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Die Schweiz bereitet die Veröffentlichung der Ergebnisse zum Zusammenbruch der Credit Suisse vor

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Grafik mit der Schweizer Flagge und der Schweizer Währung im Hintergrund
  • Die Schweiz wird in Kürze einen wichtigen Bericht über die Ursachen des Zusammenbruchs der Credit Suisse im Jahr 2023 veröffentlichen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Schlüsselakteure und Aufsichtsbehörden verantwortlich machen.
  • Die Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) befragte 18 Monate lang über 60 Personen, darunter hochrangige Beamte und Bankmanager, und sichtete geheime Aufzeichnungen.
  • Die UBS, die die Credit Suisse übernommen hat, könnte mit strengeren Kapitalvorschriften konfrontiert werden, die zusätzliche 25 Milliarden Dollar erfordern, was Besorgnis über die globale Wettbewerbsfähigkeit auslöst.

Die Schweiz steht kurz vor der Veröffentlichung eines ihrer am meisten erwarteten Berichte: die Ergebnisse ihrer Untersuchung zum schockierenden Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023.

Der von der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) geleitete Bericht wird die Ereigniskette, die zum Niedergang eines der größten Banken des Landes führte, eingehend beleuchten.

Offenbar geht es darum, Verantwortlichkeit zu stärken und die zukünftige Funktionsweise des Schweizer Bankwesens grundlegend zu verändern. Die Schweizer Regierung hat bereits Vorschläge für strengere Finanzmarktregulierungen ausgearbeitet, darunter massive Kapitalanforderungen für die UBS, die die Credit Suisse in einem überstürzten Deal übernommen hat.

Aber hier ist der Punkt: Während die übrigen Bankenzentren der Welt die Regulierungen lockern, setzt die Schweiz voll auf strenge Vorschriften.

DiedentMacht der PUK

Die PUK ist das stärkste Instrument der Schweiz bei Ermittlungen. Diese Kommission kann Zeugen vorladen,dentDokumente anfordern und Probleme auf den Grund gehen wie kaum ein anderes politisches Instrument.

In den 18 Monaten seit ihrer Gründung hat die PUK über 60 Schlüsselfiguren befragt. Bislang sprach sie mit Vertretern der Schweizerischen Nationalbank, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) sowie mit Führungskräften der Credit Suisse und der UBS.

Die zentrale Frage? Wie konnten Aufsichtsbehörden und Regierung zulassen, dass die Credit Suisse so außer Kontrolle geriet? Die Kommission verschwendet keine Zeit mit der Analyse jedes einzelnen Managementfehlers; stattdessen untersucht sie, wie das System selbst versagt hat.

War der erzwungene Verkauf an die UBS wirklich die beste Option, oder handelte es sich um eine Panikreaktion der Regierung, um ihr Gesicht zu wahren? Welche Schritte unternahmen die Aufsichtsbehörden – oder unterließen sie –, bevor die Bank in die Arme der UBS geriet?

Insidern zufolge könnte die FINMA, die Schweizer Finanzmarktaufsicht, am Ende den Kürzeren ziehen. Kritiker werfen der Behörde seit Langem vor, nicht schnell und entschlossen genug gehandelt zu haben.

Die FINMA behauptet natürlich, ihr seien aufgrund rechtlicher Beschränkungen die Hände gebunden gewesen. Dieses Argument dürfte jedoch nicht stichhaltig sein, sollte der Bericht verpasste Gelegenheiten zum Eingreifen aufdecken, bevor die Situation außer Kontrolle geriet.

UBS rüstet sich für den Aufprall

Für die UBS könnte dieser Bericht ein Albtraum werden. Im schlimmsten Fall fordern die Aufsichtsbehörden eine hundertprozentige Eigenkapitaldeckung für die ausländischen Tochtergesellschaften der UBS. Das bedeutet: Die UBS müsste möglicherweise zusätzliche 25 Milliarden US-Dollar Kapital aufbringen.

Das würde die Bank im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern erheblich benachteiligen, die Gewinne schmälern und möglicherweise das Vertrauen der Anleger erschüttern. UBS-Verwaltungsratsvorsitzender Colm Kelleher und CEO Sergio Ermotti haben sich wiederholt gegen einen derart weitreichenden regulatorischen Eingriff ausgesprochen.

Sie argumentieren, dass die Schweizer Finanzvorschriften bereits zu den strengsten der Welt gehören und dass weitere Regulierungen die Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Bankensektors zerstören könnten. Sie haben außerdem deutlich gemacht, dass sie bereit sind, die meisten der von der Regierung vorgeschlagenen Änderungen mitzutragen – nur nicht jene, die sie am empfindlichsten treffen.

Die UBS wartet nicht auf die Entscheidung der Gesetzgeber. Die Bank überarbeitet bereits ihre Notfallprotokolle, um einen Zusammenbruch wie bei der Credit Suisse zu verhindern. Der Schweizer Finanzminister deutete an, dass die Pläne der UBS Einfluss darauf haben könnten, wie viel zusätzliches Kapital die Bank letztendlich vorhalten muss.

Schuldzuweisungen und Folgen

Der PUK-Bericht wird voraussichtlich Namen nennen, und einige prominente Persönlichkeiten stehen bereits im Fokus. FINMA-dent Marlene Amstad wird dafür kritisiert, dass ihre Behörde nicht energisch genug gehandelt hat, als die Warnsignale bei der Credit Suisse unübersehbar waren.

Die Schweizer Zeitung Blick deutete an, dass die FINMA die Hauptschuld tragen wird.

Und dann ist da noch Ueli Maurer, der ehemalige Finanzminister. Nur drei Monate vor dem Zusammenbruch der Credit Suisse versicherte er der Öffentlichkeit vollerdent, die Bank werde „ihre Probleme in den Griff bekommen“

Die PUK hat ihre Ermittlungen nun bis ins Jahr 2015 zurückverfolgt – Maurers gesamte Amtszeit. Das verheißt nichts Gutes für ihn. Seine Nachfolgerin, Karin Keller-Sutter, könnte ungeschoren davonkommen, da sie das Amt erst 2023 übernommen hat.

Vergessen wir aber nicht: Sie spielte eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen zur UBS-Übernahme, ist also noch nicht aus dem Schneider. Auch die SNB steht noch unter Druck. Der ehemalige Chef Thomas Jordan könnte für den Umgang der Zentralbank mit dem Liquiditätsbedarf der Credit Suisse während der Krise in die Kritik geraten.

Kritiker bemängeln, dass die strengen Sicherheitenanforderungen der SNB unnötigen Druck auf die Bank ausgeübt hätten. Die SNB weist dies zurück und erklärt, sie erweitere bereits ihr Liquiditätsregime, um eine Wiederholung des Desasters zu verhindern.

Frühere PUK-Ermittlungen haben Karrieren beendet. Eine Untersuchung aus dem Jahr 1996 zu einem Pensionsfondsskandal warf dem Finanzminister „vorsätzliche Täuschung“ vor. Es wäre nicht überraschend, wenn dieser Bericht ähnliche politische Opfer zur Folge hätte.

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