Donald Trumps Krypto-Projekt World Liberty Financial (WLF), das erst kürzlich 14 Millionen Dollar eingesammelt hat, will nun seinen eigenen Stablecoin auf den Markt bringen.
Quellen zufolge arbeitet das WLF-Team noch an der Entwicklung des Stablecoins und an Sicherheitsprotokollen zu dessen Schutz; es könnte aber noch einige Zeit dauern, bis er marktreif ist.
Trumps Stablecoin-Wette
Stablecoins dienen als sichere Anlage für Kryptowährungen und ermöglichen es Händlern, Kursschwankungen zu entgehen. Sie schließen zudem die Lücke zwischen Krypto- und traditionellen Finanzmärkten, insbesondere dort, wo US-Dollar knapp sind.
Emittenten decken ihre Stablecoins mit beträchtlichen Reserven ab, die sie regelmäßig öffentlich nachweisen müssen. Circle beispielsweise gibt an, Dollar-Vermögenswerte in Höhe von 34,59 Milliarden US-Dollar zu halten, die den USDC-Umlauf von 34,37 Milliarden US-Dollar abdecken.
Andere Stablecoin-Emittenten haben auf Dollar-Sicherheiten verzichtet und stattdessen Kryptowährungen als Deckung verwendet. Terras UST, das auf einem an einen anderen Kryptotoken gekoppelten Algorithmus basierte, scheiterte 2022 spektakulär und vernichtete 60 Milliarden US-Dollar. Der Verantwortliche für dieses Fiasko sitzt derzeit im Gefängnis.
Stablecoins werden von der SEC streng überwacht, die weiterhin gegen große Akteure der Branche vorgeht und ihnen nicht registrierte Wertpapierangebote über Stablecoins vorwirft.
Sollte Trump die Präsidentschaft zurückgewinnen, hätte er einzigartige Macht über die Rechtmäßigkeit des Stablecoins, den sein Unternehmen einführen will.
Aus finanzieller Sicht könnten Stablecoins für WLF lukrativ sein. Ähnlich wie Banken erzielen Stablecoin-Emittenten Gewinne, indem sie Kundeneinlagen in hochverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen investieren.
Bislang hat Tether, der führende Anbieter von Stablecoins, in diesem Jahr mit solchen Investitionen einen Gewinn von 5,2 Milliarden Dollar erzielt und hält Staatsanleihen im Wert von fast 81 Milliarden Dollar.
Der Markt ist jedoch hart umkämpft. Um sich durchzusetzen, sind Partnerschaften mit großen Börsen wie Coinbase und Binance erforderlich, um eine breite Verfügbarkeit zu gewährleisten.
Trumps Finanzvision und Wirtschaftsstrategie
Neben seiner neu entdeckten Vorliebe für Kryptowährungen ist Trump auch eintronGegner einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) der USA. Er verspricht, im Falle seiner Wahl die Schaffung jeglicher von der US-Regierung ausgegebener Stablecoins zu verbieten.
Trumps Engagement im Kampf gegen digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) steht im Einklang mit seiner umfassenderen Finanzagenda, zu der auch sein Steuerentlastungs- und Beschäftigungsgesetz von 2017 gehört. Die Steuerreform, ein Kernpunkt seiner Präsidentschaft, läuft 2025 aus, was Debatten über ihre Zukunft auslöst.
Trump möchte die durch das Gesetz eingeführten Einkommen- und Erbschaftssteuersenkungen beibehalten. Außerdem drängt er darauf, die Obergrenze für den Abzug von Landes- und Kommunalsteuern aufzuheben, eine Grenze von 10.000 US-Dollar, die 2025 auslaufen sollte.
Der ehemaligedent hat außerdem vorgeschlagen, den Körperschaftsteuersatz für bestimmte Unternehmen auf 15 % zu senken und damit den Spitzensteuersatz, den sein Gesetz von 2017 von 35 % auf 21 % gesenkt hatte, weiter zu reduzieren.
Nach Trumps Steuerstrategie könnten Unternehmen Investitionen in Ausrüstung und Forschung sofort absetzen, was das Geschäftswachstum ankurbeln würde.
Der Token-Verkauf von WLF im Wert von 300 Millionen US-Dollar verlief hingegen nur mäßig erfolgreich. Laut Dune-Daten wurden lediglich Token im Wert von 14,24 Millionen US-Dollar verkauft. Dies entspricht trotz des großen Hypes um das Projekt lediglich 4,7 % des angestrebten Zielwerts.
Die Website von WLF brach während des ersten Verkaufs sogar zusammen, was die Begeisterung und das große Interesse an Trumps Ambitionen im Bereich der dezentralen Finanzen unterstrich. Laut Mitgründer Zach Folkman hatten sich über 100.000 Menschen für den Kauf von WLFI-Token registriert.

