US-Senator Pat Tomey hat die US-Börsenaufsicht SEC für ihre Rolle bei den Verlusten von Anlegergeldern auf Celsius kritisiert. Die Krypto-Kreditplattform hatte vor einigen Wochen angekündigt, Auszahlungen auszusetzen und die Gelder der Anleger einzubehalten. Tomey ist der Ansicht, die SEC hätte proaktiv handeln und den Nutzern helfen können, die rund 12 Milliarden US-Dollar an diversen digitalen Vermögenswerten, die sie auf der Plattform angelegt hatten, zu schützen.
US-Senator wirft der SEC vor, Investoren zu helfen
In einem Brief an SEC-Chef Gary Gensler bemängelte der US-Senator Tomey, dass die Behörde wiederholt versäumt habe, die Anwendung bestimmter Gesetze zu präzisieren. Tomey führte aus, dass Anleger nun die Folgen des Versäumnisses der SEC zu spüren bekämen, klarzustellen, wie bestehende Wertpapiergesetze auf digitale Vermögenswerte anzuwenden seien. Hätte die SEC dies getan, hätten Unternehmen wichtige Änderungen vorgenommen, die Anleger vor Verlusten geschützt hätten.
Der US-Senator erklärte außerdem, dies hätte die gesamte Last der Untersuchung solcher Unternehmen beseitigt und es der Behörde ermöglicht, gegen betrügerische Akteure auf dem Markt vorzugehen. In seinem Schreiben betonte Tomey, die SEC habe nicht dargelegt, wie sie den Howey- und Reves-Test auf Kreditplattformen wie Celsius anwenden wolle. Stattdessen wähle die SEC sorgfältig aus, gegen welche Plattformen sie vorgehe.
Tomey wünscht sich regulatorische Klarheit
Pat Tomey wies auch auf den jüngsten Fall eines Mitarbeiters der erfolgreichen Kryptobörse Coinbase hin, der des Insiderhandels beschuldigt wurde. Er sagte, die SEC habe gewusst, dass es sich bei den fraglichen Vermögenswerten um Wertpapiere handelte, dies aber vor Einleitung der Ermittlungen nicht öffentlich kommuniziert. Der US-Senator kritisierte zudem die Annahme, dass die meisten digitalen Vermögenswerte Wertpapiere seien, und erklärte, die Behörde erschwere es Unternehmen, diese Regeln einzuhalten.
Er sagte außerdem, die SEC habe die Erwartungen hinsichtlich der Unterstützung von Nutzern bei der Vermeidung von Verlusten aufgrund ihrer umständlichen Gesetzesdurchsetzung nicht erfüllt. Tomey befürchtet daher, dass die Verzögerungstaktik der SEC bei der Klärung der Vorschriften weiterhin das Geld der Anleger an den Börsen gefährden wird. Abschließend forderte er die SEC auf, Kreditplattformen zu benennen, die noch nicht vollständig registriert sind. Er bat die Behörde zudem um eine Erklärung, warum sie sich geweigert hat, mehr als zehn von Coinbase-Mitarbeitern gehandelte Vermögenswerte in die Anklage aufzunehmen.

