Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, die Subventionen für Elektrofahrzeuge bis 2026 um 20 % zu erhöhen, um den anhaltenden Auswirkungen der US-Zölle entgegenzuwirken. Ziel ist es, die Binnennachfrage anzukurbeln und die Subventionen für Elektro-Pkw von 535,18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 642,25 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Die südkoreanische Regierung gab bekannt, dass das Hilfspaket auch Unterstützung für Automobilzulieferer umfassen wird. Sie sichert zu, die Fördermittel auf ein höheres Niveau als die derzeit bereitgestellten 10,29 Billionen US-Dollar (15 Billionen Won) auszuweiten. Das Land beabsichtigt, die Garantieprogramme für im Ausland tätige Automobilzulieferer zu stärken. Unternehmen in Mexiko und den USA sollen langfristige, zinsgünstige Kredite erhalten.
Regierungsdaten zufolge war Hyundai Motors von den 25-prozentigen Zöllen auf US-Exporte betroffen, die etwa 40 % des Umsatzes des Unternehmens ausmachen. Dieser Satz wurde jedoch nach dem Treffen zwischendent Donald Trump und seinem südkoreanischen Amtskollegen Lee Myung-bak im vergangenen Monat auf 15 % gesenkt. Die Zollsenkung ist allerdings aufgrund der verzögerten Veröffentlichung eines gemeinsamen Informationsblatts noch nicht in Kraft getreten.
Hyun drängt Rubio, das gemeinsame Faktenblatt schnellstmöglich zu veröffentlichen
Der 15-prozentige Zollsatz gilt nicht für südkoreanische Automobilhersteller, da das gemeinsame Faktenpapier zum im letzten Monat getroffenen Abkommen über Handels- und Sicherheitsfragen noch nicht veröffentlicht wurde. Beide Seiten haben bisher keine schriftliche Vereinbarung vorgelegt.
Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun drängte US-Außenminister Marco Rubio unterdessen zur zügigen Veröffentlichung des gemeinsamen Faktenblatts. Die beiden trafen sich am Rande des G7-Außenministertreffens am 12. November in Kanada. Das gemeinsame Faktenblatt erläutert die Vereinbarung über Zollsenkungen, die beim Gipfeltreffen zwischen Südkorea und den USA im vergangenen Monat erzielt wurde.
„Wir werden dabei helfen, das gemeinsame Erläuterungsmaterial (gemeinsames Informationsblatt) so bald wie möglich zu veröffentlichen.“
– Marco Rubio , US-Außenminister
Cho betonte, seine Regierung fordere besondere Anstrengungen, um die auf den beiden Gipfeltreffen vereinbarten Punkte durch die zügige Veröffentlichung des gemeinsamen Faktenblatts zu klären. Er versprach, aktiv mit den zuständigen US-Behörden zu kommunizieren, um die Veröffentlichung des Erläuterungsdokuments zu beschleunigen.
Gerüchte deuten auf die Möglichkeit weiterer Verzögerungen hin
Südkoreanische Medien berichten, dass die Veröffentlichung des gemeinsamen Faktenblatts etwas länger dauern könnte als erwartet. Grund dafür ist der Zeitaufwand für die Abstimmung innerhalb der US-Regierung. Zwischen dem Außenministerium, dem Energieministerium, dem Verteidigungsministerium und dem Handelsministerium findet ein reger Austausch über den Text zu atomgetriebenen U-Booten statt.
Gerüchten zufolge gibt es Uneinigkeit über Südkoreas Bemühungen, sich das Recht zur Urananreicherung und zur Aufbereitung abgebrannter Brennelemente zu sichern. Die Regierung verfolgt dieses Ziel aktiv im Hinblick auf die heimische Atomindustrie. Die US-Regierung hält jedoch weiterhin an ihrer traditionellen Position der Nichtverbreitung von Atomwaffen fest.
Deshalb deuten Gerüchte darauf hin, dass auch nach Veröffentlichung des gemeinsamen Faktenblatts noch Aussicht auf weitere Verhandlungen zwischen Südkorea und den USA bestehen könnte. Verhandlungen über Nuklearfragen zwischen den beiden Ländern gelten als unvermeidlich. Seoul drängt darauf, sich Treibstofflieferanten für Atom-U-Boote zu sichern und hat angeblich im Gegenzug für diese Gefälligkeiten Investitionen in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar in den USA zugesagt.
Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, nach Veröffentlichung des gemeinsamen Faktenblatts umgehend eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) zu Investitionen in den USA und Zollsenkungen zu unterzeichnen . Darüber hinaus plant sie die Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung des Sicherheitskonsultativtreffens Südkorea-USA (SMC). Es bestehen außerdem Bestrebungen, in der Nationalversammlung die Verabschiedung eines Sondergesetzes zu Investitionen in den USA voranzutreiben.

