Nachdem Richter Torres den Antrag Ripple an die SEC auf eine Richtigstellung abgelehnt hatte, äußerten Rechtsexperten verschiedene Ansichten zu den nächsten Schritten in diesem langwierigen Rechtsstreit.
Der Krypto-freundliche Anwalt und ehemalige Senatskandidat John Deaton äußerte sich ebenfalls zu dem Urteil und erläuterte, was beide Parteien tun müssen, bevor Richterin Torres eine Änderung ihres Urteils im XRP Rechtsstreit .
Die SEC sollte Fehler eingestehen und mit Ripple an einer neuen Beurteilung arbeiten
In einer Live-Sendung erklärte John Deaton, dass die SEC ihre Fehler eingestehen und ihre bisherigen Argumente zurückziehen müsse, damit im XRP Rechtsstreit ein neues Urteil gefällt werden könne. Er betonte, dass die Kommission mit Ripple zusammenarbeiten und aktuelle Gesetzesentwürfe im Kongress zu digitalen Vermögenswerten berücksichtigen müsse.
Damit würde die SEC anerkennen, dass Krypto-Assets eher Rohstoffen als Wertpapieren ähneln und möglicherweise nicht ihrer Aufsicht unterliegen. Wie CoinGape berichtete, wies Richter Torres den Antrag der SEC gegen Rippleals „verfahrenstechnisch unzulässig“ zurück. Die SEC hatte die Aufhebung der einstweiligen Verfügung beantragt und eine Reduzierung der Zivilstrafe auf 50 Millionen US-Dollar gefordert.
Um mit dem Antrag Erfolg zu haben, müsste die SEC laut Deaton Richter Torres davon überzeugen, dass Ripple XRP -Verkäufe keinen Schaden verursacht haben und dass die einstweilige Verfügung Ripple an der Geschäftstätigkeit – insbesondere am Verkauf XRP an Finanzinstitute – hindert. Er merkte außerdem an, dass die SEC argumentieren müsse, dass die einstweilige Verfügung vor allem einem amerikanischen Unternehmen und seinen potenziellen Geschäftspartnern schadet.
Richter Torres wies außerdem darauf hin, dass ein Bezirksgericht bei der Entscheidung über einen Antrag auf unverbindliche Entscheidung feststellen muss, ob die vorgeschlagene Einverständniserklärung fair und angemessen ist, ohne dass dadurch das öffentliche Interesse gefährdet wird, indem einstweilige Verfügungen in die Erklärung aufgenommen werden.
Ein weiterer Rechtsexperte erläutert die Schritte und den Zeitplan für die Anfechtung XRP Urteils
Anwalt Fred Rispoli schloss sich Deatons Einschätzung an und merkte an, dass es ein schwieriges Unterfangen sein würde, ein positives neues Urteil anstelle des bestehenden Urteils im XRP Prozess . Er schlug vor, dass beide Parteien einen 25-seitigen Antrag einreichen sollten, in dem alle anderen von beiden Seiten zurückgezogenen Klagen aufgeführt sind.
Rispoli schlug außerdem vor, dass die SEC Erklärungen ihrer Kommissare einreichen und einräumen solle, dass die Kommission ihren Bemühungen, dem Markt klare Richtlinien für Kryptowährungen zu geben, nicht gerecht geworden sei. Er geht davon aus, dass die Behörde diesen Weg einschlagen wird, rechnet aber damit, dass es zwei bis drei Wochen dauern könnte, bis Ripple und die SEC ihre Argumente abgeschlossen und den Antrag erneut eingereicht haben. Rispoli rechnet dann damit, dass Richter Torres noch ein bis zwei Wochen für seine Entscheidung benötigen wird.
Nach der jüngsten Entscheidung von Richter Torres fiel der Kurs von XRP um mehr als 4 %. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert die Kryptowährung bei etwa 2,40 US-Dollar, was einem Rückgang von fast 2 % innerhalb der letzten 24 Stunden entspricht.
Die SEC sieht sich aufgrund Ripple Einigung internen Gegenwind ausgesetzt
Die Komplexität des Falls wird zusätzlich dadurch erhöht, dass innerhalb der SEC selbst interne Meinungsverschiedenheiten aufgetreten sind. Am 8. Mai reichten die SEC und Ripple gemeinsam ein Vergleichsschreiben bei einem New Yorker Gericht ein, in dem sie die Aufhebung der einstweiligen Verfügung gegen Ripple vom August 2024 beantragten und vorschlugen, 75 Millionen US-Dollar der hinterlegten Zivilstrafen in Höhe von 125 Millionen US-Dollar an das Krypto-Unternehmen zurückzuzahlen.
SEC-Kommissarin Caroline Crenshaw, bekannt für ihre skeptische Haltung gegenüber Kryptowährungen, kritisierte den bevorstehenden Deal in einer Erklärung vom 8. Mai scharf. Sie sagte, er würde die Fähigkeit der Regulierungsbehörden beeinträchtigen, Kryptofirmen im Zaum zu halten und das Urteil des Gerichts untergraben.
„Diese Einigung, zusammen mit dermatic Auflösung des Krypto-Durchsetzungsprogramms der SEC, erweist der Anlegeröffentlichkeit einen enormen Bärendienst und untergräbt die Rolle des Gerichts bei der Auslegung unserer Wertpapiergesetze“, sagte sie.
Ihre Äußerungen verdeutlichen die wachsende Spaltung innerhalb der Kommission und geben Anlass zu weitergehenden Bedenken hinsichtlich der Konsequenz der SEC im Umgang mit der sich rasant entwickelnden Kryptolandschaft.

