Nach dem Start von Gemini 3 setzt die Wall Street nun auf Google statt auf Nvidia, Tesla und OpenAI.

- Nach der Veröffentlichung von Gemini 3 bevorzugt die Wall Street nun Google gegenüber OpenAI, Nvidia und Tesla.
- Die Aktien von Alphabet legten in diesem Quartal um über 30 % zu, während die von Nvidia um mehr als 2 % nachgaben.
- Googles TPUs gewinnen an trac, und es gibt Berichte, dass Meta sie möglicherweise anstelle der GPUs von Nvidia einsetzen wird.
Die Wall Street hat ihren Favoriten auserkoren, und es ist weder OpenAI, Nvidia noch Tesla. Es ist Google. Seit der Veröffentlichung des Gemini 3 am 18. November haben Anleger massiv in Alphabet-Aktien investiert und deren Wert in diesem Quartal um fast 30 % steigen lassen, während Aktien aus dem OpenAI-Ökosystem wie Nvidia und Microsoft nachgeben. Auch Broadcom, der Chiphersteller für Google, verzeichnet einen starken Kursanstieg.
Zur gleichen Zeit, als Google Gemini 3 (ein großes Sprachmodell, das übrigens ChatGPT in mehreren Branchentests schlug oder gleichwertig war) veröffentlichte, stellte Google auch seine TPU der 7. Generation vor, die unter dem Namen Ironwood bekannt ist.
Das allein wäre schon ein großer Erfolg gewesen, doch Google gab sich damit nicht zufrieden. Berichten zufolge bereitet das Unternehmen nun den Verkauf dieser TPUs an Firmen außerhalb von Google Cloud vor und erschließt damit eine völlig neue Einnahmequelle.
Gemini und TPUs überholen ChatGPT und GPUs
Die Anleger reagierten umgehend. Ohsung Kwon, Chef-Aktienstratege von Wells Fargo, teilte seinen Kunden diese Woche mit, dass Aktien, die an Googles Gemini-Modell und TPUs gekoppelt sind, derzeit mit einem Aufschlag gegenüber Aktien von OpenAI und Nvidia gehandelt werden – etwas, das seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr vorgekommen ist.
„Da die Aktien von Gemini/TPU nun zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt im Vergleich zu ihren ChatGPT/GPU-Konkurrenten mit einem Aufschlag gehandelt werden, signalisiert der Markt, dass GOOGL das Rennen um die KI gewinnt“, sagte in der Mitteilung.
Es geht nicht nur um die Außenwirkung. Die Fundamentaldaten stimmen mit dem Marktverhalten überein. Ohsung verwies auf die erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisse, um den Wandel zu verdeutlichen.
Aktien von Unternehmen wie ChatGPT und Nvidia GPUs, die bisher den KI-Markt anführten, notieren endlich niedriger als die von Google-Unternehmen. Dazu gehört auch Broadcom, deren Aktienkurs in diesem Jahr um 65 % gestiegen ist, dank der wachsenden Nachfrage nach kundenspezifischen ASICs – Chips, die das Unternehmen für Google herstellt.
Unterdessen steht OpenAI deutlich unter Druck. Laut einem Bericht des Wall Street Journal teilte CEO Sam Altman den Mitarbeitern am Montag mit, dass das Unternehmen höchste Priorität bei der Verbesserung der ChatGPT-Performance ausgerufen und andere Produktentwicklungen vorerst auf Eis gelegt habe.
Und die Nutzerzahlen sprechen nicht gerade für sich. Gemini hatte im Oktober 650 Millionen Nutzer, verglichen mit 450 Millionen bei ChatGPT im Juli.
Nvidia verliert an Schwung, während Alphabet die Führung übernimmt.
Der Hype um Gemini 3 löste auch Besorgnis um Nvidia aus, das einen Großteil der Infrastruktur von OpenAI bereitstellt. Nvidia und OpenAI planen gemeinsam den schrittweisen Aufbau von KI-Rechenzentren mit einer Investitionssumme von über 100 Milliarden US-Dollar und einem Investitionsvolumen von mindestens 10 Gigawatt.
Investoren fragen sich nun, ob Googles TPUs die GPU-Dominanz gefährden könnten. Diese Befürchtung verstärkte sich nach Berichten, wonach Meta, ein wichtiger Nvidia-Kunde, Googles Chips für seine Rechenzentren in Betracht zieht. Allein diese Nachricht ließ die Nvidia-Aktie um 3 % fallen.
Nvidia versuchte umgehend, dem entgegenzutreten. In einem Beitrag auf X behauptete das Unternehmen, es sei „der Branche eine Generation voraus“ und seine Chips seien leistungsstärker als alles, was Google zu bieten habe.
Doch diese Worte konnten den Trend nicht umkehren. GPUs eignen sich hervorragend für allgemeine Rechenaufgaben. TPUs hingegen sind speziell für KI optimiert. Dieser Fokus könnte Google einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, und der Aktienmarkt hat dies bemerkt.
Ohsung wies außerdem darauf hin, dass die durchschnittliche paarweise Korrelation der Aktien im Nasdaq 100 auf ein Rekordtief von 14 % gefallen ist. Das bedeutet, dass Händler KI nicht mehr als einheitliches Phänomen betrachten.
Alphabet übertrifft seine Konkurrenten in dieser Hinsicht deutlich. Die Aktie ist bis 2025 um 66 % gestiegen. Allein im November, als die übrigen sieben großen Tech-Unternehmen stark unter Druck gerieten, konnte Google die Nase vorn haben. Das Gleiche lässt sich von Nvidia nicht behaupten. Trotz zweier überragender Jahre liegt die Aktie seit Jahresbeginn nur 35 % im Plus und hat in diesem Quartal bereits über 2 % an Wert verloren.
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Jai Hamid
Jai Hamid ist Finanzjournalistin mit sechs Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale gearbeitet und dabei Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und war bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender zu sehen, um Einblicke in den Kryptomarkt zu geben.
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