Die SenseTime Group, das chinesische Unternehmen für künstliche Intelligenz (KI), verzeichnete nach dem unerwarteten Tod seines Mitgründers Tang Xiao'ou einen deutlichen Kursverfall. Die Aktien des Unternehmens brachen um 18 Prozent ein und erlitten damit den größten Verlust seit über einem Jahr. Tangs Tod verschärft die ohnehin schon bestehenden Herausforderungen für SenseTime, darunter das verlangsamte Wachstum und die US-Sanktionen.
SenseTime gab in einer Mitteilung bekannt, dass Mitbegründer Tang Xiao'ou am 16. Dezember 2023 nach kurzer Krankheit verstorben ist. Tang, Jahrgang 1968 und Absolvent des Massachusetts Institute of Technology (MIT), genoss hohes Ansehen in Chinas KI-Sektor. Seine Beiträge trugen maßgeblich dazu bei, SenseTime zu einem der führenden Unternehmen des Landes im Bereich Computer-Vision-Technologie zu machen.
Die Nachricht von Tangs Tod wirkte sich unmittelbar auf den Aktienkurs von SenseTime aus. Am 18. Dezember 2023 fiel der Aktienkurs des Unternehmens um 18 Prozent – der größte Tagesverlust seit Juli 2022. Der unerwartete Verlust einer Schlüsselfigur im Unternehmen verunsicherte die Anleger.
Tang Xiao'ou hielt laut dem Geschäftsbericht 2022 von SenseTime einen bedeutenden Anteil von 21 Prozent an dem Unternehmen. Damit gehörte er zu den Hauptaktionären. Laut Bloomberg Billionaires Index belief sich Tangs Vermögen vor seinem Tod auf 1,1 Milliarden US-Dollar.
Herausforderungen für SenseTime
SenseTime hatte mit Herausforderungen zu kämpfen, die sein Wachstum und seine Stabilität beeinträchtigten. Die US-Regierung hatte das Unternehmen 2019 aufgrund von Vorwürfen im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang auf eine schwarze Liste gesetzt. Diese Maßnahme schränkte SenseTimes Zugang zu Kapital und wichtigen US-amerikanischen Technologiekomponenten erheblich ein.
Zudem traten in den letzten Monaten weitere Hindernisse auf, wie beispielsweise neue Beschränkungen für den Verkauf von hochentwickelten KI-Chips und Chipfertigungsanlagen an chinesische Unternehmen. Diese Entwicklungen haben die Schwierigkeiten des Unternehmens weiter verschärft.
Die Probleme von SenseTime hörten damit nicht auf. Das Unternehmen sah sich mit Vorwürfen der Umsatzmanipulation durch den Leerverkäufer Grizzly Research konfrontiert. SenseTime wies diese Anschuldigungen umgehend zurück. Die Kontroverse trug zusätzlich zur Unsicherheit über die finanzielle Lage des Unternehmens bei.
Aktienperformance
Vor dem jüngsten Kurssturz notierte die SenseTime-Aktie bei 1,26 HK$, weniger als einem Drittel ihres Ausgabepreises. Zwar konnte die Aktie am Montag einen Teil ihrer Verluste wieder wettmachen, lag aber immer noch rund 11 Prozent unter ihrem vorherigen Niveau.
Der plötzliche Tod von Tang Xiao'ou löste bei der SenseTime Group einen Schock aus und führte zu einem deutlichen Kursverfall der Aktie. Dieses tragische Ereignis trifft das chinesische KI-Unternehmen in einer ohnehin schwierigen Phase, da es mit einem verlangsamten Wachstum, US-Sanktionen und Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten zu kämpfen hat.
Investoren werden SenseTimes Fähigkeit, diese Herausforderungen zu meistern und seine Position im hart umkämpften KI-Sektor zu behaupten, genau beobachten. Die Zukunftsaussichten des Unternehmens sind ungewiss, da es versucht, die Hindernisse zu überwinden, die seine jüngste Geschäftsentwicklung beeinträchtigt haben.

