Südkorea lockert eine siebenjährige Beschränkung, die Krypto-Unternehmen vom Venture-Status ausschloss, und öffnet damit die Tür für Steueranreize und bessere Finanzierungsmöglichkeiten.
Das Ministerium für KMU und Startups bestätigte die Genehmigung von Änderungen der Durchführungsverordnung zum Venture-Business-Gesetz und ebnete damit den Weg für Broker und Börsen virtueller Vermögenswerte. Die Maßnahme tritt am 16. September in Kraft und ermöglicht Krypto-Unternehmen die Beantragung des Venture-Status.
Han Seong-sook ist überzeugt, dass die Änderung zukünftiges Wachstumspotenzial fördern wird
Die Behörden verhängten die Beschränkung im Oktober 2018 und begründeten dies mit übermäßiger Spekulation und Panik in der Bevölkerung. Nach diesem Maßstab wurden Krypto-Unternehmen mit Spielhallen und Nachtclubs gleichgesetzt – eine Einstufung, die laut Kritik der Branche Koreas Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit schadete.
Seitdem hat sich viel verändert. Südkorea hat bedeutende Schritte unternommen, um seinen Kryptomarkt zu regulieren. Den Anfang machte 2021 die Einführung eines Lizenzsystems für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte. Im Juli 2025 folgte die Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte, das unter anderem den Einlagenschutz, die obligatorische Aufzeichnungspflicht und das Verbot unlauterer Handelspraktiken umfasste – allesamt wichtige Maßnahmen, die zur Professionalisierung der Branche beitrugen und frühere Bedenken ausräumten.
Auch weltweit hat sich die Dynamik verändert. In den USA genehmigte die SEC 2024 Bitcoin GENIUS Act von 2025 schuf klare Regeln für Stablecoins. Große Anbieter wie Coinbase, Gemini, Circle und Bullish gingen an die Börse oder beantragten eine Notierung an der Nasdaq und der NYSE – ein deutliches Zeichen dafür, dass digitale Vermögenswerte sich fest im Finanzsektor etablieren.
Koreanische Beamte hatten im Juli erstmals signalisiert, die Beschränkung aufheben zu wollen und den Plan zur öffentlichen Stellungnahme sowie zur Stellungnahme in der Branche vorzulegen. Nun, nach der teilweisen Änderung, nennt das Ministerium das internationale Wachstum des Sektors und die ausgereiften inländischen Verbraucherschutzmaßnahmen als Hauptgründe für die Kehrtwende.
Ted Koo, Anwalt bei LIN, erklärte, die Überarbeitung werde den Weg für Steuervorteile, Forschungs- und Entwicklungsförderung, Kreditgarantien und Finanzierungshilfen ebnen. Vor allem aber werde sie es etablierten, Venture-zertifizierten Unternehmen ermöglichen, am Kryptomarkt teilzunehmen, ohne ihre Zertifizierung zu verlieren.
Darüber hinaus gehen die Regulierungsbehörden davon aus, dass es nach Aufhebung des Verbots zu vermehrten Innovationen im Handel mit virtuellen Vermögenswerten, bei Brokerhäusern und verwandten Technologien, einschließlich Blockchain-Infrastruktur, intelligententracund Cybersicherheit, kommen wird.
Die Ministerin für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Startups, Han Seong-sook, erklärte, die Reform ziele darauf ab, künftiges Wachstumspotenzial zu fördern und mit der globalen Entwicklung der Digital-Asset-Branche Schritt zu halten. Sie sagte: „Diese Regulierungsreform soll Korea an die globalen Trends im Bereich digitaler Assets anpassen und zukünftige Wachstumsmotoren sichern. Wir werden unsere politischen Anstrengungen darauf konzentrieren, ein transparentes und verantwortungsvolles Ökosystem zu fördern, das einen reibungslosen Kapitalfluss ermöglicht und das Wachstum neuer Branchen unterstützt.“
Südkoreas Kryptobörsen haben über 16 Millionen Nutzer
Der Kryptomarkt hat unterdent Lee Jae-myung deutlich an Fahrt aufgenommen, da seine Regierung seit seiner Wahl im Juni neue Krypto-Richtlinien vorangetrieben und an der Legalisierung von Stablecoins gearbeitet hat. Laut Statista wird der Umsatz des südkoreanischen Kryptomarktes im nächsten Jahr voraussichtlich 1,1 Milliarden US-Dollar erreichen und bis 2026 auf 1,3 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Südkoreas Kryptobörsen verzeichnen mittlerweile mehr als 16 Millionen Nutzer, ein Anstieg, der teilweise auf die Dynamik zurückzuführen ist, die durch Donald Trumps Wahlsieg in den USA im November ausgelöst wurde und mehr als 30 % der Koreaner ausmacht.
In diesem Zusammenhang Cryptopolitan kürzlich, dass südkoreanische Regulierungsbehörden Gesetze erlassen haben, um dem wachsenden Wettbewerb und den Risiken im Kryptokreditsektor zu begegnen. Der Finanzaufsichtsdienst (Financial Supervisory Service) erarbeitete die Richtlinien demnach gemeinsam mit dem Verband der Kryptobörsen (Digital Asset Exchange Association, DAXA).
Die Finanzdienstleistungskommission merkte an, dass sie beabsichtige, durch Selbstregulierung für Ordnung zu sorgen und auf der Grundlage künftiger Betriebsergebnisse rasch Gesetze zu erlassen.

