigt zwar weiterhin seine Geschäftspraktiken, doch eines ist klar: In der Tech-Branche führt Dominanz ohne Rechenschaftspflicht unweigerlich zu regulatorischen Gegenmaßnahmen.

Während Japan seine Ermittlungen vertieft, beobachtet die Welt gespannt die Entwicklungen. Wird das Ergebnis einen neuendentschaffen oder bleibt alles beim Alten? Die Zeit wird es zeigen.

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Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitanübernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent /oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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