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Trump hält an Bidens aktivistischem Ansatz bei der Ausgabe von Staatsanleihen fest

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Trump hält an Bidens aktivistischem Ansatz bei der Ausgabe von Staatsanleihen fest
  • Trump setzt Bidens Strategie der aktiven Ausgabe von Staatsanleihen fort, um die langfristigen Zinssätze niedrig zu halten.
  • Finanzminister Scott Bessent warnte, die Regierung könnte mit dem Rückkauf langfristiger Schulden beginnen, falls die Märkte instabil werden.
  • Japan plant ein eigenes ATI-Programm, da die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen steigen und die Staatsverschuldung sich 250 % des BIP nähert.

Trump hält an der Schuldenstrategie fest, die die Republikaner unter Biden verabscheuten – und denkt sogar darüber nach, noch weiter zu gehen.

Laut einem Bericht von Nouriel Roubini in der Financial Times vom Donnerstag wendet das Weiße Haus auch im Jahr 2025 noch eine umstrittene Taktik an, die als „Activist Treasury Issuance“ bezeichnet wird.

Mit diesem Ansatz reduziert das US-Finanzministerium die Menge der von ihm verkauften langfristigen Schuldtitel und gibt stattdessen vermehrt kurzfristige Anleihen aus, um die langfristigen Zinssätze unter Kontrolle zu halten.

Diese Methode, die erstmals während der Präsidentschaft von Joe Biden angewendet wurde, stieß damals auf heftige Kritik. Hauptsorge war, dass sie die Grenzen zwischen den Zuständigkeiten der Federal Reserve und den Aufgaben des Finanzministeriums verwischte.

Bessent warnt vor stärkeren Eingriffen, falls die Märkte in Turbulenzen geraten

Die Idee hinter ATI ist recht einfach. Um steigende langfristige Renditen zu verhindern, sollte man einfach nicht viele langfristige Anleihen ausgeben. Genau das hat Bidens Finanzministerium getan, und Trump setzt diese Strategie nun fort.

Stephen Miran, der jetzige Vorsitzende von Trumps Wirtschaftsberaterstab, war im vergangenen Jahr Mitautor eines Papiers, in dem er ATI als „fiskalischen Eingriff in die Geldpolitik“ bezeichnete. Er sagte, das Finanzministerium kopiere die „Operation Twist“, aber mit einer eigenen Interpretation – indem es einfach weniger langfristige Schulden ausgebe, anstatt sich auf die Fed zu verlassen, um die Anleihemärkte zu manipulieren.

Damals stimmte Scott Bessent, der heutige Finanzminister, Miran zu und meinte, ATI überschreite seine Kompetenzen. Doch nun verteidigt Bessent die Politik nicht nur, sondern warnt bereits vor den nächsten Schritten. Er sagte, falls die Finanzmärkte „ungeordnet“ würden, könne das Finanzministerium über ATI hinausgehen und langfristige Anleihen direkt zurückkaufen – ein direkter Schritt zur Begrenzung steigender Renditen.

Das wäre eine völlig neue Dimension fiskalischer Intervention in den Anleihemärkten – vergleichbar mit quantitativer Lockerung, jedoch unter der Führung des Finanzministeriums anstatt der Zentralbank. In diesem Plan würde Washington nicht nur über die zu emittierenden Anleihen entscheiden, sondern den Markt aktiv durch Angebotsverknappung umgestalten.

Andere Länder kopieren nun diese Strategie

ATI beschränkt sich nicht auf Washington. Es breitet sich global aus. In Japan steigen die langfristigen Zinsen rasant. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen kletterte von einem negativen Bereich vor 2022 auf aktuell rund 1,6 %. Dies geschah, nachdem die Bank von Japan begann, die Leitzinsen anzuheben und ihre zuvor extrem lockere Geldpolitik aufzugeben.

Bei einer Staatsverschuldung von fast 250 % des BIP kann sich Tokio keinen weiteren umfassenden QE-Zyklus leisten, es sei denn, es kommt zu einem schweren wirtschaftlichen Abschwung.

Das japanische Finanzministerium bereitet nun offenbar eine eigene Version des ATI-Programms vor. Der Plan? Die Emission langfristiger Anleihen reduzieren und stattdessen mehr kurzfristige Schulden aufnehmen, genau wie in den USA. Und damit bewahrheitet sich Mirans Vorhersage.

Regierungen, die ATI einmal einführen, geben es nicht einfach auf. Entweder sie halten daran fest – oder sie verdoppeln ihre Bemühungen, genau wie es das derzeitige Finanzministerium tut.

Nicht jeder kann diesen Weg gehen. Die Eurozone ist dafür eher ungeeignet. Es gibt keine zentrale Finanzinstitution, die massive gemeinsame Schulden aufnehmen könnte, und die Europäische Zentralbank verfügt bereits über Notfallinstrumente, um steigende Spreads im Krisenfall zu kontrollieren.

Doch Großbritannien könnte als nächstes folgen. Angesichts instabiler öffentlicher Finanzen könnte Großbritannien leicht dem Beispiel von ATI folgen, um die Kosten steigender langfristiger Kredite zu umgehen.

Die größere Frage ist jedoch, was all dies für die Zentralbanken bedeutet. Die Inflation ist in den USA, Japan und Großbritannien nach wie vor zu hoch, und die Regierungen häufen immer mehr Schulden an und treiben Maßnahmen wie ATI voran, die die Kreditkosten künstlich senken, was natürlich einen gefährlichen Konflikt herbeiführt.

Ökonomen haben es als ein riskantes Spiel bezeichnet, und je mehr Regierungen mit Maßnahmen wie ATI auf eigene Faust handeln, desto mehr sieht es so aus, als würden die Zentralbanken dieses Spiel verlieren.

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