Südkorea wirft dem chinesischen Unternehmen DeepSeek vor, Nutzerdaten ohne Einwilligung weitergegeben zu haben

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Südkorea teilte mit, dass DeepSeek ohne Erlaubnis Nutzerdaten und KI-Vorschläge ins Ausland gesendet habe.
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Die App wurde im Februar verboten, nachdem DeepSeek einen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen eingeräumt hatte.
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DeepSeek übermittelte umgehend Inhalte und Geräteinformationen an Beijing Volcano Engine Technology.
Südkorea teilte am Donnerstag mit, dass das chinesische KI-Startup DeepSeek heimlich Nutzerdaten und personalisierte Inhalte ohne vorherige Absprache weitergegeben habe.
Die nationale Kommission für den Schutz personenbezogener Daten erklärte, der Datenschutzverstoß sei geschehen, als die App noch in den lokalen App-Stores zum Download verfügbar war.
Die Behörde erklärte, dass das Unternehmen hinter der App, Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence Co Ltd, gegen die Regeln verstoßen und bei der Markteinführung in Südkorea im Januar personenbezogene Daten an Unternehmen in China und den Vereinigten Staaten weitergegeben habe.
Die Kommission bestätigte, dass DeepSeek vor der Weitergabe der Nutzerdaten keine Einwilligung eingeholt hatte. Laut Kommission hielt sich das Unternehmen bei der Veröffentlichung der App in Südkorea an keine grundlegenden Vorgaben zur Einwilligung. Die Daten beschränkten sich nicht nur auf Namen und E-Mail-Adressen. Sie umfassten auch alle Eingaben der Nutzer in das KI-System sowie Informationen zu Gerät, Netzwerk und App-Nutzung.
Das Problem verschärfte sich im Februar, als die südkoreanische Datenschutzbehörde alle neuen Downloads der App stoppte. Laut Behördenangaben erfolgte das Verbot, nachdem DeepSeek eingeräumt hatte, gegen bestimmte Datenschutzgesetze verstoßen zu haben. Daraufhin begann die Behörde, genauer zu untersuchen, welche Daten versendet wurden und wer sie empfing.
Bis zum 24. April stellte die Untersuchung fest, dass DeepSeek sensible Prompt-Inhalte direkt an Beijing Volcano Engine Technology Co. Ltd. gesendet hatte. Die Behörde gab außerdem an, dass die Übermittlung technische Daten über die Geräte der Nutzer und deren Nutzung der App umfasste.
Das Unternehmen bestritt die Maßnahme nicht. Es erklärte der Kommission, die Datenweitergabe an Volcano Engine diene der Verbesserung der App-Funktionalität. Die Beamten glaubten ihm jedoch nicht.
DeepSeek hat Südkorea mit falschen Behauptungen in die Irre geführt
Die Kommission erklärte, DeepSeek habe zwar behauptet, die Übermittlung von Prompt-Daten am 10. April eingestellt zu haben, doch der Schaden für die Privatsphäre sei bereits entstanden. Die Behörde reagierte umgehend und erließ eine formelle Empfehlung, in der sie das Unternehmen aufforderte, alle bereits an Volcano Engine gesendeten Prompt-Daten zu löschen und eine Rechtsgrundlage für die zukünftige Übermittlung personenbezogener Daten außerhalb Südkoreas zu schaffen.
Diese Warnung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als das Land auch mit erheblichem wirtschaftlichem Druck zu kämpfen hatte. Rhee Chang Yong, Gouverneur der Bank von Korea, erklärte am Mittwoch, die von US-Präsidentdent Trump verhängten Zölle schadeten der südkoreanischen Wirtschaft. „Ich hoffe sehr, dass diese Handelsspannungen nachlassen, denn sie sind für alle schlecht“, sagte CNBC während der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank.
Rhee erklärte, die Zölle seien zu einem großen Problem für das Wirtschaftswachstum des Landes geworden. Der Schaden sei nicht nur direkt. Die US-Zölle auf Waren anderer Länder beeinträchtigten auch Südkoreas Lieferketten.
„Wir werden direkt von den US-Zöllen betroffen sein und indirekt auch von deren Zöllen auf andere Länder, zum Beispiel auf die Halbleiterproduktion in Vietnam, die Auto- undtronin Mexiko und unsere Batterieproduktion in Kanada“, sagte Rhea.
Nur einen Tag später bestätigten die südkoreanischen Wirtschaftsdaten den Einbruch. Erste Zahlen zeigten einen Rückgang des BIP um 0,1 % im ersten Quartal dieses Jahres. Das ist der erste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit dem vierten Quartal 2020.
Ein Team südkoreanischer Handelsbeamter reist derzeit nach Washington. Der amtierendedent Han Duck-soo äußerte die Hoffnung, dass die Verhandlungen zu einem für beide Länder tragbaren Abkommen führen werden. Bis Donnerstag hatte das Ministerium für Handel, Industrie und Energie die Tagesordnung jedoch noch nicht endgültig festgelegt.
Rhee erklärte, die Verlangsamung sei nicht allein auf Probleme im Welthandel zurückzuführen. Er machte auch die politische Krise des Landes dafür verantwortlich. Im ersten Quartal kam es zu zahlreichen Störungen im Zusammenhang mit den Amtsenthebungsverfahren gegen hochrangige Regierungsbeamte. Das Verfassungsgericht wies die Amtsenthebung von Premierminister Han Duck-soo im März ab und setzte ihn damit vorübergehend wieder an die Macht.
Doch am 4. April wurde Yoon Suk Yeol vom Gericht vollständig des Präsidentenamtes enthoben. Damit übernahm Han wieder die Führung – diesmal als amtierenderdent. Das Land bereitet sich nun auf die Neuwahl desdentam 3. Juni vor, und Rhee geht davon aus, dass sich die politischen Unruhen nach deren Abschluss legen werden.
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