Super Micro trotzt dem Boom im KI-Sektor und meldet enttäuschende Zahlen im dritten Quartal

- Die Aktien des KI-Infrastrukturlösungsunternehmens Super Micro fielen um 24 %, während der Rest des KI-Sektors weiter wächst.
- Hindenburg Research beschuldigte Super Micro der Bilanzfälschung.
- Ernst & Young legte die Prüfung der Unternehmensbilanz nieder, was Warnsignale auslöste und zu einem drastischen Kursverfall der Aktien führte.
Super Micro, ein Anbieter von KI-Infrastruktur für Unternehmen, stellt im Markt für künstliche Intelligenz im Jahr 2024 einen negativen Ausreißer dar. Das Unternehmen meldete enttäuschende Zahlen für das dritte Quartal und sieht sich weiteren rechtlichen Problemen gegenüber.
Die Aktien des Unternehmens brachen um satte 24 % ein und schlossen auf einem fast 18-Monats-Tief. Im dritten Quartal wurden Umsätze von rund 6 Milliarden US-Dollar gemeldet, was unter den prognostizierten 7 Milliarden US-Dollar liegt. Die finanziellen Schwierigkeiten von Super Micro treffen auf eine Zeit, in der andere KI-Unternehmen massive Gewinne verzeichnen konnten.
Die enttäuschenden Zahlen von Super Micro im dritten Quartal
Die Anleger von Super Micro sind besorgt, nachdem die Aktien des Unternehmens um 24 % eingebrochen und auf den niedrigsten Stand seit 18 Monaten gefallen sind. Diese Befürchtungen sind auf die verzögerte Veröffentlichung des Jahresberichts, schwache Gewinne und eine Untersuchung des US-Justizministeriums zurückzuführen.
Das Unternehmen hatte zuvor dank des KI-Booms ein deutliches Wachstum verzeichnet. Seither befindet es sich jedoch aufgrund von Vorwürfen des Bilanzbetrugs in einem stetigen Abwärtstrend.
Das US-Justizministerium leitete Ermittlungen gegen das Unternehmen ein, nachdem Berichte über Verstöße gegen die Rechnungslegungsvorschriften eingegangen waren, die Bedenken hinsichtlich der Integrität der Buchhaltung aufkommen ließen. Ende August verzögerte sich zudem die Veröffentlichung des Jahresabschlusses aufgrund von Bedenken hinsichtlich der internen Kontrollmechanismen im Bereich der Finanzberichterstattung.
Super Micro hatte zuvor eine Mitteilung von der Nasdaq erhalten, dass das Unternehmen gegen eine Nasdaq-Regel verstoße. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) deutete Nate Anderson, Gründer von Hindenburg, an, dass es dem Unternehmen an Integrität und ethischen Werten mangele.
Ernst & Young (EY), eine der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, sollte Super Micro prüfen. Doch unerwartet trat die Firma zurück. EY erklärte, sie wolle nicht mit den Finanzberichten von Super Micro in Verbindung gebracht werden.
EY hatte zuvor gegenüber dem Prüfungsausschuss Bedenken hinsichtlich Transparenz, Governance-Praktiken und der Vollständigkeit der mitgeteilten Informationen geäußert. In der Stellungnahme von EY hieß es: „Aufgrund von Informationen, die uns kürzlich zu Ohren gekommen sind, können wir uns nicht länger auf die Darstellungen des Managements und des Prüfungsausschusses verlassen.“
Super Micro setzte einen unabhängigendent , der keine Hinweise auf Betrug oder Fehlverhalten fand. Es wurde außerdem berichtet, dass der Prüfungsausschuss unabhängig gehandeltdent.
Super Micro verpasst Chancen in der KI-Branche
Während die Schwierigkeiten von Super Micro in den Zahlen des dritten Quartals deutlich werden, verzeichnen andere Akteure auf dem KI-Markt weiterhin erhebliche Investitionen und steigende Aktienkurse.
Beispielsweise TSMC verzeichnetetronErgebnis. Die veröffentlichten Zahlen deuten auf die steigende Nachfrage nach Hardware für KI-Lösungen hin. Hardware ist jedoch nicht der einzige schnell wachsende Bereich des KI-Marktes.
Perplexity AI, eine KI-gestützte Suchmaschine, steht kurz vor einer Finanzierungsrunde über 500 Millionen US-Dollar, wodurch sich ihre Bewertung auf 9 Milliarden US-Dollar erhöht. Auch das KI-gestützte Datenanalyseunternehmen Palantir Technologies konnte im dritten Quartal hervorragende Ergebnisse erzielen und erwirtschaftete einen Umsatz von 725 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von rund 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Selbst das bekannte und oft berüchtigte Unternehmen OpenAI sammelte im letzten Monat 6,6 Milliarden US-Dollar ein und erreichte damit eine Bewertung von 157 Milliarden US-Dollar. Durch die jüngste Kapitalerhöhung zählt OpenAI nun zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.
Der KI-Sektor birgt zahlreiche Chancen. Sollte Super Micro jedoch die Bedenken hinsichtlich seiner Rechnungslegungspraktiken nicht zufriedenstellend ausräumen und alle regulatorischen Probleme nicht lösen, könnten die Aktienkurse weiter fallen.
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Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und in der Eventberichterstattung. Sie absolvierte ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Arcadia University. Derzeit arbeitet sie für Cryptopolitanund berichtet dort über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Kryptowährungen, Gaming und KI.
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