Warum kognitive Verzerrungen beim Investieren eine Rolle spielen und wie man sie überwinden kann

Noch vor nicht allzu langer Zeit galt der Kryptowährungsmarkt aufgrund der weitgehenden Anonymität seiner Teilnehmer als undurchsichtig und unseriös. Langsam aber sicher haben Institutionen begonnen, das Potenzial der Blockchain-Technologie zur Verbesserung des globalen Finanzsystems zu erkennen.
El Salvador hat vor Kurzem als erstes Land der Welt Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt, da das Vertrauen in souveräne Währungen wie den US-Dollar schwindet.
Die hohe Volatilität des Kryptowährungsmarktes hat auch viele Spekulantentrac. Privatanleger strömen in Scharen herbei, in der Hoffnung, die nächsten Krypto-Millionäre zu werden. Doch vielen ist inzwischen klar geworden, dass solche Gewinne nicht über Nacht zu erzielen sind, da die Dynamik der Händler auf dem Kryptomarkt derjenigen auf traditionellen Märkten ähnelt – die überwiegende Mehrheit der aktiven Anleger erzielt eine geringere Rendite als eine passive Buy-and-Hold-Strategie.
Neue Begriffe haben unter Kryptowährungsbegeisterten an Popularität gewonnen, um die Bedeutung des langfristigen Haltens digitaler Vermögenswerte anstelle von kurzfristigem Kauf und Verkauf hervorzuheben. So bezeichnet der Begriff „HODLer“ Anleger, die ihre Kryptowährungen „mit aller Kraft festhalten“, während „Diamond Hands“ auf Anleger anspielt, die trotz Kursrückgängen oder Verlusten nicht verkaufen.
Ein HODLer zu werden ist nicht unbedingt einfach, da viele psychologische Hürden die Entscheidungsfindung beeinträchtigen können. Kognitive Verzerrungen schränken die Fähigkeit ein, die Richtung eines Trends zu erkennen. Infolgedessen steigen viele zu früh aus Positionen aus, halten an Verlustpositionen fest oder weichen von gut durchdachten Handelsplänen ab.
Händler können vermeiden, dass Verzerrungen ihren Erfolg zunichtemachen, indem sie mehr über diese Verzerrungen erfahren und lernen, wie sie diese überwinden können:
- Der Ankereffekt tritt auf, wenn Anleger sich zu stark auf die erste Information verlassen, die sie zu einem bestimmten Thema aufnehmen. Anstatt neue Informationen objektiv zu bewerten, beziehen sie sich in ihren Überlegungen oft auf den Ankerpunkt. Die Analyse neuer Daten und die Suche nach Gründen, warum der Ankerpunkt nicht mehr gültig ist, können helfen, diesen Effekt zu überwinden.
- Der Aktualitätsbias führt dazu, dass Anleger neuen Informationen zu viel Bedeutung beimessen, ohne die langfristige Zuverlässigkeit der Daten zu berücksichtigen. Händler reagieren über und treffen Fehlentscheidungen, da sie die Wichtigkeit einzelner Datenpunkte überschätzen – und dabei verkennen, dass diese stark schwanken können und am besten im Kontext des gesamten Datensatzes betrachtet werden. Der beste Weg, diesem Bias entgegenzuwirken, ist eine Anlagestrategie, die auf langfristigen Trends basiert und konsequent verfolgt wird.
- Verlustaversion ist eine kognitive Verzerrung, die auf der menschlichen Tendenz beruht, Verluste emotionaltronzu empfinden als gleichwertige Gewinne. Dieses Unbehagen kann zu risikoreichem Verhalten führen, beispielsweise dazu, dass man zu lange an einer Verlustposition festhält, in der Hoffnung auf eine Marktwende. Dies führt oft zu noch größeren Verlusten später. Die Erkenntnis, dass selbst die besten Trader nur in etwas mehr als 50 % der Fälle richtig liegen, und die Umsetzung einer soliden Risikomanagementstrategie können helfen, diese kognitive Verzerrung zu überwinden.
- Der Mitläufereffekt entsteht, wenn Anleger der Masse folgen oder das tun, was die meisten tun, und dabei ihre persönlichen Überzeugungen außer Acht lassen. Oftmals handeln Händler aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO), oder verkaufen Kryptowährungen panisch aufgrund des Massenverhaltens. Der Schlüssel zur Überwindung dieses Effekts liegt in einem klaren Analysemodell für Investitionen – man sollte der Masse nur dann folgen, wenn die Investition innerhalb dieses Modells sinnvoll erscheint.
- Der Bestätigungsfehler äußert sich darin, dass Anleger Informationen, die ihre bestehende Meinung bestätigen, als gültig ansehen und widersprüchliche Daten als zweifelhaft abtun. Händler neigen dazu, neue Daten, die ihre Annahmen widerlegen, zu ignorieren und stattdessen an ihren bestehenden Überzeugungen festzuhalten. Die Suche nach Fakten, die der eigenen Meinung widersprechen, und die klare Begründung ihrer Gültigkeit sind einer der besten Wege, diesen Fehler zu überwinden.
Aktive Trader verkennen oft, dass ihre natürlichen Instinkte sie am Erfolg hindern können. Eine bekannte Statistik besagt, dass 90 % der Trader nicht erfolgreich sind: 80 % verlieren Geld, 10 % erzielen in der Regel nur die Gewinnschwelle, und lediglich 10 % können mit Renditen aus den Kursbewegungen an den Märkten rechnen.
Sich der bestehenden Verzerrungen lediglich bewusst zu sein, reicht vielen nicht aus, um die starken emotionalen Reaktionen auf die Marktschwankungen zu bewältigen. Aus diesem Grund wenden sich Kryptowährungsbegeisterte – insbesondere diejenigen, denen die Zeit für aktive Marktanalysen fehlt – zunehmend passiven Anlagestrategien zu, wie beispielsweise den C20- oder C10-Fonds von Invictus Capital, um den Fallstricken kognitiver Verzerrungen zu entgehen.

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