Trumps Wirtschaftspläne werden den US-Aktienmarkt überhitzen. Aber das kümmert die Anleger nicht

- Trumps Wirtschaftspolitik, wie etwa Handelskriege und Massenabschiebungen, schürt die Inflationsängste und treibt die Wall Street in einen riskanten Übereifer.
- Der S&P 500 und der Russell 2000 erreichen Rekordwerte, aber Nebenwerte und Technologieaktien sind aufgrund der Schuldenabhängigkeit und globaler Handelsspannungen einem hohen Risiko ausgesetzt.
- Privatanleger stürzen sich kopfüber auf Aktien und halten trotz Warnungen des Marktes vor einem möglichen Crash Rekordmengen an Aktien.
Trumps Wirtschaftsprogramm versetzt die Wall Street in einen euphorischen Zustand und treibt den Aktienmarkt in gefährliche Gefilde. Der S&P 500 bricht Rekorde und verzeichnete allein in diesem Jahr 53 neue Höchststände.
Privatanleger setzen alles auf eine Karte und investieren vorsichtig und cash in die riskantesten Bereiche des Marktes. Doch Trumps Politik könnte den Funken entzünden, der diesen überbewerteten Markt in Brand setzt.
Man denke an protektionistische Handelskriege, eine galoppierende Inflation und Steuersenkungen für Unternehmen – all dies vor dem Hintergrund geopolitischen Chaos und steigender Zinssätze.
Und während der Markt das Chaos scheinbar genießt, ist das nicht bei allen der Fall. Der Russell 2000 Index für kleinere Unternehmen, der lange Zeit hinterherhinkte, ist plötzlich der Liebling der Wall Street. Er legte in diesem Jahr um 20 % zu und übertraf damit den Anstieg des S&P 500 um 26 %. Händler setzen stark auf Trumps „America First“-Doktrin, die auf den heimischen Markt ausgerichtete Unternehmen bevorzugt.
Small Caps und Technologie: Braut sich eine Blase zusammen?
Aktien kleinerer Unternehmen haben sich an Trumps Handelskriegsrhetorik geklammert, als wäre sie ein Rettungsanker. Die Logik ist einfach: Weniger Engagement auf internationalen Märkten bedeutet weniger Risiko in einer protektionistischen Welt. Doch hier liegt das Problem: Die Gewinne kleinerer Unternehmen sind schwach, und steigende Kreditkosten könnten diesedent Firmenripple .
Und dann ist da noch die Technologiebranche – genauer gesagt, die Halbleiterindustrie. Der KI-Hype ließ die Kurse von Chipherstellern in die Höhe schnellen, doch der Boom könnte vorbei sein. Handelskriege drohen, und Chiphersteller mit ihren globalen Lieferketten sind leichte Beute. Der Technologiesektor, der den Markt jahrelang anführte, schwächelt nun.
Jonathan Krinsky von BTIG warnte: „Die Optimisten müssen unbedingt eine Stabilisierung der Halbleitermärkte abwarten, um einen größeren Einbruch bis 2025 zu verhindern.“ Mit anderen Worten: Der Technologiesektor könnte der Dominostein sein, der die Kettenreaktion auslöst.
Trumps Wirtschaftspolitik ist nicht nur ein Problem der USA. Auch Schwellenländer bereiten sich auf die Auswirkungen vor. Südafrika sticht dabei hervor: Das Land konnte die Inflation auf 2,8 % senken – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Höchststand von 7,8 % nach der Covid-Pandemie. Südafrikas Anleihen bieten attraktive Renditen, und der Aktienmarkt entwickelt sich besser als der vergleichbarer Länder.
Die Investoren sind alle dabei
Privatanleger verhalten sich wie im Jahr 1999 und cash in Rekordhöhe in Aktien. Daten der Bank of America zeigen, dass die Aktienbestände der Haushalte so hoch sind wie nie zuvor. Risiko? Welches Risiko? Alle setzen darauf, dass der Markt weiter steigt, doch die Geschichte spricht eine andere Sprache.
Eric Diton von der Wealth Alliance sagte: „Wir wissen aus der Geschichte, dass, wenn die Anleger zu optimistisch sind, die Frage lautet: Wer bleibt übrig, um den Markt weiter nach oben zu treiben?“
Auch institutionelle Anleger beteiligen sich kräftig und treiben den S&P 500 in den Jahren 2023 und 2024 auf zwei aufeinanderfolgende Jahresgewinne von über 20 %. Eine solche Erfolgsserie hat es seit der Dotcom-Blase nicht mehr gegeben.
Dennoch steigen die Bewertungen in schwindelerregende Höhen, und die Euphorie ist überwältigend. Der Gesamtmarkt scheint unaufhaltsam, nicht wahr?
Trumps Kandidat für das Amt des Finanzministers, Scott Bessent, hat mit seiner gemäßigten Haltung zu Wirtschaftsvorschlägen sogar einige Händler beruhigt. Doch wir dürfen das Offensichtliche nicht ignorieren: Trumps Traum, die US-Notenbank. Das birgt die Gefahr, die US-Wirtschaft und damit auch unsere Märkte zu destabilisieren.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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