Die Aktienkurse steigen leicht, nachdem Trump neue Handelsabkommen angedeutet hat – doch der S&P 500 kann den Widerstand weiterhin nicht durchbrechen

- Trump sagte, es stünden mehrere Handelsabkommen bevor und sprach sich für eine Senkung der Zölle auf chinesische Waren aus.
- Der S&P 500 stieg zwar, konnte aber die Widerstandsmarke von 5.700 Punkten erneut nicht durchbrechen.
- Rob Ginsberg warnte, dass der Schlusskurs des Index unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts auf eine langfristige Schwäche hinweist.
Die Aktienkurse stiegen am Freitag leicht, nachdemdent Donald Trump vom Weißen Haus aus erklärte, neue Handelsabkommen seien in Vorbereitung. Er sprach sich zudem für eine Senkung der Zölle auf chinesische Waren im Vorfeld der Wochenendtreffen aus.
Doch selbst nach diesen Ankündigungen gelang es dem S&P 500 nicht, eine wichtige Widerstandsmarke zu überwinden, sodass die Händler weiterhin in der gleichen Schwebe hängen, in der sie sich seit Wochen befinden.
Trump postete auf Truth Social: „Viele Handelsabkommen in der Pipeline, allesamt gute (GROSSARTIGE!)!“ Das geschah unmittelbar nachdem er einen Abkommensentwurf mit dem Vereinigten Königreich angekündigt hatte – das erste internationale Handelsabkommen der USA seit Trumps sogenanntem „Gegenzöllen“-Update Anfang April.
Die Anleger reagierten mit verhaltenen Kursgewinnen: Der Dow Jones Industrial Average stieg um 87 Punkte (0,2 %), der S&P 500 legte um 0,4 % zu und der Nasdaq Composite gewann 0,6 %. Doch all das löste das größere Problem nicht.
Händler beobachten, wie der S&P erneut unter einem wichtigen Niveau stagniert
Der S&P 500 schloss am Donnerstag bei rund 5.664 Punkten, was auf dem Papier ordentlich aussah, aber deutlich unter dem Tageshoch von 5.720 Punkten lag. Kurz vor 15:30 Uhr ET notierte der Index bei 5.709 Punkten, fiel aber bis zum Handelsschluss stark. Dieses Muster – kurzzeitiger Optimismus, gefolgt von einem späten Kurssturz – ist seit Wochen zu beobachten.
Rob Ginsberg, Stratege bei Wolfe Research, sagte: „Nicht der ideale Schlusskurs, da sich der Widerstand bei etwa 5700 Punkten als ziemlich hartnäckig erweist, seit der S&P ihn vor zwei Monaten erstmals durchbrochen hat.“ Er erklärte, dass Händler einen Schlusskurs über 5700 Punkten erwartet hätten, was seit Ende März – kurz vor Trumps Ankündigung der Zölle vom 2. April – nicht mehr vorgekommen sei.
Rob fügte hinzu, dass der S&P 500 auch unter seinem 200-Tage-Durchschnitt blieb, der aktuell bei rund 5.748 Punkten liegt. „Die Euphorie um das britische Handelsabkommen wich am späten Nachmittag einer Abschwächung, da der Markt erneut unter seinem 200-Tage-Durchschnitt schloss“, sagte er. Er bezeichnete diesen Durchschnitt als nützlichen Indikator für langfristige Trendwechsel. In den vergangenen zwei Monaten schloss der Index nur zweimal über diesem Wert. Das letzte Mal war am 25. März, als er bei etwa 5.777 Punkten schloss.
Ohne einen klaren Ausbruch über 5.700 Punkte und die 200-Tage-Linie warnte Rob, dass die Erholung vom Tiefpunkt im April schnell wieder zusammenbrechen könnte. Selbst Trumps Ankündigungen von Zollsenkungen oder Abkommen ändern also nichts, solange diese Widerstandsmarken nicht endgültig durchbrochen werden.
Das bärische Signal des Bloomberg-Modells erhöht den Druck
Gleichzeitig hat ein wichtiges Signal am Aktienmarkt Alarm geschlagen. Das von Bloomberg Intelligence entwickelte Aktienmarktregime-Modell befindet sich nun in seiner schlimmsten Phase – der sogenannten „roten Zone“. Diese Phase deutet in der Vergangenheit auf eine schwache zukünftige Performance des S&P 500 hin, insbesondere wenn sie durch makroökonomische Ängste wie etwa handelspolitische Unsicherheit ausgelöst wird.

Gina Martin Adams und Gillian Wolff, die das Modell betreuen, gaben an, dass diese Veränderung sowohl im März als auch im April stattfand. Es ist das erste Mal seit Februar 2022, dass das Modell wieder ins Negative kippte. Damals hatten Sorgen über Zinserhöhungen der Federal Reserve die US-Aktienmärkte in einen Bärenmarkt gestürzt.
Die Zahlen sprechen für sich. In den sieben Fällen, in denen das Modell diese Phase erreichte, verlor der S&P 500 im Durchschnitt 5,6 % innerhalb der folgenden zwölf Monate. Ob sich dies wiederholt, ist derzeit ungewiss. Da das Modell zuvor jedoch fast 21 Monate im „neutralen gelben“ Bereich verharrt hatte, ist der Wechsel in den roten Bereich bedeutsam.
Gina und Gillian erklärten, die rote Phase befinde sich für die meisten Komponenten des Modells noch in einem frühen Stadium, was bedeute, dass die vollen Auswirkungen noch nicht spürbar seien. Dies lasse einige Händler vermuten, dass weitere Kursverluste bevorstünden, insbesondere da Trumps Handelspolitik weiterhin viele Fragen offen lasse. Die Anleger sind nun gespalten. Einige glauben, das Schlimmste sei überstanden, andere bereiten sich auf weitere Verkäufe vor.
So oder so, die Aktienkurse brechen noch nicht aus. Und wenn der S&P 500 weiterhin an der Marke von 5.700 Punkten scheitert, werden auch neue Handelsabkommen oder Social-Media-Posts nichts daran ändern.
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Jai Hamid
Jai Hamid ist Finanzjournalistin mit sechs Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale gearbeitet und dabei Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und war bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender zu sehen, um Einblicke in den Kryptomarkt zu geben.
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