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Die Wall Street erwartet eine Zinssenkung der Fed in 15 Tagen, aber die Händler sind nicht mehr risikofreudig

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Die Wall Street erwartet eine Zinssenkung der Fed in 15 Tagen, aber die Händler sind nicht mehr risikofreudig
  • Es wird erwartet, dass die US-Notenbank die Zinsen am 17. September um 25 Basispunkte senken wird, doch die Renditen von US-Staatsanleihen steigen statt zu fallen.
  • Investoren lehnen US-Staatsanleihen ab, da der Markt mit Anleihen im Wert von über 200 Milliarden Dollar überschwemmt wird, die jedoch nur schwach nachgefragt werden.
  • Der Goldpreis erreichte 3.600 US-Dollar pro Unze, da die Inflation steigt, der Dollar schwächer wird und sich die Stagflation ausbreitet.

Die Wall Street rechnet mit einer Zinssenkung der Fed in genau 15 Tagen, doch die Stimmung am Markt ist alles andere als euphorisch. Händler ziehen sich risikoscheu zurück, und die Anleiherenditen entwickeln sich genau entgegengesetzt zu den Prognosen der Lehrbücher. Statt zu fallen, steigt die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen rasant und nähert sich nun der 5%-Marke – ein Niveau, das seit Mitte der Finanzkrise 2008 nicht mehr erreicht wurde.

Händler gehen nun von einer Zinssenkung um 50 Basispunkte bis 2025 aus. Die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 75 Basispunkte in diesem Jahr liegt sogar bei 34 %. Doch all das stimmt die Anleger nicht optimistisch.

Die Stimmung ist schlecht. Die Renditen von Staatsanleihen steigen rasant. Das System ist aus dem Gleichgewicht geraten. Während die Zentralbank eine Lockerung der Geldpolitik vorbereitet, erhöht der Markt aus Protest seine eigenen Zinsen.

Der Anleihenmarkt wehrt sich angesichts explodierender Inflation und Verschuldung

In den vergangenen fünf Wochen hat das US-Finanzministerium neue Anleihen im Wert von über 200 Milliarden Dollar emittiert. Doch die Anleger ziehen sich zurück. Die übliche Nachfrage nach langfristigen Schuldtiteln ist einfach nicht vorhanden. Die Käufer fordern eine höhere Rendite.

Das zeigt sich an den Laufzeitprämien für 10-jährige Anleihen, die derzeit auf dem höchsten Stand seit 2014 liegen. Laufzeitprämien messen die zusätzliche Rendite, die Käufer für das Halten längerer Schulden fordern, und im Moment ist diese Prämie extrem hoch.

Die Kerninflation liegt wieder über 3 % und steigt weiter. Bei diesem Wertverlust verliert der Dollar in den nächsten zehn Jahren über 25 % seines Wertes. Seit 2020 hat er bereits rund 25 % eingebüßt, was den Druck auf die Verbraucher weiter erhöht. Die Ausgaben in Washington sind davon jedoch nicht gebremst.

Je mehr Schulden sie anhäufen, desto stärker wehrt sich der Markt. Und die Fed? Sie verliert die Kontrolle über die gesamte Zinsstrukturkurve. Großbritannien spürt die Folgen bereits. Die Bank of England senkte die Zinsen innerhalb eines Jahres fünfmal und begründete dies mit dem schwachen Arbeitsmarkt. Doch die Folgen sind verheerend.

Die Rendite 30-jähriger britischer Staatsanleihen stieg gerade auf über 5,70 % – den höchsten Stand seit April 1998. Statt die Kreditkosten zu senken, trieben die Zinssenkungen der Zentralbank die Renditen auf ein 27-Jahres-Hoch. Händler lehnten die Maßnahme der Zentralbank ab und forderten eine höhere Risikokompensation. Genau dasselbe Spiel wiederholt sich nun in den USA.

Auch Japan spürt die Auswirkungen. Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen liegt bei über 3,20 Prozent – ​​mehr als 30-mal höher als 2019. Der globale Anleihenmarkt sendet damit ein klares Signal: Zentralbanken können sich nicht länger durch Anleihekäufe aus der strukturellen Verschuldung befreien.

Goldpreise steigen, Aktienkurse fallen, und die Stagflation greift um sich

Eine Anlageklasse ist da ganz klar: Gold legt rasant zu und korreliert dabei nahezu perfekt mit den langfristigen Renditen. Steigen die Anleiherenditen, steigt auch der Goldpreis. Und nun hat Gold Geschichte geschrieben: Erstmals erreichte der Preis 3.600 US-Dollar pro Unze. Das entspricht einem Plus von 33 % seit Jahresbeginn – mehr als dem 3,5-Fachen der Rendite des S&P 500.

XAUUSD 1-Tages-Kursdiagramm
XAUUSD 1-Tages-Kursdiagramm

Anleger stürmen nicht die Aktienmärkte, sondern verkaufen sie vehement. Am Dienstag fiel der Dow Jones Industrial Average um 249,07 Punkte und schloss bei 45.295,81. Der S&P 500 verlor 0,69 % und beendete den Handelstag bei 6.415,54, während der Nasdaq Composite um 0,82 % auf 21.279,63 nachgab. Auch große Namen mussten Verluste hinnehmen. Nvidia verlor 2 %, Amazon und Apple gaben jeweils um etwa 1 % nach.

Die Jahreszeit spielt dabei eine Rolle. Der September ist traditionell ein schwacher Monat für Aktien, und Händler realisieren nach einem heißen Sommer Gewinne. Der August hingegen wartron. Der S&P 500 stieg um fast 2 %, durchbrach erstmals die Marke von 6.500 Punkten und erreichte fünf neue Allzeithochs, womit die Gesamtzahl bis 2025 auf 20 steigt. Doch nun richten sich alle Augen auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag. Dies dürfte der letzte Datenpunkt sein, den die Fed vor ihrer Zinsentscheidung prüft.

Die Arbeitslosenquote der 16- bis 24-Jährigen hat 10 % erreicht, und genau das wird die US-Notenbank (Fed) wahrscheinlich als Begründung für die Zinssenkung anführen. Doch der Zeitpunkt ist ungünstig. Die Inflation steigt, der Arbeitsmarkt schwächelt und das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich. Das ist Stagflation, und sie ist nun Realität.

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